"Ein wundervolles Gefühl" bedeutete das Podium für Schumacher

Formel 1 2012

— 25.06.2012

Schumacher jubelt, wird bejubelt und schweigt

Nach dem ersten Podiumsplatz nach seinem Formel-1-Comeback bleibt die Frage, ob der Mercedes-Pilot seine Karriere über das Saisonende hinaus fortsetzt, weiter offen



Auch ein dritter Platz kann eine Erlösung sein: Wäre für Michael Schumacher der Bronzerang noch vor einigen Jahren Grund für ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter gewesen, konnte sich der Rekordweltmeister am Sonntag beim Europa-Grand-Prix in Valencia ausgelassen darüber freuen. "Es war ein wundervolles Gefühl. Nicht nur, auf dem Treppchen zu stehen, sondern auch die Art und Weise, wie es zustande kam", so Schumacher nach dem Zieleinlauf.

Es hatte 46 Rennen gedauert, bis der Bann der zweiten Karriere gebrochen war. Der Mercedes-Pilot gibt sich - trotz des medialen Jubels um sein Podiumscomeback - selbstkritisch, wenn es um die Gesamtbilanz des Wochenendes auf dem spanischen Straßenkurs geht. "Im Qualifying am Samstag wurde es richtig schwierig. Das lag hauptsächlich an meinen eigenen Fehlern", räumt Schumacher ein, nachdem er von Startplatz zwölf neun Positionen gutgemacht hatte.

Kein Vorteil durch DRS-Nutzung

Er nennt es "einfach nur Spitze", sich von dem neuerlichen Qualifying-Rückschlag erholt zu haben. Am Sonntag kam dann allerdings auch Fortuna zu Hilfe, schließlich profitierte Schumacher vom Technikpech Sebastian Vettels und Romain Grosjeans, aber auch von Unfällen Lewis Hamiltons, Pastor Maldonados und Kamui Kobayashis. Nach vier unverschuldeten eigenen Ausfällen im Saisonverlauf war das allerdings nur ausgleichend.

Und auch der Wirbel um Schumachers DRS-Nutzung unter Gelb, den Red-Bull-Verantwortliche mit der Forderung nach einer Strafe hochgekocht hatten, ist verflacht. Die Rennleitung sprach ihn frei, weil er die Flaggensignale erst schwer erkennen konnte und dann deutlich verlangsamte. Der Mercedes-Pilot erzielte in dem betreffenden Sektor sogar eine Zeit, die 0,3 Sekunden langsamer war als die des zu diesem Zeitpunkt hinter ihm fahrenden Mark Webber.

Kritikern passende Antwort gegeben

Nico Rosberg freut sich mit seinem Teamkollegen: "Das war nur eine Frage der Zeit, bis er wieder so ein Topresultat einfährt", meint der Wiesbadener und betont die lange Leidenszeit Schumachers. "Nach so einer Durststrecke und so einem Pech ist das schön für ihn und das Team." Denn auch auf der Crew der Silberpfeile lastete ein gewaltiger Druck. "Das ist die beste Art und Weise, den Kritikern zu antworten", weiß Schumacher.

Von den Medien wird der Kerpener jetzt gefeiert, allen voran in seiner früheren sportlichen Heimat Italien. 'Gazzetta dello Sport' schreibt: "Schumacher zeigt im Finale, was er kann. Er ist ein Meister, der nie aufgibt." 'Tuttosport' meint: "Schumacher feiert endlich. In seinem zweiten Leben ist er viel entspannter und viel offener als in der Vergangenheit." Und 'La Repubblica' konstatiert: "Er hat den dritten Platz schon seit längerer Zeit verdient." Klingt fast wie bei einem Ferrari-Fahrer.

Leser rechnen noch 2012 mit Sieg

Die letzten Kritiker wird Schumacher aber nur verstummen lassen können, wenn ihm auch der erste Sieg nach der Rückkehr glückt. Die Leser von 'Motorsport-Total.com' sind optimistisch, dass dem Rekordweltmeister noch in dieser Saison der Sprung auf die oberste Stufe des Podestes gelingt. Laut einer Umfrage mit 2.235 abgegeben Stimmen glauben insgesamt 65,46 Prozent daran, dass der Grand-Prix-Erfolg noch 2012 kommt, 40,76 Prozent sogar noch vor der Sommerpause im August.

Dass Schumacher nie wieder gewinnt, halten nur 29,75 Prozent für möglich. 4,79 Prozent rechnen mit dem Durchbruch nach der Saison - und gehen somit davon aus, dass der Rekordweltmeister seine Karriere fortsetzt. Doch zu dieser Frage schweigt Schumacher weiter beharrlich. "Ich glaube nicht, dass ich jemals über die Zeit gesprochen habe. Ich habe auch nie vom Sommer geredet", meint er über den Zeitpunkt einer definitiven Entscheidung.

Seinen Fans Mut machen dürfte folgende Aussage zu einem turbulenten Rennen in Valencia: "Dafür bin ich ja hier: Ich brauche diese Spannung - und diese Jungs haben es mir ja auch spannend gemacht, kein Zweifel." Wenn Schumacher nicht ohnehin schon hochmotiviert war, dürfte er es also spätestens nach dem Europa-Grand-Prix sein. Und seinen Vertrag bei Mercedes verlängern? Diese Frage scheint ähnlich offen wie die Rennausgänge 2012.

Fotoquelle: xpbimages.com

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