Pastor Maldonado sorgte für den ersten Williams-Sieg nach knapp acht Jahren

Formel 1 2012

— 17.05.2012

Maldonado: "Wir unternehmen größere Anstrengungen"

Pastor Maldonado spricht über seinen ersten Grand-Prix-Sieg, bei dem er Fernando Alonso in die Schranken wies und dankt Sponsor PDVSA



Im vergangenen Jahr erlebte Williams mit nur fünf WM-Punkten und Rang neun in der Konstrukteurswertung die schlechteste Saison der Teamgeschichte. Wenige Monate später fährt das Traditionsteam plötzlich wieder um die Pole-Position mit und gewinnt Rennen. Für Pastor Maldonado, der das Team am Sonntag in Barcelona erlöste, kein Zufall: "Wir haben einen großen Schritt gemacht, der darin begründet liegt, dass wir in der Fabrik große Veränderungen vorgenommen haben."

Neben den personellen Veränderungen in Reihen der Techniker stellt der Wechsel des Motorenlieferanten von Cosworth zu Renault auf dem Papier den größten Unterschied zum Vorjahr dar. Doch auch bei sich persönlich ortet der Venezolaner eine Veränderung. "Die Herangehensweise an ein Rennwochenende ist inzwischen komplett anders. Ich habe mehr Erfahrung und bin nun motivierter. Grundsätzlich muss man sagen, dass wir derzeit größere Anstrengungen unternehmen, um nach vorn zu kommen." Dies könne man jedoch nicht an einem einzigen Aspekt festmachen, wie der Barcelona-Sieger betont.

Dass der Durchbruch nach der desaströsen Saison 2011 derart schnell gelang, überraschte aber auch Maldonado, wie er gesteht: "Der Mugello-Test lief ganz gut für uns, aber wir rechneten nicht damit, das Rennen zu gewinnen. Wir machten uns insgeheim Hoffnungen auf eine Top-5-Platzierung, aber dann stellten wir uns der Herausforderung und meisterten sie."

"Jeder ist unglaublich stolz auf das, was wir erreicht haben", sagt der 27-Jährige mit Blick auf seinen Premierensieg am vergangenen Sonntag, der für die wiederbelebte Kombination Williams-Renault der 64. Triumph und für das Team Grand-Prix-Sieg Nummer 114 war. "Für das gesamte Team war die Rückkehr auf die oberste Stufe des Podiums nach fast acht Jahren ein großer Tag."

Einzig das in der Box ausgebrochene Feuer trübte die Siegesfreude des Williams-Teams am Sonntagnachmittag in Barcelona. "Das war natürlich ein schwieriger Moment für uns", erinnert sich Maldonado. "Wir erschraken alle sehr, hatten aber großes Glück, dass nicht mehr passierte." Der Williams-Pilot trug seinen eigenen Cousin aus der riesigen Qualmwolke und brachte ihn in Sicherheit.

Triumph über Alonso besonders süß

Dass er seinen ersten Grand-Prix-Sieg ausgerechnet gegen den zweifachen Weltmeister Fernando Alonso bei dessen Heimrennen unter Dach und Fach brachte, freut Maldonado ganz besonders. "Gegen Fernando zu kämpfen hat mir großen Spaß gemacht, denn er ist ein sehr talentierter Fahrer mit viel Erfahrung. Für mich ist er einer der Besten im Feld", sagt der GP2-Champion des Jahres 2010 und stellt heraus: "Ich holte meinen ersten Grand-Prix-Sieg und stand auf dem Podium zwischen zwei Weltmeistern. Man kann sich wohl ungefähr vorstellen, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging."

War Maldonado beim Saisonauftakt in Melbourne in der letzten Runde noch mit Alonso aneinandergeraten und warf so eine Platzierung in den Punkterängen weg, leistete sich der Williams-Pilot in Barcelona nicht den geringsten Fehler und hielt in den Schlussrunden den Ferrari-Piloten sicher auf Distanz.

"In Australien habe ich es übertrieben, denn nach dem schwierigen Jahr wollte ich unbedingt das bestmögliche Ergebnis einfahren, erst Recht, als ich merkte, dass das Auto dazu in der Lage war. So ist der Rennsport, manchmal läuft es gut, manchmal schlecht", sagt Maldonado und fügt hinzu, dass er aus dem Vorfall in Melbourne gelernt hat und inzwischen "mehr Erfahrung" besitzt.

Sponsor PDVSA stellte im Hintergrund die Weichen

Mit seiner überzeugenden Vorstellung am vergangenen Wochenende überzeugte Maldonado auch die kritischen Stimmen, die ihn lange Zeit als reinen Pay-Driver verschrien hatten. Dennoch: "Ich muss mich glücklich schätzen, dass ich auf meinem Weg in die Formel 1 eine derartige Unterstützung hinter wusste", sagt der Williams-Pilot mit Blick auf Sponsor PDVSA - der in staatlichem Besitz befindliche Mineralölhersteller aus seinem Heimatland Venezuela.

In diesem Zusammenhang stellt Maldonado heraus, dass es die PDVSA-Millionen erst möglich machten, das Entwicklungstempo bei Williams derart anzuziehen. "Wir hatten ein ganz konkretes Programm, das im Jahr 2004 begann. PDVSA unterstütze mich während meiner gesamten Karriere bis in die Formel 1. Ich bin sehr glücklich, dass sie zum Team gehören, denn so konnten wir das Auto und unsere Performance verbessern."

Fotoquelle: xpbimages.com

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