Blickt mit Sorgen in die wirtschaftliche Zukunft der Formel 1: Luca di Montezemolo

Formel 1 2012

— 13.06.2012

Di Montezemolo will den Gürtel enger schnallen

Der Ferrari-Vorsitzende stimmt der Position der FIA in der Kostenfrage zu und fordert breite Zusammenarbeit bei den Verhandlungen um ein neues Concorde-Agreement



Lange Zeit galt Ferrari als einer der Kostentreiber in der Formel 1, jetzt ertönt aus Maranello der Schrei nach einer Bremse im Multimillionen-Dollar-Business. Während die Scuderia in einer Pressemitteilung davon spricht, dass der Sport nicht den Kontakt zur Realität verlieren dürfe und gesund bleiben müsse, meint der Verwaltungsratsvorsitzende Luca di Montezemolo: "Die weltweite ökonomische Situation ist ernst, besonders in Europa. Die Formel 1 kann das nicht verleugnen."

Der Mann mit der Leidenschaft für blaue Sakkos fordert mit Blick auf die Verhandlungen um ein neues Concorde-Agreement, den kommerziellen Rahmenvertrag der Königsklasse: "Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren und müssen mit Entschlossenheit handeln. Ferrari stimmt der FIA darin zu, dass in der Kostenfrage drastische Maßnahmen nötig sind", insistiert di Montezemolo. So viel Einigkeit herrschte nicht immer, schließlich drohte einst die Mythos-Marke mit einer Piratenserie.

Di Montezemolo fordert weiter: "Teams und die Halter der kommerziellen Rechte müssen in dieser Frage zusammenarbeiten." Es dürfe weder sterile Diskussionen, ein beinhartes Beharren auf dem eigenen Vorteil noch ein von Ingenieuren getriebenes Feilschen um die Winkelzüge des Reglements geben. "Ich bin es nicht gewöhnt, der Vergangenheit nachzutrauern, da ich gerne nach vorne sehe", sagt der Ferrari-Boss - und bezieht diese Aussage auch auf die sportliche Lage der Roten.

Beim Kanada-Grand-Prix in Montreal habe er bis zum Schluss ein Team mit großem Siegeswillen erlebt, dass vielleicht sogar zu exzessiv Risiken eingegangen sei - das sei jedoch, war er und die Fans sehen wollten. "Wir müssen diesen Weg weiter beschreiten, schließlich hängt der Erfolg in dieser Saison nur von uns selbst ab", erklärt di Montezemolo, der nach eigener Aussage optimistisch auf die anstehenden WM-Läufe in Valencia und Silverstone blickt.

Fotoquelle: xpb.cc

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