Lewis Hamilton traf in Manila auf viele Kinder, die in Armut leben

Formel 1 2012

— 21.05.2012

Hamilton für Unicef in Manila

Der McLaren-Pilot erzählt von seinem Besuch in Manila und erkennt, dass das Leben der Kinder in den Armutsgebieten alles andere als leicht ist



Auch wenn Lewis Hamilton in der Formel 1 keine Zugeständnisse macht und immer knallhart agiert, so hat er privat auch eine andere Seite. Nach dem Grand Prix in Malaysia flog der Brite im März nach Manila, um für Unicef einen Film zu drehen. Dabei begegnete er zahlreichen Schicksalen und wurde nachdenklich. Im 'Telegraph' schreibt er, wie er den Besuch der philippinischen Hauptstadt empfunden hat.

"In dem Land leben mehr als eine Viertelmillion Kinder auf der Straße, 85.000 allein in Manila. Diese Kinder gehören zu den am stärksten gefährdeten in der Welt. Sie leben von der Hand in den Mund und schlafen buchstäblich auf Bürgersteigen, haben nur ein Stück Pappe als Matratze und vielleicht eine Plastikplane als Regenschutz", berichtet Hamilton schockiert.

"Ironischerweise ist das Obdachlosen-Problem in Manila eine Folge des steigenden Wohlstands in den Städten", erklärt er und fügt hinzu: "In den vergangenen Jahrzehnten sind Zehntausende wegen der Armut auf dem Land geflohen, um ihr Glück in der Hauptstadt zu suchen. Aber die traurige Wahrheit ist, dass sie nur wenige Arbeitsplätze finden, wenn sie hierher kommen."

"Die Menschen sind gezwungen, provisorische Häuser unter Brücken zu bauen, die sich direkt neben dem Hochwasserschutz oder sogar Friedhöfen befinden", bemerkt er. Hamilton begegnet einer Familie und sieht deren Kind. Im ersten Augenblick geht der McLaren-Star davon aus, dass es etwa ein halbes Jahr als sei, doch er täuscht sich.

"Ich habe eine große Familie und viel Zeit mit Kindern verbracht", erklärt Hamilton, der schockiert ist, als ihm gesagt wird, dass das Kind schon zwei Jahre alt sei. "Ich weiß, wie gesunde Zweijährige aussehen sollten. Deshalb war Ricos Erscheinung so belastend. Er war durch das Leben auf der Straße unterernährt, schwach und untergewichtig."

Später trifft der Brite einen Zehnjährigen, der ihn an die eigene Jugend erinnert: "Nicht zum ersten Mal während meines Manila-Aufenthalts erinnere ich mich an meine eigene Kindheit. Als ich zehn Jahre alt war, bin schon drei Jahre Kart gefahren. Ich hatte bereits meinen ersten Titel bei den britischen Kadetten gewonnen und mit Ron Dennis den Mann getroffen, der am Ende mein Chef wurde."

"Ich habe meinen Erfolg nie als garantiert angesehen. Doch die Straßenkinder in Manila haben mich daran erinnert, wie glücklich ich eigentlich sein kann. Ich wuchs in einer liebevollen Familie auf, die es mir ermöglichte, meinen Träumen zu folgen. Ich konnte meine Zeit einer Sache opfern, die ich sehr leidenschaftlich verfolge. Die Kinder hier haben nicht diese Chance", erkennt er.

"Die Kinder waren nicht scheu. Ein Mädchen fragte mich: 'Wie heißt du?' Als ich es ihr sagte, hat sie immer wieder 'Lewis, Lewis, Lewis!' gesagt. Gleichzeitig nahm sie meine Hand und legte sie auf ihre Stirn. Mir wurde gesagt, dass es eine lokale Sitte und ein Zeichen des Respekts wäre. Jedes einzelne Kind würde das machen. Ich gewöhnte mich schnell daran, dass immer wieder nach meiner Hand gegriffen wurde", berichtet der Unicef-Botschafter Hamilton.

Fotoquelle: McLaren

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