Entschlossen: Romain Grosjeans Überholmanöver gegen Lewis Hamilton

Formel 1 2012

— 24.06.2012

Ersten Sieg gerochen: Applaus für starken Grosjean

Gerard Lopez zählt Romain Grosjean zu den vier schnellsten Fahrern der Formel 1 - Lob von allen Seiten nach der hervorragenden Leistung in Valencia



Beinahe hätte er der achte Sieger im achten Rennen werden können, doch die vielleicht stärkste Leistung seiner bisherigen Formel-1-Karriere wurde nicht belohnt: Romain Grosjean schied beim heutigen Grand Prix von Europa mit defekter Lichtmaschine an zweiter Stelle liegend aus, erntete aber von allen Seiten Beifall.

Denn nachdem er schon an den Trainingstagen in Valencia den schnelleren Eindruck machte als sein Teamkollege Kimi Räikkönen, immerhin Weltmeister von 2007, herrschten bei Lotus auch heute klare Verhältnisse. Diese steckte Grosjean gleich am Start ab, als er innen draufhielt und so an Pastor Maldonado vorbeiging, während Räikkönen zurücksteckte und nach hinten fiel. "Er kennt kein Erbarmen", gratuliert Experte Marc Surer und applaudiert: "Gut gemacht, einfach gut gemacht."

Attacke auf Vettel vorbereitet

In der zehnten Runde - Leader Sebastian Vettel war schon um mehr als zehn Sekunden enteilt - platzte Grosjean dann der Kragen und er setzte am Ende der DRS-Zone außen ein entschlossenes Überholmanöver gegen Lewis Hamilton. Durch die Safety-Car-Phase lag er dann plötzlich wieder in Vettels Windschatten, und als der Lotus-Pilot konsequenter als alle anderen seine Reifen aufwärmte, glaubte man schon an eine mögliche Attacke beim Restart.

Stattdessen kam er schlecht aus der letzten Kurve raus und wurde selbst von Fernando Alonso überholt, dem er jedoch bis zum Ausfall mühelos folgen konnte. Daher glaubt Grosjean: "Ich dachte, das wird mein erster Sieg, denn ich war schneller als der Ferrari. Ich bin enttäuscht, dass ich nicht Gelegenheit dazu hatte, ihn zu überholen. Schade, denn das Rennen lief perfekt. Wir hatten einen guten Start und die Performance war ebenfalls gut."

Das ist auch anderen aufgefallen: "Er hat Räikkönen jetzt im Griff", findet Experte Eddie Jordan. "Er ist ein toller junger Fahrer und ich glaube, dass er heute gewinnen hätte können." Davon ist übrigens auch Gerard Lopez, der Chef der Investmentgesellschaft Genii Capital, die das Lotus-Team kontrolliert, überzeugt. Zwar habe Räikkönen nicht die Chance gehabt, den Grand Prix für sich zu entscheiden, Grosjean bis zum Ausfall aber schon.

Überhaupt ist er von den Leistungen des jungen Franzosen begeistert: "Er gehört ohne Zweifel zu den vier schnellsten Jungs in der Formel 1", sagt Lopez gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Mit mehr Erfahrung kriegt er auch die Renndistanz besser hin. Kimi hat in der Vergangenheit schon gewonnen, aber bei Romain ist es nur eine Frage der Zeit, bis er zu gewinnen anfängt." Allzu groß sei der Unterschied zwischen seinen beiden Fahrern nicht: "Kimi gehört auch ungefähr in diese Liga."

Gut, aber noch nicht perfekt

Laut Eric Boullier hat sich Grosjean während der ersten acht Saisonrennen dramatisch verbessert: "Er qualifiziert sich gut, ist ein Teamplayer, startet inzwischen gut, fährt gute Rennen, schont seine Reifen, setzt seine Strategie gut um", lobt der Teamchef. "Ich würde nicht sagen, dass er schon perfekt ist, aber er lernt mit jedem Rennen dazu und lernt aus seinen Fehlern. Er macht keinen Fehler ein zweites Mal und ist nahe dran, ein perfekter Fahrer zu sein."

Der heutige Ausgang sei "enttäuschend", aber: "Das ist Rennsport", meint Boullier gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Beide Autos waren positioniert, ein gutes Ergebnis zu holen. Leider trat an Romains Motor ein Problem mit der Lichtmaschine auf. Daher kam er nicht ins Ziel. Ohne dieses Problem hätte er gute Punkte geholt. Beide Autos waren heute dazu in der Lage, unter die besten Fünf zu fahren. Das ist gut und ermutigend."

Von Grosjeans natürlichem Speed überrascht ist weder Lopez noch Boullier. Letzterer sieht den Youngster im Team momentan sogar als heimliche Nummer eins: "Ich wusste, dass Romain so schnell ist, und Kimi zeigt auch sehr guten Speed. Es geht nur darum, das Potenzial der Reifen auf eine schnelle Einzelrunde voll zu nutzen. Die beiden haben unterschiedliche Fahrstile. Roman holt jetzt das Beste raus." Räikkönen sei nur "nahe an ihm dran".

Fotoquelle: xpbimages.com

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