Witali Petrow weiß, dass er in einer entscheidenden Karrierephase ist

Formel 1 2012

— 05.06.2012

Petrow geläutert: "Ich würde die Faulheit verbannen"

Vor einigen Monate hatte Ex-Teamchef Eric Boullier Witali Petrow noch für seinen fehlenden Biss kritisiert, doch nach dem Wechsel zu Caterham gibt er sich geläutert



Witali Petrow musste diese Saison zurück zum Start. Nach der zweiten Saison bei Renault wurde er von Teamchef Eric Boullier unsanft aus dem Team bugsiert und rettete sich zum deutlich schwächeren Caterham-Rennstall, um nicht komplett aus der Formel 1 zu scheiden. Zudem musste der erste Russe in der Königsklasse unangenehme Kommentare seines Ex-Teamchefs über sich ergehen lassen.

"Er war vom Kopf her an einem Limit angelangt", schoss der Franzose Mitte Februar gegenüber 'auto motor und sport' gegen seinen Ex-Piloten. "Vom Speed wäre vielleicht noch etwas dringelegen, aber nicht von der Einstellung. Wir hatten bei ihm das Gefühl, dass er denkt: Wenn ich mein Sponsorgeld beim Team abliefere, bin ich die nächsten fünf Jahre dabei. Doch so funktioniert die Formel 1 nicht. Da musst du dir alles erarbeiten."

Zudem meinte er, Petrow würde einen "Elektroschock" benötigen: "Entweder er setzt mal ein Jahr aus, oder er probiert es bei einem anderen Team. Das wird ihm helfen." Tatsächlich gibt sich der 27-Jährige nach dem Wechsel in die Niederungen des Feldes geläutert und will sich nicht mehr auf dem bereits Erreichten ausruhen.

Petrows Kampf gegen die Faulheit

Auf die Frage der Kollegen von 'Formula1.com' nach der wertvollsten Lektion in seinem Leben, antwortet Petrow: "Ein Freund hat mir mehrmals gesagt, dass man sich beim In-den-Spiegel-Schauen nicht denken sollte, wie gut man ist, sondern sich fragen sollte, wie man besser werden kann. Das ist sehr wichtig - man muss dafür sorgen, dass man nicht stehenbleibt."

Wenn er seinem jüngeren Ich einen Rat hätte geben können, dann wäre das: "Sei nicht faul. Ich würde auch meine Familie bitten, mich noch mehr anzutreiben, in der Schule hart zu arbeiten, und so viel wie möglich zu lernen." Doch damit nicht genug. Noch ein weiteres Mal bringt er das Thema ins Spiel. Als er gefragt wird, was er für immer aus seinem Leben verbannen würde, antwortet er: "Faulheit".

Dennoch legt er nach wie vor viel Wert, ein angenehmes Privatleben zu haben - für Petrow ist dies aber eine Grundbedingung, um in der Formel 1 erfolgreich zu sein. "Auf der Strecke bin ich am glücklichsten, vor allem nach einem guten Qualifying oder einem guten Rennen", stellt er klar. "Ich denke aber auch, dass es wichtig ist, abseits der Strecke glücklich zu sein. Abseits der Strecke muss alles gut funktionieren, denn wenn mit den Freunden oder der Familie etwas schlecht läuft, dann lenkt dich das vom Rennsport ab - und das ist nicht gut."

Petrow gibt sich bescheiden

Obwohl er die Formel 1 auch in Russland zum Thema gemacht hat, sieht er sich noch lange nicht als Held: "Für die meisten Leute ist der Weltmeister ein Held, oder der, der alles gewinnt oder die beste Arbeit leistet. Ich habe noch keine Weltmeisterschaft gewonnen. Ich habe ein paar Dinge gut gemacht, aber ich habe noch nichts wirklich Spezielles erreicht."

Als Youngster hätte er allerdings nicht gedacht, dass er es bis in die Königsklasse des Motorsports schaffen würde: "In meiner Lernphase wollte ich mich einfach jeden Tag verbessern, aber als mir jemand die Formel 1 zeigte, wusste ich, was ich tun will. Ich bin natürlich froh, dass ich dort bin, wo ich hinwollte, aber da kommt noch viel mehr."

Trotz dieser Ankündigung ist für ihn Erfolg im Motorsport nicht das Wichtigste - viel wichtiger sei es ihm, dass seine Eltern und seine Freunde "glücklich und gesund sind". Und auf die Frage, was seine größte Schwäche ist, verweist er übrigens nicht auf die Faulheit: "Manchmal bin ich etwas zu gestresst. Vielleicht bin ich etwas zu oft am Limit."

Fotoquelle: xpbimages.com

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