Der Mercedes F1 W03 wurde in Brackley generalüberholt

Formel 1 2012

— 30.05.2012

Anderson: Warum Mercedes plötzlich so stark ist

Technikexperte Gary Anderson analysiert die Weiterentwicklung des F1 W03 und weiß, warum Nico Rosberg in Monaco "im schnellsten Auto" saß



Mercedes ist in der Formel 1 eindeutig auf dem Vormarsch. Auch wenn Michael Schumacher das Pech diese Saison bisher nicht loswird, so beweisen dies die Ergebnisse seines Teamkollegen Nico Rosberg. Der Wiesbadener hat seit seinem Premierensieg in Schanghai den Rückstand auf Fernando Alonso innerhalb von vier Rennen von 35 auf 17 Punkte heruntergeschraubt und startete als einziger Fahrer seitdem öfter als einmal aus der ersten Reihe.

In Monaco durfte der WM-Fünfte nach Schanghai zum zweiten Mal an einen möglichen Grand-Prix-Sieg denken - nur Red-Bull-Pilot Mark Webber lag am Ende vor ihm. Doch Rosberg zeigte sich nach dem Rennen positiv gestimmt und meinte im Interview: "Ich hatte heute das schnellste Auto."

Wie der F1 W03 weiterentwickelt wurde

Experte und Ex-Jordan-Technikchef Gary Anderson weiß, wie es Mercedes gelang, das Auto nach dem miserablen Saisonstart in kurzer Zeit auch in den Rennen konkurrenzfähig zu machen. "Dass Mercedes im Qualifying mit Schumacher und Rosberg auf den Plätzen eins und drei lag, ist das Resultat von viel Arbeit", sagt der Ire gegenüber der 'BBC'.

Zwischen den Rennen in Bahrain und Spanien beschleunigte die Truppe in Brackley die Entwicklung des F1 W03 und brachte nach dem Test in Mugello jede Menge neue Teile. "Es handelt sich hier nicht um Kleinigkeiten", stellt Anderson klar, "sondern um eine großflächige Überarbeitung des Autos."

Darin enthalten: eine neue Nase, Seitenkästen, die vorne tiefer unterschnitten sind und ein neues Getriebe. Vor allem das Getriebe wird als Schlüssel zur ansteigenden Formkurve des Rennstalls angesehen, denn es kuriert die chronischen Leiden des Boliden, der dafür bekannt war, Reifen zu fressen.

Leichtes Getriebe kuriert Reifenverschleiß

"Das leichtere Getriebe hilft Mercedes in zweierlei Hinsicht, wenn es darum geht, das größte Mercedes-Problem des Jahres - den Verschleiß an der Hinterachse - zu verringern", analysiert Anderson. "Sie erhielten dadurch die Möglichkeit, die Geometrie der Hinterradaufhängung etwas zu verändern - zudem wird die Trägheit des Hecks etwas reduziert."

Anderson fällt auf, dass das Team in Mugello und Spanien unterschiedliche Elemente des großen Updates auf die zwei Boliden verteilt hatte, während in Monaco erstmals "alle Updates bei beiden Autos" zum Einsatz kamen.

Die Änderungen waren so groß, dass Mercedes die Crashtests aufs Neue durchführen musste. "Das unterstreicht, wie entschlossen Mercedes ist, Erfolg zu haben", erkennt der Technikexperte. "Es zeigt aber auch, welch haarsträubendes Entwicklungstempo in der Formel 1 bei den Topteams an der Tagesordnung ist."

Fotoquelle: Mercedes

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