Fährt Michael Schumacher noch ein viertes Jahr für Teamchef Ross Brawn?

Formel 1 2012

— 06.06.2012

Mercedes will weitermachen, doch was ist mit "Schumi"?

Teamchef Ross Brawn stellt klar, dass Mercedes auch 2014 auf Michael Schumacher setzen würde, doch dieser war nach Spanien "ziemlich unzufrieden"



Ursprünglich hieß es, dass sich die Mercedes-Zukunft von Michael Schumacher nach dem fünften oder sechsten Saisonrennen entscheiden wird - nun steht bereits Lauf Nummer sieben auf dem Programm, doch auf eine Bestätigung, ob Schumacher seinen mit Saisonende auslaufenden Vertrag verlängern wird, steht weiterhin aus. Fakt ist, dass der Rekordweltmeister nach wie vor bei zwei WM-Punkten hält und damit aus dem Titelrennen so gut wie ausgeschieden ist, während sich sein Teamkollege Nico Rosberg nach wie vor gute Chancen ausrechnen darf .

Damit wäre der Plan des 43-Jährigen, seinen Rennstall innerhalb von drei Jahren zum Titel zu führen, gescheitert. Fakt ist aber auch, dass Schumacher diese Saison vom Pech verfolgt wird - zwei Mal schied er in aussichtsreicher Position aus, die beste Zeit im Qualifying von Monaco konnte er wegen einer Strafversetzung in der Startaufstellung nur bedingt nutzen, das Rennen beendete er abermals wegen eines Defekts vorzeitig.

Doch wieso kommt keine Bewegung in die Vertragsverhandlungen? Teamchef Ross Brawn erklärt gegenüber 'Sport Bild', dass es an der bisherigen Saisonbilanz liegt. "Man muss den Saisonstart sehr vorsichtig analysieren", sagt der Brite. "Wir haben unsere Ziele mit Michael nicht erreicht. Das lag aber nicht daran, dass das Auto oder Michael zu langsam waren. Es kamen einfach ein paar unglückliche Umstände zusammen."

Mercedes will mit Schumacher weitermachen

Offenbar liegt es aber an Schumacher selbst, dass man sich noch nicht auf eine gemeinsame Zukunft geeinigt hat. "Nach seinem Unfall in Barcelona war Michael ziemlich unzufrieden, nach der Trainings-Bestzeit in Monaco sehr erfreut", deutet Brawn an, dass das ständige Auf und Ab den Entscheidungsfindungsprozess für seinen Starpiloten nicht leichter macht. Dennoch bleibt er zuversichtlich, dass Schumacher an Bord bleibt: "Ich denke grundsätzlich, dass seine positiven Gefühle in dieser Saison die negativen überwiegen."

Für Mercedes steht seit Monaco außer Zweifel, dass der älteste aktive Formel-1-Pilot nach wie vor vorne mitfahren kann: "Mit der Pole-Position hat Michael gezeigt, wozu er noch fähig ist. Es gibt also keinen Grund für uns, nicht mit ihm weitermachen zu wollen."

Nun möchte man aber den weiteren Saisonverlauf abwarten, und "wenn wir unsere Ziele mit ihm zusammen erreichen, wird ihm genau wie uns an einer Fortsetzung dieser Story gelegen sein", erklärt Brawn die weitere Vorgehensweise. Die Pole-Position war seiner Ansicht nach zumindest ein Schritt in diese Richtung. Auf eine Deadline will er sich nun nicht mehr festlegen: "Wenn wir alle das Gefühl haben, es ist richtig weiterzumachen, wird es passieren."

Mercedes hat keinen Plan B

Doch was passiert, wenn sich Schumacher entschließt, seine Karriere mit Saisonende endgültig zu beenden? "Wir haben keinen richtigen Plan B", gibt Brawn zu, der erst mit anderen Fahrern sprechen möchte, wenn er weiß, dass sein aktueller Fahrer eine Entscheidung getroffen hat.

Bisher ist Mercedes also nicht aktiv auf andere Piloten zugegangen, was aber nicht bedeutet, dass es keine Interessenten gibt. "Der eine oder andere hat uns schon nach unserer Situation 2013 gefragt", meint Brawn. Dabei sei es aber auch geblieben.

Muss Schumacher Rosberg unterstützen?

In Anbetracht der unklaren Zukunft birgt auch die mögliche Perspektive Zündstoff, dass Schumacher für seinen in der WM deutlich besser platzierten Teamkollegen fahren muss. Brawn glaubt aber nicht, dass ein derartiger Vorfall Schumachers Entscheidungsfindung für die Zukunft zu ungunsten seines Teams beeinflussen könnte.

"Grundsätzlich bekommen beide die gleichen technischen Voraussetzungen", stellt der Brite klar, dass es nicht in Frage kommt, dass Rosberg bevorzugt behandelt wird. Einen eventuellen strategischen Platztausch würde er zwar nicht ausschließen, eine Meinungsverschiedenheit allerdings schon: "Natürlich könnten wir in eine Situation geraten, in der es wichtiger für einen Fahrer ist, Punkte zu holen, als für den anderen. Das würden beide dann aber auch so sehen und entsprechend handeln."

Fotoquelle: xpbimages.com

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