Eingespieltes Duo: Sebastian Vettel und Renningenieur Guillaume Rocquelin

Formel 1 2012

— 26.06.2012

Wie Red Bull Vettels Auto retten wollte

Renningenieur Guillaume Rocquelin gibt Einblicke, was in den bangen Momenten vor Sebastian Vettels bitteren Ausfall am Red-Bull-Kommandostand vor sich ging



Sebastian Vettels rger nach dem Ausfall in Valencia ist verstndlich: Der Weltmeister erlebte bis dahin ein perfektes Wochenende, stahl im Qualifying mit einer perfekten Runde allen die Show und setzte sich im Rennen gekonnt ab, ehe das Safety-Car auf die Strecke geschickt wurde und zunchst der Vorsprung dahin war und dann das Auto mit defekter Lichtmaschine stehenblieb.

"Es war in der Tat die Lichtmaschine, die ausgefallen ist", besttigt Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegenber 'ServusTV': "Leider muss man sagen, dass so eine simple Geschichte wie eine Lichtmaschine uns einen nahezu sicheren Sieg gekostet hat." Am Red-Bull-Kommandostand wusste man schon whrend der Safety-Car-Phase, dass bei Vettels Red-Bull-Boliden etwas nicht stimmt. Das erklrt auch, warum Horner trotz des neutralisierten Rennens wild mit den Fen wippte. Vettels Renningenieur Guillaume Rocquelin besttigt: "Es gab whrend der Safety-Car-Phase ein paar Warnungen, dass etwas falsch luft."

Defekt bahnte sich an

Aus diesem Grund versuchte man, das fhrende Auto von Vettel aus der Ferne zu retten. "Wir versuchten, das in den Griff zu kriegen", schildert der Franzose die aufregenden Momente. "Wir wollten Sensoren zurcksetzen und ein paar Dinge probieren. Es ging da nicht um fnf Runden, sondern eher um ein oder zwei Runden, aber zwei Minuten davor wussten wir, dass etwas passieren wrde."

Doch nicht immer wei man schon im Vorhinein, dass im Auto etwas Unbliches vor sich geht. "Das hngt immer vom Defekt ab", meint Rocquelin. Er gibt Vettels Ausfall beim Grand Prix von Sdkorea als Beispiel, als der Red-Bull-Pilot in Fhrung liegend von einem Motorschaden aus dem Rennen gerissen wurde und im Titelrennen einen weiteren Dmpfer erlitt: "Das habe wir nicht kommen sehen. Es ist pltzlich passiert. Der Defekt in Valencia war da anders - es handelte sich um ein fortschreitendes Problem."

Rocquelin bleibt cool

Panik bricht in solchen Situation normalerweise nicht aus, meint Rocquelin, obwohl sich die Katastrophe anbahnt. "Wenn so etwas passiert, dann geht man automatisch in den 'Rettungs-Modus' und versucht, es so gut wie man kann hinzukriegen", gibt er Einblicke. "Man denkt nicht: 'Oh nein, wir werden das Rennen verlieren'. Eher: 'Okay, wie lsen wir jetzt dieses Problem?'. Man probiert die Dinge aus, die in deinem Einflussbereich sind, um die Situation in den Griff zu kriegen. Wenn man in eine Krise schlittert, dann setzt man alles daran, da wieder rauszukommen."

Verzweiflung macht sich erst breit, wenn nichts mehr geht: "Erst wenn das Auto stehenbleibt und keine Daten mehr hereinkommen, dann wei man, dass es vorbei ist. Dann denkt man ber die Konsequenzen nach und ber das, was mglich gewesen wre. " Rocquelin verlsst dann die Boxenmauer und zieht sich zurck, um eine neue Standortbestimmung vorzunehmen. "Ich gehe zurck ins Ingenieursbro, wo es viel khler ist. Dort kann man sich wieder sammeln und darber nachdenken, welche die nchsten Schritte sind, die man setzt." Verrckt machen will er sich durch den Rckschlag aber nicht: "So ist der Motorsport."

Fotoquelle: Red Bull

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