Pastor Maldonado sieht die Schuld an der Kollision bei Lewis Hamilton

Formel 1 2012

— 24.06.2012

Maldonado hadert mit 20-Sekunden-Strafe

McLaren und Experte Marc Surer finden die 20-Sekunden-Strafe gegen Pastor Maldonado richtig, der Williams-Pilot kann die Entscheidung aber nicht verstehen



Hatten wir zunchst noch flschlicherweise berichtet, dass Pastor Maldonado von den FIA-Rennkommissaren in Valencia mit einer Plus-Zehn-Strafe fr Silverstone belegt wurde, so steht nun fest, dass der Williams-Pilot fr seine Kollision mit Lewis Hamilton in der vorletzten Runde 20 Sekunden auf seine Zeit aufaddiert bekommt. Damit fllt er vom zehnten auf den zwlften Platz zurck und verliert einen WM-Punkt.

Genau genommen wurde er mit einer Durchfahrstrafe belegt, diese wurde jedoch in eine 20-Sekunden-Strafe umgewandelt, da sie erst nach der Zieldurchfahrt ausgesprochen wurde. Maldonado versteht nicht, dass die Aktion berhaupt geahndet wurde: "Er hat versucht, mich von der Strecke zu drngen, und hat mir keinen Platz gelassen, um Seite an Seite durch die Kurve zu fahren. Da hob ich ber den Randstein ab und konnte den Unfall nicht mehr verhindern."

Mark Webber, der den Zwischenfall aus der Verfolgerperspektive mitbekam, bekrftigt diese Darstellung: "Als Maldonado auf dem Randstein war, konnte er nicht lenken. Er traf Lewis' Auto am schlechtestmglichen Punkt, nmlich direkt vor dem Hinterreifen", sagt der Red-Bull-Pilot, betont aber gleichzeitig, dass sich Maldonado "wahrscheinlich" zurckhalten htte sollen.

Hamilton leidet an einem ungewhnlichen Fall von Amnesie: "Ich kann mich wirklich nicht dran erinnern, wei nur, dass ich auf einmal in der Mauer hing. So ist der Rennsport nun einmal. Man muss es einfach runterschlucken und weitermachen", knurrt er. Maldonado kontert: "Ich verstehe nicht, warum er so gefahren ist. Er hatte extreme Reifenprobleme, stand auf vllig verlorenem Posten. Ich hingegen konnte ein gutes Tempo gehen. Das war ein sehr aggressives Manver von ihm."

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh widerspricht: "Lewis hat sich gegen Grosjean und Rikknen verteidigt und hat gegen Maldonado nichts anders gemacht. Ich glaube, es war Maldonados Fehler, und es ist tief frustrierend. Lewis ist Rennfahrer. Ich bin mir sicher, im Nachhinein wird man sagen, dass man vielleicht anders agieren muss, wenn man es mit so einem Fahrer zu tun hat", stichelt er gegen Maldonado und ergnzt: "Damit kannst du aber nicht rechnen."

Auch Experte Marc Surer versteht den rger des McLaren-Teams und findet die Entscheidung der Kommissare, Maldonado zu bestrafen, richtig: "Er bremst sich auen daneben, kommt neben die Piste und fhrt ber den Randstein hinweg Hamilton hinein", schildert er den Zwischenfall. "Vielleicht htte es Hamilton verhindern knnen, aber der Schuldige ist meiner Meinung nach klar."

"Maldonado ist mit vier Rdern neben der Strecke, kommt zurck auf die Strecke und fhrt ins andere Auto. Das ist ziemlich eindeutig", findet der ehemalige Formel-1-Pilot und ergnzt: "Es ist ja nicht das erste Mal, dass Maldonado ein Problem hat. In Monaco hat er Perez gerammt, einfach weil der nicht Platz gemacht hat. Jetzt das Manver. Wenn das nicht eine Strafe fr Maldonado nach sich zieht, und zwar eine heftige, wrde ich mich wundern."

Fotoquelle: xpbimages.com

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