Noch ist nicht klar, ob "Schumi" auch 2013 für Mercedes ins Formel-1-Lenkrad greift

Formel 1 2012

— 28.05.2012

Schumacher am Scheideweg: Wie geht es weiter?

Überwiegt nach der Bestzeit in Monaco der positive Schwung oder der Frust am Pech? Die sportliche Zukunft von Michael Schumacher ist ungewiss



Die Geschwindigkeit scheint vorhanden zu sein, doch aus irgendwelchen Gründen soll es wohl nicht sein: Michael Schumacher fährt 2012 die vielleicht stärkste Saison seit seinem Comeback 2010, aber die Ergebnisse bleiben aus. Und wenn es einmal läuft, schlägt das Pendel meist sofort wieder in das komplette Gegenteil aus. So auch in Monte Carlo, wo Schumacher am Samstag eine Sternstunde hatte.

Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister sicherte sich im Qualifying etwas überraschend die Bestzeit, was unter normalen Umständen auch die Pole-Position für den Monaco-Grand-Prix bedeutet hätte. Eine Strafversetzung, die sich Schumacher in Barcelona eingehandelt hatte, verhinderte aber, dass der Mercedes-Pilot von vorn losfahren konnte. Ein Sinnbild für eine Saison, in der vieles schiefgeht.

Dabei hat Schumacher in den vergangenen Rennen mehrfach unter Beweis gestellt, dass er "es" noch drauf hat und durchaus dazu in der Lage ist, um vordere Positionen zu kämpfen. Aufgrund von einigen Zwischenfällen und vielleicht auch dank einer gewissen Portion Pech konnte Schumacher sein 2012 vorhandenes Potenzial jedoch kaum umsetzen. Wirkt sich all dies auch auf seine Zukunftspläne aus?

Schumachers Vertrag beim Mercedes-Werksteam läuft schließlich in diesem Jahr aus - und von seinem Ziel, den WM-Titel ein achtes Mal zu erobern, ist der 43-Jährige nach wie vor recht weit entfernt. Ob er angesichts seiner durchwachsenen Saison auch 2013 nochmals antritt, um einen weiteren Versuch zu starten, ist offen. Früher oder später wird dieses Thema aber sehr aktuell.

Noch ist die weitere Karriereplanung für Schumacher aber wohl nichts, womit er sich vorrangig beschäftigen möchte. "Ich konzentriere mich voll und ganz auf das, was wir jetzt tun. Es geht darum, das Beste für das Team zu machen. Ob ich daran teilhabe oder nicht, das ist ein ganz anderes Thema, zu dem wir uns dann zusammensetzen werden", sagt der Formel-1-Routinier in Monaco.

Zu gegebener Zeit - aller Voraussicht nach im Sommer - wird man sich bei Silber wohl erste Gedanken über eine mögliche Fortführung des gemeinsamen Rennprojekts machen. Doch eigentlich steht die Personalie Schumacher teamintern gar nicht zur Debatte. Schon gar nicht nach der jüngsten Leistung im Qualifying von Monte Carlo, wie Mercedes-Teamchef Ross Brawn nachdrücklich betont.

War Monaco nur ein Zwischenhoch?

"Da hat er uns daran erinnert, was er zu leisten im Stande ist", meint der langjährige Weggefährte von Schumacher und merkt an: "Er kann weitermachen, solange er so fährt wie am Samstag. Ich denke, das würde sich jeder wünschen", hält Brawn im britischen 'Sky' und bei der 'BBC' fest. "Wir haben aber schon immer gesagt: Michael wird dann schon wissen, wann es Zeit ist, zurückzutreten."

Diesen Standpunkt vertritt auch 'Sky'-Experte Adrian Sutil, der bis 2011 noch ein Konkurrent von Schumacher in der Formel 1 war. Die "Frage aller Fragen", ob er aufhören soll oder nicht, könne sein deutscher Landsmann "nur selbst beantworten", meint Sutil und merkt an: "Ich denke, er wird weitermachen, wenn es so weiterläuft." Wenn nicht, könnte dies aber in den Rücktritt münden.

Von einer Entscheidung mit solcher Tragweite sei man derzeit allerdings noch weit entfernt, sagt Sutil mit Blick auf den Rennkalender der Formel 1. "Ich glaube, er wird sich jetzt noch Zeit lassen. Es ist noch früh in der Saison. Es kommen noch viele Rennen", erklärt der Ex-Force-India-Pilot. Fest steht aber schon jetzt: In den bisherigen Grands Prix hätte Schumacher besser abschneiden können.

Immer wieder Rückschläge für Schumacher

Und so etwas nagt doch sicher an einem Rennfahrer - vor allem, wenn man wie Schumacher den Erfolg gewohnt war. "Er hat extrem viel Pech, muss man wirklich sagen", meint Sutil. "Ein paar Mal war er selbst schuld, aber wenn etwas schief ging bei Mercedes, war es immer bei ihm. Ich glaube, er weiß gar nicht, warum immer nur ihn trifft. Ich kenne aber solche Jahre, da geht einfach alles schief."

"Er hat das jetzt allerdings schon zwei Jahre oder sogar länger, dass es immer ihn trifft. Nico fährt durch, keine Probleme - aber mein Gott, was soll er machen?", fragt Sutil und gibt die Antwort gleich selbst: "Man muss weiter an sich glauben, man muss weiter arbeiten - und immer auf das nächste Rennen hoffen." Zuversicht ist auch, was Brawn seinem Fahrer in dieser Situation nahe legt.

Und das nicht zuletzt auf Basis der Qualifikationsleistung von Monaco, wie der Mercedes-Teamchef hinzufügt. Warum sollte Schumacher, so Brawn, nach einem solchen Ergebnis über ein Ende seiner Karriere nachdenken? Dieses Resultat sei schließlich "toll für das Team und toll für die Formel 1", sagt Brawn. "Hoffen wir einfach, dass er noch so lange wie möglich tut, was er am Samstag getan hat."

Fotoquelle: xpbimages.com

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