Sebastian Vettel ist vom Rennen in New York schon jetzt begeistert

Formel 1 2012

— 12.06.2012

Vettel: "Das hier wird ein großartiges Rennen!"

Nach den ersten Runden auf dem zukünftigen Grand-Prix-Kurs hat das Rennen in New York für Sebastian Vettel schon jetzt das Potenzial zum Klassiker der Formel 1



Wenn die Formel 1 im kommenden Jahr zum ersten Grand Prix in Weehawken vor den Toren New Yorks gastiert, hat Sebastian Vettel zumindest in der Theorie einen entscheidend Vorteil, denn keiner der Formel-1-Piloten kennt den Straßenkurs in New Jersey länger als er. Bereits gestern fuhr er dort seine ersten Runden, wenn auch in einem Straßenauto und auf den öffentlichen Straßen, die noch nicht zum Rennkurs umgebaut sind. Dennoch bekam der 24-Jährige einen ersten Eindruck von der Strecke am Ufer des Hudson.

Und was der Red-Bull-Pilot sah, hat ihn vollends überzeugt. "Dieser Ort ist außergewöhnlich. Man muss sich nur umschauen, so etwas gibt es nirgendwo anderes auf der Welt. Monaco ist für uns ein ganz besonderes Rennen mit einer großen Geschichte", vergleicht Vettel beide Stadtkurse. Und ähnlich wie Monaco hat auch New York für ihn das Zeug zum Klassiker. "Das hier wird ein großartiges Rennen und wird sehr bald zu den Rennen gehören, die jeder Fahrer gewinnen will."

Obwohl sich die Strecke in der Stadt befindet, erinnerte sie den Deutschen stellenweise an einen klassischen Naturkurs. "Als ich den Hügel und die Linkskurve bergab sah, hat es mich ein wenig an Spa erinnert. Es gibt hier weniger Bäume, dafür aber mehr Häuser." Nachdem die vergangenen beiden Rennen auf den Straßenkursen in Monaco und Montreal stattfanden, drängt sich jedoch der Vergleich mit diesen Strecken auf.

Montreal mit Hügeln

"Die Strecke ähnelt in vielerlei Beziehung eher der in Kanada. Es ist genau wie Kanada ein Straßenkurs. Montreal ist wegen der vielen Geraden sehr schnell, und hier scheint es ähnlich zu sein. In Monaco ist es sehr eng, daher ist diese Strecke eher wie Montreal." Doch in einem wichtigen Punkt unterscheiden sich die Kurse in Kanada und den USA. "Der große Unterschied besteht darin, dass es hier bergauf und bergab geht, während Montreal sehr flach ist." Die Strecke in Weehawken wird einen Höhenunterschied von fast 60 Metern aufweisen.

Daher ist sich Vettel sicher: "Es sollte eine richtig gute Strecke sein. Wenn erst einmal alles fertig ist, wird es sicherlich ganz anders aussehen als heute, aber die Höhenunterschiede, das auf und ab, macht richtig Spaß." Hinzu kommt, dass es sich um keine permanente Rennstrecke handelt. "Ein Stadtkurs ist immer etwas Besonderes, sehr technisch, mit vielen Bodenwellen. Auch wenn die Strecke neu asphaltiert wird, sind die Bodenwellen immer noch vorhanden. Die sind Teil der Strecke und geben ihr eine Seele. Die sind auch für uns zur Orientierung ganz gut", meint Vettel.

Allerdings sind Stadtkurse auch oft dafür bekannt, dass das Überholen schwierig ist. Das ist für Vettel prinzipiell kein Nachteil. "Da unterscheidet sich die Formel 1 erheblich von der NASCAR oder den Indycars. Wir fahren nicht auf Ovalen, wo das Überholen einfacher ist. In der Formel 1 war es nie einfach, jemanden zu überholen und es sollte auch immer eine Herausforderung bleiben", erklärt der 24-Jährige seinen amerikanischen Zuhörern.

Überholen sollte möglich sein

"Aber das Überholen ist auf jeder Strecke möglich. In Monaco ist es schwierig, aber nicht unmöglich." In Weehawken sollte es jedoch aufgrund der Streckencharakteristik weniger problematisch sein. "Wir werden große Höchstgeschwindigkeiten sehen und enge Kurven, vor denen hart gebremst wird." Dazu werden auch weitere Änderungen an der Strecke beitragen, wie New-York-Organisator Leo Hindery erklärt: "Einige Streckenteile werden noch verbreitert, die Strecke wird genau so breit wie jeder andere Formel-1-Kurs auch und wesentlich breiter als Monaco."

Zur Vorbereitung auf das Rennen im kommenden Juli wird Vettel wie viele einige seiner Kollegen auch, die Strecke bereits im Vorfeld im Simulator intensiv trainieren. Bis es soweit ist, wird es jedoch noch einige Zeit dauern. "Wir müssen zunächst das endgültige Layout der Strecke abwarten. Um sie im Simulator darzustellen, benötigen wir die exakten Abmessungen. Vorher ist es nicht sinnvoll, die Strecke im Simulator zu fahren", sagt Vettel.

"Sonst gewöhnst du dich an eine Strecke, die völlig anders als die Realität ist", so der zweimalige Weltmeister. "In genau einem Jahr findet das Rennen statt, einige Monate vorher werden wir zum ersten Mal im Simulator fahren." Dies dient nicht nur der Vorbereitung des Fahrers, sondern auch des Autos. "Auf dieser Grundlage werden wir unser Auto vor dem Rennen abstimmen. So läuft das heute. Du bekommst einen ersten Eindruck, wie der Rhythmus ist."

Freude über USA-Comeback

Der Rückkehr der Formel 1 in die USA fiebert Vettel bereits jetzt entgegen."Es ist wichtig für uns, ein Rennen in den Staaten zu haben. Vielleicht hat die Formel 1 nicht immer den allerbesten Eindruck hinterlassen", spielt der Deutsche auf das Skandalrennen 2005 in Indianapolis an. Er persönlich verbindet jedoch gute Erinnerungen mit den USA, fuhr er doch hier 2007 seinen ersten Grand Prix für BMW-Sauber. "Da war ich völlig überwältigt. Das war ein fantastisches Wochenende für mich. Mein erstes Rennen, und dann wurde ich gleich Achter. Ich freue mich darauf, wieder hierher zu kommen."

Zum Schluss der Pressekonferenz wurde dem Red-Bull-Piloten noch eine ganz besondere Geste der Gastfreundschaft zu Teil. Ein amerikanischer Reporter versuchte sich an einer Frage auf deutsch und wollte wissen, ob Vettel angesichts der vielen schönen Frauen an der Rennstrecke neben dem Rennsport noch Zeit für ein Leben wie James Hunt habe. Der Weltmeister von 1976 war dafür bekannt, dass er nicht nur auf der Rennstrecke Kurven faszinierend fand. Hierauf erklärte Vettel, dass sich die Formel 1 seit dieser Zeit sehr verändert habe.

"Es ist alles viel professioneller. Ich will damit nicht sagen, dass es damals unprofessionell war, aber wir haben jetzt Werkzeuge und Hilfsmittel, die den Fahrern früher nicht zur Verfügung standen. Wir haben viele Besprechungen, arbeiten intensiv am Fahrzeug." Die Menschen hingegen hätten sich nicht geändert. "Die Fahrer sind immer noch dieselben wie vor 30 oder 40 Jahren. Wir lieben den Sport mehr als alles andere, aber wir haben auch ein Leben abseits der Strecke. Und da treiben es einige wilder als andere", so der Deutsche.

Fotoquelle: Red Bull

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