Erstmals seit 2006 durfte Michael Schumacher Champagner genießen

Formel 1 2012

— 24.06.2012

Schumacher: "Diese Momente machen es speziell"

Zum ersten Mal in seiner "zweiten" Karriere durfte Michael Schumacher über einen Podestplatz jubeln - Der Erfolg in Valencia kam für den Mercedes-Piloten unerwartet



Die Freude und die Erleichterung war groß: In Valencia kletterte Michael Schumacher zum ersten Mal in seiner "zweiten" Karriere auf das Podium. Lange sah es nicht nach diesem Erfolg aus, denn der Mercedes-Pilot hing in der Anfangsphase viele Runden rund um Platz zwölf fest. Kontinuierlich arbeitete sich der Deutsche nach vor, überholte Gegner, wehrte andere ab und profitierte auch von den Missgeschicken der Konkurrenz. Nachdem "Schumi" in dieser Saison viel Pech hatte, passte diesmal alles zusammen. Als Lewis Hamilton (McLaren) und Pastor Maldonado (Williams) in der vorletzten Runde aneinander gerieten, wurde Schumacher auf Platz drei gespult.

Dieser wusste im ersten Moment gar nicht, dass der Weg auf das Podium frei war. In der letzten Runde wehrte sich der 43-Jährige gegen Mark Webber (Red Bull), auch wenn dieser behauptete, Schumacher sei mit offenem DRS unter Gelber Flagge gefahren. Im Ziel war die Freude und der Jubel bei Mercedes groß. Schumacher umarmte seine Mechaniker. Die Bilder erinnerten an "Schumis" erstes Podium. Das war im Jahr 1992 in Mexiko.

Jetzt in Valencia - in seinem 294. Rennen - durfte der siebenfache Champion erstmals seit China 2006 wieder Champagner verspritzen und sich einen Pokal abholen. "In erste Linie möchte ich mich bei allen bedanken, die mich hierher gebracht haben. Momente, wie wir sie in Monaco erlebt und hier jetzt erleben, machen die Formel 1 so speziell", sagt Schumacher nach seinem dritten Platz emotional gerührt. "Dafür möchte ich euch danken, weil ihr jederzeit hinter mir gestanden seid und mich unterstützt habt."

"Genau dieses Vertrauen, dass ihr in mich gehabt habt, habe ich auch an euch gehabt. Das ist Teamwork, das ist das, was uns nach vor bringt. Wenn wir so weitermachen, dann werden wir auch wieder ganz oben landen. Dafür ein Riesendankeschön an alle." In der WM hat sich Schumacher mit diesen 15 Punkten auf Platz 13 verbessert.

"Ich habe gar nicht an das Podium gedacht. Als ich über die Ziellinie fuhr, fragte ich über Funk, wo ich ins Ziel gekommen bin. Ich sah Webbers Boxentafel und dort zeigten sie ihm Platz sieben, acht. Ich war eine Position davor. Dann sagten sie mir, dass ich Dritter bin. Ich konnte es nicht glauben. Ich habe es überhaupt nicht erwartet", sagt Schumacher.

"In den letzten Runden war es ziemlich hektisch und man verliert die Übersicht. Maldonado und Hamilton hatten auch noch ihr Problem." Welche Rolle hat das Safety-Car gespielt? "Ich glaube nicht zu viel, weil wir in der Mitte eines Stints waren. Es war noch zu früh für einen Reifenwechsel. Deshalb haben wir daraus keinen zu großen Vorteil gezogen."

Haug jubelt mit seinem Superstar

Noch steht aber die Entscheidung der Rennleitung aus, ob er den dritten Platz behalten darf. "Das kümmert mich nicht. Wir haben ganz andere Gedanken, nämlich die, dass Michael einen Super-Job gemacht hat", jubelt auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Er ist lange auf Platz zwölf gehangen. Wäre er am Anfang besser durchgekommen, wer weiß, was dann noch möglich gewesen wäre. Der Speed war auf jeden Fall da. Er hat seinen Platz gegen Mark Webber verteidigt und es auch verdient."

Was war das Geheimnis des Erfolges? "Es ist auch eine Frage des Speeds. Er ist unglaublich gut mit den Option-Reifen umgegangen. Das wird jeder gesehen haben. Das ist doch das Wichtigste", lobt Haub und meint über die strittige letzte Runde: "Das Team hat Michael genau angewiesen, wo gelb ist. Ich glaube, das haben wir präzise gemacht. Was alle Zuschauer interessiert ist, dass Michael auf dem Podium war." Von der Rennleitung hatte der Deutsche unmittelbar nach dem Fallen der Zielflagge "gar nix gehört."

Als Schumacher im Parc Ferme stand, wusste er im ersten Moment gar nicht so recht, wie das Prozedere abläuft. "Es ist ja schon eine Weile her, aber das üben wir jetzt ein paar Mal. Ich glaube nicht, dass es das letzte Mal war", ist Haug überzeugt. "Es ist denkwürdig, dass er das geschafft hat. Wir haben immer an ihn geglaubt und er hat an uns geglaubt. Das ist das Wichtige daran. Michael hat es jetzt geschafft."

Fortschritte bei Mercedes

Abgesehen von einigen positiven Trainingszeiten trat Mercedes in Valencia bis zum Podestplatz kaum in Erscheinung. Haug ist überzeugt, dass Fortschritte erzielt wurden. Für das gute Ergebnis sorgte "der Speed. Klar hilft es, wenn sich vorne Konkurrenten berühren. Man hat aber auch gesehen, dass die Reifen abgebaut haben und es bei einigen Fahrern rückwärts ging. Wir konnten längere Distanzen mit gleichmäßigen Rundenzeiten fahren. Das haben wir heute gesehen.

Das nächste Rennen findet in Silverstone statt. Die umgebaute Traditionsstrecke hat einen ganz anderen Charakter als der Straßenkurs in Valencia. "Silverstone ist eine ganz andere Aufgabe. Wir sind jetzt bei extrem heißen Temperaturen mit am besten mit den Reifen umgegangen. Wir sind die längsten Stints mit konstanten Zeiten gefahren. Das war zu Beginn des Jahres noch nicht möglich. Der Lernprozess stimmt", ist Haug optimistisch. "Heute dürfen wir uns über das Podium von Michael freuen."

"Es sind diese Momente, die man tief genießt", sagt Schumacher. "Es ist ein wunderbares Gefühl, nach so einer langen Zeit wieder zurück zu sein. Einige Male waren wir knapp dran und jetzt hat es geklappt. Es ist ein spezieller Ort, weil man hier nicht einfach überholen kann. Es war aufregende und die tollste Art es so unerwartet zu schaffen."

Haug bringt es bei 'RTL' auf den Punkt: "Es ist doch ein historischer Moment. Es hat lange gedauert, bis Michael nach seinem Comeback wieder auf dem Podium stand. Das will ich unterstreichen: Dass man seine Ziele erreicht, wenn man sich lange genug Mühe gibt."

Fotoquelle: xpbimages.com

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