Gerard Lopez nimmt Reifenhersteller Pirelli gegen die Kritik in Schutz

Formel 1 2012

— 26.06.2012

Lopez: "Finde Reifendebatte dumm"

Warum sich Genii-Chef Gerard Lopez über die Kritik an Reifenhersteller Pirelli wundert und worauf er die enorme Leistungsdichte zurückführt



Sieben verschiedene Sieger in acht Rennen, überraschende Rennverläufe, kein Team, das sich absetzen kann - die Formel 1 erweist sich dieses Jahr als äußerst unberechenbar. Viele machen dafür die aktuelle Reifengeneration von Pirelli verantwortlich, schließlich haben die Teams nach wie vor Mühe, die Pneus zu verstehen. Trotz der enormen Spannung musste der italienische Reifenhersteller auch Kritik einstecken - dass Piloten wie Pastor Maldonado Rennen gewinnen, schade der Formel 1, hieß es bereits im Fahrerlager.

Doch Gerard Lopez, als Anteilseigner der Investmentfirma Genii Capital einer der Eigentümer des Lotus-Teams, kann dieser Meinung nicht viel abgewinnen: "Ich finde diese ganze Reifendebatte dumm", sagt der luxemburgische Manager gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Ferrari hat sich vor nicht allzu langer Zeit noch beschwert, aber jetzt haben sie zwei Rennen gewonnen. Oder Lewis, der immer vorne ist, unsere Autos, Sebastian."

Lopez spricht die Reifen frei

Er ist nicht der Ansicht, dass es sich in der Formel 1 2012 um Zufallsergebnisse handelt, stattdessen sei einfach die Leistungsdichte größer geworden: "Der einzige Unterschied ist, dass eine Sekunde jetzt nicht mehr der Abstand vom Ersten zum Vierten ist, sondern vom Ersten zum Zehnten oder Elften. Das ist neu. Aber die Reifen sind für alle gleich. Für das Publikum ist es aufregend, finde ich."

Lopez hält auch nicht die Reifen für den alleinigen Grund, dass das Feld dieses Jahr so eng beisammen liegt: "Es liegt an technischen Faktoren", glaubt er. "Die Auspuffsysteme machen einen riesigen Unterschied. Das Einzige, was die Reifen bewirken, ist, dass man mehr Gelegenheiten hat, nicht gut abzuschneiden und Fehler zu machen."

Lopez hofft auf ähnliche Spannung 2014

Vor zehn Jahren versuchte man mit unterschiedlichen Mitteln, die Spannung herzustellen, die derzeit in der Königsklasse des Motorsports vorherrscht. Das Qualifying war eine Dauerbaustelle, am technischen Reglement wurde ständig herumgebastelt, viele Schüsse gingen nach hinten los.

Dennoch steht 2014 eine erneute Reglementrevolution an - man wechselt aus Gründen der Nachhaltigkeit, die für die Autohersteller eine große Rolle spielt, auf kleinere Motoren, am Aerodynamikreglement wird noch getüftelt. Lopez lehnt diesen Schritt nicht kategorisch ab: "Ich finde nicht, dass mit der aktuellen Formel etwas nicht stimmt, aber es gibt auch gute Gründe dafür, auf andere Motoren zu wechseln. Momentan ist die Formel 1 so gut, wie sie nur sein kann. Hoffentlich wird es mit den neuen Motoren auch von Anfang an so aufregend und eng."

Fotoquelle: xpbimages.com

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