Kann Monaco-Spezialist Pastor Maldonado wieder um den Sieg kämpfen?

Formel 1 2012

— 23.05.2012

Williams: Mit Monaco-Spezialisten zum nächsten Coup?

Williams reist mit Rückenwind ins Fürstentum: Sorgen die Monaco-Experten Pastor Maldonado und Bruno Senna für die nächste Überraschung?



Der sensationelle Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona war der vorläufige Höhepunkt des rasanten Williams-Aufstiegs im Jahr 2012. Nachdem das Team nach der schwächsten Formel-1-Saison seiner Geschichte Ende 2011 noch am Boden lag, gehen die Fahrer und Teamverantwortlichen nun erhobenen Hauptes durch das Fahrerlager. Doch das kommende Rennen in Monaco ist für den Traditionsrennstall aus Grove eine Nagelprobe: War der Erfolg von Barcelona nur eine Eintagsfliege oder kann man nun dauerhaft mit den großen Teams mithalten?

Williams-Teilhaber Toto Wolff ist davon überzeugt, dass Letzteres der Fall ist. "Unsere Performance wird schon seit Saisonbeginn besser", sagt der Österreicher und verweist auf die starke Vorstellung Maldonados beim Saisonauftakt. "Pastor lag im ersten Rennen hinter Fernando an solider sechster Stelle. Auf den Daten haben wir gesehen, dass wir dabei sind. Unsere Longruns und unser Renntempo waren gut, aber irgendwie haben wir es nicht in Resultate umgesetzt."

Daher kam der Sieg für den 40-Jährigen auch nicht völlig überraschend. "Ich würde nicht sagen, dass dieses Resultat aus dem Nichts kommt." Allerdings hätte Wolff nicht damit gerechnet, dass die Umstrukturierungen bei Williams so schnell wirken. "Klar, der Sieg kommt in dieser Phase aus dem Nichts, aber die Jungs machen einen ordentlichen Job. Mike und die anderen arbeiten seit einem halben Jahr, teilweise seit neun Monaten bei Williams. Wir haben nicht erwartet, dass es so schnell geht."

Rückenwind fürs Team

Der Erfolg in Spanien verleiht dem Team nun zusätzlichen Rückenwind, wie Wolff erklärt: "Wir sind motiviert und haben das Gefühl des Sieges geschmeckt. Ich könnte mich daran gewöhnen. Es schmeckt gut. In der modernen Sprache würde man sagen: gefällt mir!" Doch der Österreicher weiß, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, und dass Williams nicht bei jedem Rennen um den Sieg mitfahren wird. "Ich glaube nicht, dass wir solche Resultate bei jedem Rennen erwarten dürfen."

"Wir haben Sauber in Malaysia sehr konkurrenzfähig gesehen, aber sie waren auch schon nirgendwo. Wir haben von Rosberg ein tolles Rennen gesehen. In Barcelona waren es wir", sagt Wolff mit Blick auf das Abwechslungsreiche bis unberechenbare Rennjahr 2012. "Die Saison ist sehr spannend. Es gab viele verschiedene Sieger. Ich hoffe, dass es ab jetzt nicht mehr viele verschiedene Sieger gibt." Was die Fans in dieser Saison begeistert, stellt die Teams vor eine große Herausforderung.

Auch für Williams gleicht die richtige Handhabung der Pirelli-Reifen teilweise noch einem Rätsel. "Das ist eine schwierige Situation, die die Ingenieure verstehen müssen." Doch der spanische Triumph sollte bei der Bewältigung dieser Aufgabe helfen. "Für das Team bedeutet der Sieg definitiv einen Motivationsschub, auch für Pastor und Bruno. Wir werden uns bemühen, weiter hart zu arbeiten und uns nicht verrückt machen zu lassen. Wir haben einmal gewonnen. Auch das Qualifying war schon besser als erwartet. Monaco sollte uns gut liegen. Schauen wir mal, wie es weitergeht", blickt Wolff auf das Rennen im Fürstentum.

Schlagen die Monaco-Experten wieder zu?

Nicht nur dem Auto, sondern vor allem auch den Fahrern sollte der Kurs in den Straßen von Monte Carlo liegen. "Pastor hat dort in jeder Kategorie gewonnen, Bruno in der GP2 auch", verweist Wolff auf die Erfolge der Piloten in den Nachwuchsklassen. Vor allem Maldonado ist ein echter Monaco-Spezialist. 2006 gewann er dort erstmals in der Renault-World-Series, im darauffolgenden Jahr stand er in der GP2 auf der Pole-Position und gewann das Rennen. 2009 wiederholte Maldonado den Erfolg. Auch in den Jahren, in denen der Venezolaner in der Gesamtwertung der GP2 keine Rolle spielte, war ein in Monaco meist der Fahrer, den es zu schlagen galt.

2008 dominierten die beiden heutigen Teamkollegen das GP2-Wochenende an der Cote d'Azur. Maldonado stand auf der Pole-Position, im Rennen musste er sich Bruno Senna geschlagen geben, der gewann und die schnellste Rennrunde fuhr. Im vergangenen Jahr erzielte Maldonado in der Formel 1 mit Startplatz acht in Monaco seine bis dahin beste Qualifying-Leistung, im Rennen schied er auf Punktekurs wenige Runden vor dem Ende nach einer Kollision mit Lewis Hamilton aus.

Daher blickt Wolff zurecht optimistisch auf das kommende Rennwochenende. "Wir freuen uns sehr auf Monaco." Allerdings gibt sich Williams keinen Illusionen hin und bleibt realistisch. "Wir sollten unsere Erwartungen jetzt nicht zu sehr nach oben schrauben, denn wenn man das tut, kann passieren, dass auf der Strecke, auf der man vermeintlich am konkurrenzfähigsten sein sollte, plötzlich gar nichts geht. Also schauen wir, wie es dort am Donnerstag und Samstag läuft, aber ich freue mich sehr auf Monaco", sagt Wolff. Und das auch noch aus einem anderen Grund. "Dort ist es sonnig und warm!"

Fotoquelle: Williams

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