Trotz fehlender Stimme immer zu Scherzen aufgelegt: Daniel Ricciardo

Formel 1 2012

— 05.06.2012

Ricciardos Monaco-Alptraum: Ohne Stimme am Boxenfunk

Vor dem Monaco-Wochenende sprach Daniel Ricciardo vom Podestplatz, im Rennen blieb ihm dann auf der ungünstigsten Strecke die Stimme weg



Vor dem Monaco-Wochenende hatte Daniel Ricciardo selbstbewusst angekündigt, er visiere nach den Sternstunden von Sergio Perez und Pastor Maldonado einen Podestplatz an. Doch im Fürstentum war der sympathische Australier dann plötzlich mundtot, was aber nur bedingt mit seinem enttäuschenden Abschneiden - er schied außerhalb der Punkteränge mit einem Lenkungsdefekt aus - zu tun.

"Ich war an diesem Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos", sagt der Toro-Rosso-Pilot. "Ich habe Anfang des Wochenendes meine Stimme verloren, was ein bisschen unangenehm war. Ich habe im Verdacht, dass ich die Klimaanlage im Flugzeug nicht gut vertragen habe. Dadurch fühlte ich mich etwas frustriert und mehr als nutzlos, denn das ist nicht die Art von Kurs, wo man sich Kommunikationsprobleme wünscht."

Wie Ricciardo ohne Stimme kommunizierte

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Und so entwickelten Ricciardo und sein Renningenieur eine ganz eigene Art der Kommunikation: "Wir entwickelten eine Reihe von Signale, mit denen ich während des Rennens mit meinem Ingenieur kommunizierte. Grundsätzlich übernahm er den Großteil des Sprechens, und ich antwortete, indem ich einige Knöpfe auf dem Lenkrad bediente, was er durch die Telemetriedaten sah. Es war ganz in Ordnung, aber nicht wirklich optimal."

Dazu kam noch der Frust, dass sich das Rennen nicht nach Plan entwickelte. "Ich war mit so großen Hoffnungen nach Monaco gekommen, dort etwas Außergewöhnliches zu schaffen, aber das Rennen war am Ende frustrierend", gibt er zu. "Wir setzten alles auf Regen, und da es nicht passierte, traf uns das. Es war eines dieser Rennen, das zum Münzwurf wird, wenn man keinen Wetterbericht mit Kristallkugel hat."

Das Team entschied sich während des Rennens, die Hoffnung auf Regen nicht aufzugeben, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. "Das Radar sagte uns, dass der Regen kommt", erklärt Ricciardo. "Daher entschied das Team, mich mit den Supersoft-Reifen draußen zu lassen - und zwar über den Zeitpunkt hinaus, wo ich eigentlich hereingekommen wäre. Der Plan war, es auszusitzen bis der Regen kommt, dann auf Intermediates zu wechseln, und somit die Leute hinter sich zu lassen, die dann ein zweites Mal stoppen müssen. Der Regen kam aber nie, und so musste ich am Ende auf den Soft-Reifen wechseln und verlor sehr viel Zeit."

Ricciardo zeigt sich geläutert

Dennoch hatte Ricciardo in den Häuserschluchten auch Lichtblicke: "Ich finde, dass ich ganz gut gefahren bin. Ich tat alles, was möglich war, daher bin ich nicht so enttäuscht. Obwohl ich die zweite Hälfte des Rennens hinter Button und Kovalainen steckte und wusste, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ich punkte, habe ich es genossen. Es gibt einem enormen Rückenwind, ein Formel-1-Auto in Monaco zu fahren. Jeder pushte wie wild versuchte, den anderen in einen Fehler zu hetzen - und das macht wirklich Spaß. Ich hätte mir ein besseres Wochenende gewünscht, aber dennoch bin ich immer noch in diese Strecke verliebt."

Und auch die Enttäuschung brachte eine weitere Erkenntnis, nachdem er sich vor dem Wochenende so viel erwartet hatte: "Natürlich war es enttäuschend, da ich die letzten zwei male in der Renault-World-Series dort gewonnen hatte. Wir wissen natürlich, dass wir nicht das schnellste Auto haben, aber wie ich vor dem Wochenende gesagt habe, ist Monaco eine Strecke, wo der Fahrer den Unterschied machen kann. Die Realität ist aber, dass die Konkurrenz in der Formel 1 sehr hart ist. Ich habe mich auf dem Kurs zwar stark gefühlt, aber es gibt einige andere Jungs in der Startaufstellung, die sich auch stark fühlen - ein viele von ihnen kennen ein paar Monaco-Tricks mehr als ich. Wieder was gelernt für die Zukunft."

Fotoquelle: Toro Rosso

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