Alonso und die Pirelli-Reifen: "Müssen weiter am Umgang mit ihnen arbeiten"

Formel 1 2012

— 11.06.2012

Ferrari: Erstmals mehr als Schadensbegrenzung

Alonso verteidigt die Entscheidung, mit der Ein-Stopp-Strategie auf die Risiko-Karte gesetzt zu haben - Domenicali stärkt Massa trotz Fahrfehler den Rücken



Lange sah es danach aus, als sei Ferrari endgültig zurück in der Spitzengruppe und könnte diese Position auch beim Großen Preis von Kanada am Sonntag festigen. Rang fünf für Fernando Alonso, der sich mit der Strategie gewaltig verzockte, und Platz zehn für Felipe Massa, den ein Fahrfehler die Aussicht auf eine bessere Platzierung kostete, sprachen eine andere Sprache. Immerhin: Der Spanier liegt in der WM-Gesamtwertung weiter auf Rang zwei und nur zwei Punkte hinter dem neuen Spitzenreiter Lewis Hamilton.

Trotzdem ist Alonso alles andere als zufrieden: "Wir haben versucht, das Rennen zu gewinnen, aber der Poker mit der Ein-Stopp-Strategie ging nicht auf", hadert der Mann aus Oviedo und spricht von sehr langen letzten Runden auf dem Circuit Gilles Villeneuve. "Hätten wir einen Boxenstopp gemacht, hätten wir nichts probiert. Das Problem war der Reifenabbau, nicht die Strategie - die hatte uns beim ersten Wechsel noch vor Vettel gebracht", erinnert Alonso.

Alonso erkennt mehr Selbstvertrauen

Der Doppelweltmeister wünscht sich, dass in Maranello weiter am Umgang mit den Pneus gearbeitet wird: "Es ist keine Weltmeisterschaft der Reifen, aber im Kampf um den Sieg zählt jedes Detail. Zum ersten Mal in diesem Jahr haben wir nicht nur versucht, Schadensbegrenzung zu betreiben", weiß Alonso und wertet das als positives Signal für die Rennen in Valencia und Silverstone. "Wir kehren mit mehr Selbstvertrauen zurück."

Massa ärgert sich über seinen Dreher in der Anfangsphase, der ihn den Anschluss an die Spitzenfahrer kostete und ihn ins Mittelfeld zurückwarf. "Ich bin enttäuscht und wütend auf mich selbst. Ich hatte einen großartigen Start und fand gut ins Rennen. Ich überholte Rosberg und holte sehr schnell zu Webber auf", meint der Brasilianer, der fortan versuchte, möglichst lange auf den Reifen zu fahren und so auf eine Ein-Stopp-Strategie zu wechseln.

Massa rätselt, Domenicali macht Mut

Der Schachzug misslang, weil ihm nach der ersten Kurve der Ferrari abhanden kam. "Dann drehte ich mich ganz plötzlich. Ich habe nicht versucht, spät zu bremsen, habe nichts anders gemacht, aber auf einmal ging das Heck unerwartet weg", rätselt Massa über die Ursache des Drehers. Es gab strategisch nicht mehr viel zu reparieren: "Wäre ich früher an die Box gekommen, hätte mich das vielleicht vor Kobayashi gespült, am Ende aber nicht viel verändert", so Massa.

"Ich bin enttäuscht, weil wir auf Augenhöhe der Konkurrenz waren. Rang zehn spiegelt nicht unser Potenzial wieder", erklärt Massa. Diese Ansicht teilt auch Stefano Domenicali, betont aber auch die Fortschritte der Scuderia und die gestiegenen Erwartungen: "Am Samstag kämpften wir noch um die Pole-Position, am Sonntag bis kurz vor Schluss um den Sieg. In Bahrain waren wir noch eine Minute hinter dem Sieger zurück", erinnert der Teamchef, der nur zwei Fehler erkennt.

"Erstens, dass wir nicht unmittelbar nach Vettel zum zweiten Stopp gekommen sind und zweitens der Dreher von Felipe. Nichtsdestotrotz hatte er ein gutes Wochenende, das zweite nach Monaco. Er konnte das Tempo der Spitze mitgehen", stärkt Domenicali dem auf dem Schleudersitz festgeschnallten Massa den Rücken. "Es war wichtig, auf dieser Strecke zu punkten, weil es keine ist, die uns schmeckt", so das Fazit des Italieners, der Alonso weiter für einen Titelkandidaten hält.

Fotoquelle: xpbimages.com

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