Das Williams-Feuer in Barcelona hat jede Menge Equipment völlig zerstört

Formel 1 2012

— 23.05.2012

Williams: Bei anderen Teams Material ausgeborgt

Chefingenieur Mark Gillan bedankt sich für die Solidarität nach dem Williams-Feuer und gibt zu, dass dadurch 90 Prozent der Garagen-Infrastruktur zerstört wurden



Beim Williams-Team zeigte man sich nach dem verheerenden Boxenfeuer in Barcelona bemüht, die Folgen herunterzuspielen, doch offenbar wurde doch mehr Equipment zerstört als zunächst angenommen. Komplett verschont blieb immerhin das Siegerauto von Pastor Maldonado, das sich zu jenem Zeitpunkt noch im Parc ferme befand, während Bruno Sennas Chassis ebenfalls in Flammen stand.

"Wir haben 90 Prozent unserer Garagen-Infrastruktur verloren und so ziemlich alles, was mit der IT zu tun hat. Dazu alle Funkgeräte, alle Intercom-Anlagen, das komplette Rack, das IT-Speichersystem", klagt Chefingenieur Mark Gillan. "Und an Brunos Auto haben wir wegen Korrosion ebenfalls so ziemlich jede Komponente aus Metall verloren. Das eigentliche Chassis ist in Ordnung, aber die metallischen Teile sind kaputt und mussten ausgewechselt werden."

Ursache noch nicht bekannt

Noch immer nicht hundertprozentig geklärt ist, wie das Feuer ausgelöst wurde. Als wahrscheinlich gilt, dass ein Funkenschlag, entstanden zum Beispiel durch die Spannung der KERS-Batterie, die brennbaren Gase im Tankschlauch entzündet haben könnte. "Die genaue Ursache haben wir aber noch nicht herausgefunden", gibt Gillan zu. "Wir arbeiten mit der FIA zusammen, um Präventivmaßnahmen zu entwickeln, damit so etwas nicht wieder passieren kann."

Bereits am Freitag kam es zu einem Treffen der Technischen Arbeitsgruppe, bei dem der Vorfall besprochen wurde. "Wir haben unsere Prozeduren verändert und die anderen Teams darüber informiert. Das ist eine lange Liste, die wir ihnen und der FIA ausgehändigt haben", sagt Gillan und gibt Robert Fernley von Force India recht, der den Rettungseinsatz der Streckenposten kritisiert hatte: "Infolge dieses Zwischenfalls werden sich einige Dinge ohne jeden Zweifel ändern."

Für das bevorstehende Rennwochenende in Monte Carlo ist das Williams-Team trotz des Feuers nahezu normal ausgestattet: "Wenn man in die Garage geht, merkt man nicht, dass wir ein Feuer hatten - eine unglaubliche Leistung von allen Beteiligten. Wir sind voll betriebsbereit", zeigt sich Gillan zufrieden. "Es gibt ein paar Dinge, die wir nicht haben, etwa eine Fülle von Headsets, aber das kann uns operativ nicht aufhalten."

Dank an die anderen Teams

"Wir haben auch von anderen Teams Material ausgeborgt", lobt er die Solidarität der elf Williams-Konkurrenten. "Sie haben nicht nur beim Löschen geholfen, sondern auch anderwärtig Unterstützung angeboten. Bei einigen Teams haben wir das Angebot angenommen und uns Material ausgeborgt - überwiegend IT-Material wie zum Beispiel Festplatten-Speicher. 90 Prozent konnten wir selbst auftreiben, zehn Prozent mussten wir uns ausborgen."

Auch das Personal - einige Mitarbeiter hatten sich Rauchgasvergiftungen zugezogen - ist wieder fit. Nur ein Williams-Mechaniker hat schwerwiegendere Verbrennungen erlitten. Gillan: "Einer unserer Mitarbeiter befindet sich immer noch im Krankenhaus. Er ist auf dem Weg der Besserung. Wir haben ihn nach ein paar Tagen von Spanien nach England fliegen lassen. Innerhalb der nächsten zehn Tage wird man ihn wohl entlassen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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