Pirelli möchte eine neue harte Reifenmischung nach Silverstone bringen

Formel 1 2012

— 12.06.2012

Pirelli: Neue harte Reifenmischung nur im Training?

Pirelli will in Silverstone eine neue Mischung mit einem breiteren Arbeitsfenster testen, fürchtet aber, dass ein Renneinsatz die WM entscheiden könnte



Die Pirelli-Reifen sorgen dieses Jahr bei den Teams für rauchende Köpfe bei den Teams. Kaum ein Rennstall schafft es bei jedem Rennen, den Reifen in das richtige Temperaturfenster zu bringen. Da durch das Verbot der flexiblen Frontflügel und des abgasangeblasenen Diffusors das Feld näher zusammengerückt ist, entscheidet der Umgang mit den Gummis dieses Jahr über Sieg und Niederlage.

Nun möchte Pirelli einen Schritt auf die Teams zugehen, die seit Saisonbeginn darüber klagen, dass sie große Mühe haben, ein Verständnis für die Reifen zu gewinnen. In Silverstone wird der italienische Reifenhersteller den Teams im Freien Training eine neue harte Reifenmischung zur Verfügung stellen, bei der das Temperaturfenster breiter sein soll.

Pirelli will WM nicht entscheiden

Dass dieser Reifen aber noch im Laufe der Saison bei den Qualifyings und Rennen zum Einsatz kommen wird, erscheint derzeit als unwahrscheinlich. Pirellis Motorsportchef Paul Hembery argumentiert, dass man befürchtet, durch diesen Eingriff den Titelkampf zu entscheiden. "Da die Weltmeisterschaft in diesem Jahr so eng ist, wollen wir es nicht riskieren, ein spezielles Team zu bevorteilen", sagt er gegenüber 'Autosport'.

Er beschreibt, wie ein Horrorszenario für seinen Konzern aussehen würde: "Man stelle sich vor, dass sich in den Rennen zehn, elf und zwölf plötzlich ein Team absetzt - dann würden die gesamte Kritik uns gelten."

Wie sich ein neuer Reifen auswirken könnte

Tatsächlich wäre es ein Nachteil für Teams, die kurz davor stehen, das Reifenpuzzle zusammenzufügen, wenn es auf einmal eine Reifenmischung gibt, die es den anderen Teams leichter machen würde. Sie hätten dann womöglich viel Geld in die Erforschung des Reifen-Managements gesteckt, ohne daraus einen Vorteil ziehen zu können.

"Wir werden die Reifenmischung testen, denn wir wollen die Auswirkungen verstehen", erklärt Hembery die Beweggründe Pirellis, eine neue Reifenmischung zu testen. "Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass wir den Reifen zu den Rennen bringen werden. Wir müssen sehr vorsichtig sein, denn wenn es darum geht, wo die Teams derzeit punkto Reifen stehen, dann gibt es große Unterschiede."

Er fürchtet, dass einige Teams "ziemlich beleidigt wären, wenn es plötzlich ein bisschen einfacher wäre - die Leute, die hart gearbeitet haben, hätten das Gefühl, dass sie kurz vor dem Durchbruch stünden und dann ein anderes Team es schafft. Mit Dingen wie diesen muss man vorsichtig sein, denn dann man ändert etwas während der Weltmeisterschaft."

Fotoquelle: xpbimages.com

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