Für Fernando Alonso war der Sieg in Valencia ein emotionales Erlebnis

Formel 1 2012

— 24.06.2012

Ferrari: Emotionaler Sieg für Alonso und Ferrari

Während Massa beim Großen Preis von Europa wieder einmal das Pech an den Fersen klebte, feierte Alonso einen überraschenden Sieg



Fernando Alonso war der Überraschungssieger beim Großen Preis von Europa in Valencia. Lediglich von der elften Position aus gestartet, arbeitete sich der Lokalmatador immer weiter nach vorne und profitierte in der Schlussphase vom Ausfall von Sebastian Vettel.

Der Ferrari-Pilot ist damit der erste Fahrer, dem es in dieser Saison gelingt, zwei Rennen zu gewinnen. Teamkollege Felipe Massa hatte unterdessen wieder einmal Pech und beendete das Rennen auf Position 16 außerhalb der WM-Zähler. In der Gesamtwertung liegt Alonso mit 111 WM-Punkten vor Mark Webber (91), Lewis Hamilton (88) und Sebastian Vettel (85).

"Für mich war dies ein unvergesslicher Tag", so Alonso. "Ich kann gar nicht die richtigen Worte finden, um meine Gefühle zu beschreiben! Es verleiht einem nichtbeschreibbaren Emotionen, im eigenen Land zu gewinnen. Ich kann mich noch an den Sieg 2006 in Barcelona erinnern, und mit diesem fantastischen Team heute in Valencia zu gewinnen ist unglaublich."

"Besonders angesichts der Tatsache, dass wir im Moment in Spanien eine solch schwierige Zeit durchmachen. Es ist schön, dass Sport, und da denke ich auch an die Siege des nationalen Fußballteams und Nadal, in der Lage sein könnte, den Leuten etwas zu bescheren, über das sie lächeln können."

"Warum ich auf der Auslaufrunde angehalten habe? Ich weiß nicht, was passiert ist, aber das kam genau zum richtigen Moment, denn ich befand mich vor den Haupttribünen und war in der Lage, mit meinen Fans zu feiern!"

"Sport liefert immer dieselben Lektionen, denn es gibt Höhepunkte und Tiefpunkte, und die Dinge ändern sich schnell. Gestern haben wir es nicht in den dritten Qualifying-Durchgang geschafft, heute haben wir gewonnen. Dies bedeutet, dass man niemals aufgeben sollte, bis zur karierten Flagge."

"Für alle, die von weit her gekommen sind, ist dies ein schönes Geschenk, die vielleicht sogar in ihren Autos schlafen und bei dieser enormen Hitze auf den Tribünen bleiben."

"Es war am Start nicht einfach, Positionen gutzumachen, und ich versuchte, das Bremsen in der vierten Kurve bis an das Maximum zu verzögern, blieb dabei außen. Dann begann ich, mir meinen Weg nach vorne zu kämpfen. Nach dem Safety-Car begann ich darüber nachzudenken, dass ein Podium möglich sein könnte."

"Anschließend attackierte ich Grosjean und schaffte es, an ihm vorbei zu kommen, auch wenn ich mir Sorgen machte, dass ich eine Beschädigung davongetragen haben könnte, als wir uns berührten. Nach zwei oder drei Kurven realisierte ich, dass alles in Ordnung ist und entspannte mich."

"Als ich in Führung ging, nachdem Vettel ausfiel, hofften wir alle, dass die Reifen bis zum Ende halten würden. Ich sprach mit meinem Ingenieur, der mir sagte, dass ich mit derselben Geschwindigkeit fahren sollte wie jene, die mir folgten. Am Ende war nicht mehr viel übrig, aber im Gegensatz zu Kanada, befanden sich die anderen in derselben Situation."

"Es war emotional, zusammen mit Andrea Stella auf dem Podium zu stehen, denn er arbeitete auch mit Michael und Kimi. So konnte er heute bestmöglich einen völlig unerwarteten Sieg feiern, bedenkt man unsere Startposition."

"Wenn ich an gestern zurückblicke, so bestätigt das Geschehene die Tatsache, dass immer noch Arbeit zu erledigen ist. Und diesbezüglich müssen wir ehrlich sein, zu uns selbst und zu unseren Fans. Wir werden alles geben, um diese Meisterschaft zu gewinnen, aber wir verfügen noch nicht über das schnellste Auto und wir müssen Druck machen, um dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen."

"Was will man mir schon sagen, heute lief nichts rund!", so Massa. "Von der achten Runde an begann ich zu spüren, dass im Heck des Autos etwas nicht in Ordnung war. Am Ende des Rennens fand das Team einen Schaden, der die Balance und das aerodynamische Abtriebsniveaus komplett ruinierte. Im Vergleich zu Tatsache, dass ich in der Lage war, die Force India zu attackieren, verlor ich anschließend eine Sekunde pro Runde."

