Die Saison war für das Sauber-Duo bisher von unterschiedlichem Erfolg geprägt

Formel 1 2012

— 15.06.2012

Sauber: Mit breiter Brust, ohne Upgrades nach Valencia

Nach dem dritten Platz in Montreal ist Sergio Perez auf den Geschmack gekommen - Kamui Kobayashi will in Valencia endlich zeigen, was er kann



Der Sauber C31 hat bewiesen, dass er auf allen möglichen Rennstrecken schnell sein kann. Entsprechend peilt das Schweizer Team für achten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2012 vom 22. bis 24. Juni auf dem Stadtkurs von Valencia wieder ein gutes Ergebnis an. Sergio Perez ist in Sachen Podiumsplätze auf den Geschmack gekommen, nachdem er in Sepang als Zweiter und kürzlich in Montreal als Dritter ins Ziel kam.

"Ich habe das Ergebnis von Montreal sehr genossen und will mehr davon", stellt Perez klar und sagt: "Ich mag die Strecke in Valencia sehr und auch die Atmosphäre am Rennwochenende. Man spürt die Nähe der Fans. Trotzdem habe ich mein erstes Formel-1-Rennen dort nicht in bester Erinnerung."

Im vergangenen Jahr kehrte der Mexikaner in Valencia erstmals nach seinem schweren Monaco-Crash ins Cockpit zurück. "Das war schwierig. Rückblickend würde ich sagen, ich war nicht fit, ich habe mich überhaupt nicht wohl gefühlt." Der Stadtkurs in Valencia zeichnet sich durch lange Geraden, an deren Enden man hart bremsen muss" aus, wie der Sauber-Pilot herausstellt. "Diesbezüglich haben wir frische Referenzen aus Montreal, das ist wichtig", so Perez.

Kobayashi will zeigen, was er kann

Teamkollege Kamui Kobayashi, der in Kanada ständig im Verkehr feststeckte, will in Spanien unbedingt zeigen, was er kann. "In Valencia ist es zum Rennen normalerweise sehr heiß. Persönlich mag ich das, aber es ist nicht ganz einfach abzuschätzen, was es für das Auto und die Reifen bedeutet", so der Japaner.

"Auf jeden Fall wird es ein hartes Rennen", ist sich Kobayashi schon jetzt sicher und sieht im Umgang mit den Reifen und der Rennstrategie "die Schlüsselfaktoren". Für den Stadtkurs in Valencia braucht das Auto naturgemäß "ein gutes Abtriebsniveau", wie der Sauber-Pilot herausstellt. "Man ist immer ziemlich nah an den Mauern unterwegs, aber das sind wir nach den Rennen in Monaco und Montreal ja ohnehin gerade gewöhnt. Überholen ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich."

Gute Erinnerungen hat Kobayashi an sein Valencia-Debüt im Jahr 2010, als er mit Platz sieben sein bestes Saisonergebnis einfuhr: "Damals hatte ich sehr viel Spaß. Die Stadt Valencia ist aus vielen Gründen eine Reise wert, ein richtiges Ferienziel. Es gibt dort übrigens auch den besten frisch gepressten Orangensaft. Auf jeden Fall will ich dort sowohl im Qualifying als auch im Rennen gut abschneiden."

Keine Upgrades beim Europa-Comeback

Rein technisch gesehen ist Valencia "kein typischer Straßenkurs, denn die Asphaltoberfläche ist sehr eben und die Randsteine sind nicht sehr hoch", wie Giampaolo Dall'Ara, bei Sauber Leitender Ingenieur an der Strecke, bemerkt. "Zudem spielt die aerodynamische Effizienz hier eine deutlich wichtigere Rolle als beispielsweise in Monaco oder Singapur und es gibt richtige Auslaufzonen. Die meisten Kurven sind langsam, aber man darf die Höchstgeschwindigkeit dennoch nicht vernachlässigen", so der Italiener.

"Dieses Streckenlayout verlangt eine hohe Bremsstabilität und gute Traktion, setzt Dall'Ara fort und weiß: "Zu dieser Jahreszeit muss man mit hohen Temperaturen rechnen, entsprechend wird auch der Asphalt sehr heiß." Pirelli stellt die Mischungen Medium und Soft zur Verfügung. "Erhöhter Reifenabbau an der Hinterachse könnte ein Thema werden", glaubt der Ingenieur und kündigt an: "Überholen ist auf dieser Strecke nicht einfach, umso wichtiger ist das Qualifying. Das Auto entspricht technisch jenem von Montreal, allerdings werden wir möglicherweise ein etwas höheres Abtriebsniveau fahren."

Fotoquelle: xpbimages.com

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