Norbert Haug glaubt an weitere Topplatzierungen Schumachers

Formel 1 2012

— 27.06.2012

Haug: "Schumacher hat Podestplatz nicht geerbt"

Norbert Haug wehrt sich gegen die Betrachtung, "Schumis" dritter Platz wäre auf Glück zurückzuführen, und ist "in Anbetracht des limitierten Budgets" zufrieden



Zweieinhalb Jahre lang musste sich Michael Schumacher in Geduld üben - in Valencia platzte dann endlich der Knoten, und der Rekordweltmeister fuhr seinen ersten Podestplatz seit dem Comeback ein. Er profitierte dabei zwar von Ausfällen und Fehlern an der Spitze, doch ohne die vielen technischen Defekte in dieser Saison wäre er vermutlich schon früher in die Top 3 gefahren.

"Es wäre falsch zu sagen, dass er den Platz geerbt hat", wehrt sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gegenüber 'Autosport' gegen diese Betrachtungsweise. "Eine Runde vor Schluss war er Fünfter, aber ich kann viele Geschichten erzählen, wo er Fünfter war und alles zu seinen Ungunsten lief. Wir haben in Valencia gesehen, dass der wahre Speed da war."

Haug lobt Schumachers Umgang mit Niederlagen

Der Schwabe lobt auch Schumachers Umgang mit dem 155. Podestplatz seiner Karriere. "Er hätte sagen können: 'Ich habe 91 Rennen gewonnen, warum soll ich mich freuen?' Aber er hat sich wirklich gefreut. Er ist ein großer Sportsmann, und das hat sich vor allem in seiner zweiten Karriere gezeigt - er ist sehr offen, auch für kritische Fragen. Er ist ein wirklich ausgeglichener Kerl, und jeder sollte zu ihm aufblicken, denn er hat uns nicht kritisiert, hat sich in der Öffentlichkeit nie beschwert."

Und das, obwohl Schumacher laut Haug überhaupt keine Schuld an den zahlreichen Pannen in dieser Saison trage: "In aller Fairness muss man sagen, dass er auf jeden Fall 60 oder 70 Punkte haben könnte, hätten wir keine technischen Probleme gehabt, was für ihn und auch für uns in der Konstrukteurs-WM gut gewesen wären. Aber wir haben es nicht hinbekommen."

Haug: Für "limitiertes Budget" sind Ergebnisse gut

Die Probleme führt er vor allem auf die Tatsache zurück, dass sich sein Team noch in der Aufbauphase befindet: "Wir haben das Recht, zu pushen. Und wenn man pusht, dann befindet man sich eher in einem Risikobereich als wenn man langsamer, aber zuverlässig ist." Durch die 23 Punkte, die Mercedes beim Grand Prix von Europa geholt hat, schwebe man zwar nicht "auf Wolke sieben", sei aber durchaus zufrieden: "Wenn man in Betracht zieht, dass wir im Vergleich zu den anderen nur über ein limitiertes Budget verfügen, leisten wir alles in allem gute Arbeit, und die Richtung stimmt."

Jetzt hofft Haug, dass nicht nur bei Schumacher, sondern auch beim Team der Bann gebrochen ist und die Zuverlässigkeitsprobleme der Vergangenheit angehören. Ist dies der Fall, dann werde der 43-Jährige "noch öfter auf dem Podest stehen", glaubt Haug. Das Ergebnis von Valencia sei auch für die Zukunft "wichtig", dass man damit einer Vertragsverlängerung näher gekommen sei, will er aber nicht bestätigen: "Das ist eine andere Geschichte, und wir werden mit ihm darüber später sprechen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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