"Ich bin sehr enttäuscht, denn ich verfügte über eine gute Geschwindigkeit und konnte mit der Gruppe mithalten, in der sich Fernando befand. Dann gab es auch die Kollision mit Kobayashi, und da war jede Hoffnung verschwunden, die ich hatte, in die Punkte zu kommen."

"Das Auto funktionierte heute sehr gut, und es war auf einem Niveau mit den Besten. Ich bin froh für Fernando, der ein fantastisches Rennen zum Sieg fuhr. Aber es herrscht auch etwas Enttäuschung, denn der heutige Tag hätte für uns beide sehr schön sein können."

"Wir sind mit diesen Sieg sehr zufrieden", so Teamchef Stefano Domenicali. "Aber wir dürfen ihn nicht zu Kopf steigen lassen. Gestern haben wir gesagt, dass das Qualifying-Ergebnis nicht unser Potenzial widerspiegelt, und ich denke, dass die heutige Leistung beweist, dass wir richtig lagen."

"Es ist für Felipe schade, der wirklich eines um das andere Mal vom Pech getroffen wird. Zunächst einmal ruinierten Trümmerteile die Balance seines Autos, dann kam das Safety-Car genau nachdem er an die Box gekommen war, und abschließend gab es noch die Kollision mit Kobayashi. Er ist gut gestartet und hatte alles in der Hand, um ein wirklich gutes Ergebnis zu erzielen."

"Fernando war spektakulär, in Bezug auf die Tatsache, wie er Aggression zeigte und die Art und Weise, wie er mit dem Auto und den Reifen umging. Wir können sagen, dass sich dieses Wochenende für ihn sehr speziell angefühlt hat, und der Sieg war für ihn und das gesamte Team wirklich emotional."

"Heute hatten einige unserer Gegner Probleme mit der Zuverlässigkeit, und dies dient als Erinnerung daram, dass dieser Aspekt für Erfolg entscheidend ist. In einer solch eng umkämpften Saison bezahlt man mit einem punktelosen Rennen in der Klassifikation einen hohen Preis."

"Wir haben dies schon zu Beginn gesagt, diese 25 Zähler werden uns definitiv nicht zu Kopf steigen. Wir sind uns absolut bewusst, wie sich die Dinge innerhalb eines Wimpernschlags ändern können, und wir müssen weiter an der Verbesserung der Leistung des Autos arbeiten, denn wir befinden uns noch immer nicht auf dem Level, auf dem wir sein wollen."

"Das ist Ferrari in Bestform, jenes Ferrari, das alle sehen wollen", jubelt Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Fernando war außergewöhnlich, und es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden, um dieses Rennen zu beschreiben."

"Mir tut es für Felipe sehr leid, der wirklich Pech hatte. Er war sehr gut unterwegs, und ich bin mir sicher, dass er ein gutes Ergebnis nach Hause gefahren hätte, hätte er nicht alle Probleme gehabt, auf die er traf."

"Der heutige Tag hat gezeigt, dass der Geist des Teams niemals aufgibt, und dies spiegelt auch den Geist unserer Heimat Emilia Romagna wieder, wo nach dem Erdbeben vor ein paar Wochen so viele Leute eine besonders schwierige Zeit durchmachen. Lasst uns hoffen, dass dieser Sieg ihnen zumindest ein Lächeln auf ihre Gesichter beschert hat."

"Während wir uns gestern im zweiten Qualifying-Durchgang unserer Sache vielleicht etwas zu sicher waren und nicht besonders viel Glück hatten, haben wir heute mit Fernando alles bis zur Perfektion betrieben, während Felipe wirklich unglaubliches Pech hatte", so Chefingenieur Pat Fry.

"Die Tatsache, dass wir heute Vormittag niemals diesen Sieg erwartet hatten, macht ihn umso süßer. Wir profitierten von Zuverlässigkeitsproblemen anderer, aber das ist Teil des Spiels, und es ist eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass die Autos ausreichend robust und nicht einfach nur schnell sind."

"Fernando war fantastisch, aggressiv, wenn er in der Anfangsphase attackieren musste, und er war sehr clever darin, jede Phase des Rennens zu managen. Wir müssen unsere Leistung verbessern, denn Red Bull hat an diesem Wochenende gezeigt, dass man erneut einen großen Schritt nach vorn gemacht hat, und wir waren noch nicht dort, wo wir sein wollen, nämlich vor allen anderen."

"Es folgen weitere Entwicklungsteile, aber wir sind uns absolut bewusst, dass unsere Gegner nicht Däumchen drehen werden. Nun können wir einen Abend lang diesen fantastischen Sieg genießen, einen Sieg, der allen gewidmet ist, die hier an der Strecke und vor allem in Maranello arbeiten."

"Aber dann müssen wir uns wieder der Arbeit widmen, um auf die Silverstone-Runde so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Wir bekommen es in vier Wochen mit drei Rennen zu tun, und wir dürfen nicht entspannen, nicht einmal eine Sekunde."

Fotoquelle: xpbimages.com

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