Hamilton zeigt sich von der Animation des Kurses in London begeistert

Formel 1 2012

— 29.06.2012

Hamilton: "London könnte Ikone wie Monaco werden"

Lewis Hamilton im Interview: Warum London in der Monaco-Preisklasse mitspielen könnte, was er vom Kurs hält und ob er London Silverstone vorziehen würde



Unmittelbar nach Bernie Ecclestones Ankündigung, dass er intensiv an einem Grand Prix in den Straßen von London arbeitet, präsentierte der McLaren-Hauptsponsor eine Animation einer möglichen Streckenführung, die von dem Designbüro Populous entwickelt wurde, das auch für den Umbau von Silverstone verantwortlich zeichnete. Im Interview spricht Lewis Hamilton über seinen Traum, in der britischen Hauptstadt anzutreten, über seine Eindrücke vom Simulationsvideo und die Streckenführung.

Frage: "Lewis, was würde ein London-Grand-Prix für dich bedeuten?"
Lewis Hamilton: "Das regt meine Fantasie an. Bei The Mall hinaufzufahren, an Picadilly vorbei - wie viele Fans würden dort sein? Wie cool wäre die Atmosphäre? Würde die Queen zuschauen? Ich würde ihr beim vorbeifahren zuwinken. Das wäre echt toll. Der Film ist gut durchdacht - von einer möglichen Streckenführung bis zur praktischen Logistik. Da ich mitgeholfen habe, den Kurs zu bewerten und zu entwickeln, muss ich euch sagen, dass dieses Rennen wirklich episch wäre."

"Man kann es sich kaum vorstellen, wie viele Gedanken und wie viel Expertise in diesen Plan eingeflossen sind. Wenn man einen Film produziert, dann muss man das Publikum in die Welt hineinziehen, die man kreiert. Es muss authentisch wirken. Bei dieser Animation handelt es sich nicht um ein paar Rohdaten, es lebt beinahe. Es gibt sogar einen Verkehrsplan, wie die Zuschauer an- und abreisen würden, wo wir die Transporter parken würden, wie sich die Boxen in die Umgebung einfügen würden. Das Konzept ist nicht nur inspirierend, sondern es besticht auch durch die sorgfältige Prüfung."

"Als ich aufwuchs, wollte ich immer den Grand Prix von Monaco gewinnen. Das Gefühl, zuhause zu gewinnen, ist aber etwas ganz Außergewöhnliches. Ein Grand Prix in London könnte eine Ikone wie Monaco werden. Dort gibt es so viel Historie. Das wäre ein Rennen, das ich unbedingt gewinnen wollen würde."

Frage: "Du hast beim Hollywood-Film Cars 2 mitgewirkt. Gibt es eine Beziehung zum London-Grand-Prix?"
Hamilton: "An der Animation des London-Grand-Prix mitgewirkt zu haben, war eine großartige Erfahrung. Ich habe kürzlich Iron Man 2 im Flugzeug angesehen, und da gibt es eine Szene, wo Robert Downey jun. mit einem großen 3D-Hologramm einer Stadt arbeitet. Am Set unseres Films anzukommen und so etwas Ähnliches zu machen, war speziell - ein wahres Stück Filmmagie. Das Filmen war sehr einfach. Für die Live-Action-Aufnahmen hatten wir nur ein Set - die Roca-Gallery-London in Chelsea. Wir benötigten also kein großes Team."

"Die Kreativität und die Liebe zum Detail waren unglaublich. Jede Bodenunebenheit findet man wieder, und wir haben alles in unserem Rennsimulator simuliert. Wenn wir also sagen, 'Ritz ist eine Kurve im zweiten Gang bei Tempo 40 mph (64 km/h, Anm.)', dann wissen wir das, weil wir es im realistischsten Simulator ausprobiert haben, den es gibt. Die Leute von Popolous wissen, wie man Rennstrecken designt, denn sie haben die Renovierung von Silverstone durchgeführt und kennen die Sicht eines Fahrers. Dieser Film ist also glaubwürdig und spektakulär."

Frage: "Was macht London als Austragungsort so speziell?"
Hamilton: "Dieses Jahr spricht jeder über London - wegen dem diamantenen Thronjubiläum der Queen und den Olympischen Spielen. Es handelt sich um eine tolle Zeit, um zu zeigen, was in unserer Hauptstadt möglich ist - dass es sich um einen Ort mit enormer Historie handelt, der aber auch dynamisch ist und sich ständig im Wandel befindet. Wenn man den Kurs im Simulator fährt, dann passiert man Bauwerke wie Westminster Abbey und das Parlamentsgebäude, die dort bereits seit hunderten Jahren stehen, aber auch das London Eye, das viel neuer ist."

"Der Streckenverlauf verbindet diese dramatische Kulisse - vielleicht die dramatischste aller Städte auf der ganzen Welt - mit einer unglaublichen Rennstrecke. Sollte diese Vision realisiert werden, dann wäre der Status von London als Sportmekka auf jeden Fall einzementiert."

Frage: "Wo siehst du die besten Überholmöglichkeiten?"
Hamilton: "Auf der Santander-Geraden kommt man auf Tempo 190 mph (306 km/h, Anm.) - vielleicht sogar mehr, wenn DRS aktiviert ist. Am Ende davon schaltet man vier Gänge zurück - vom siebten auf den dritten - und verringert das Tempo für die Passage zwischen Buckingham Palace und dem Brunnen. Wir sprechen aber immer noch von 85 mph (137 km/h, Anm.), man muss also mutig und präzise fahren, aber es ist dort möglich."

"Danach folgen die Passagen beim Parlament und Big Ben, die man im zweiten Gang nimmt. Die Autos können dort also aufschließen. Dann muss der Ausgang bei Big Ben passen, das Embankment hinunter in die Santander-Kurve. Da verzögert man von 180 mph (290 km/h, Anm.) im höchsten Gang auf ungefähr 40 mph (64 km/h, Anm.) im zweiten Gang - eine sehr gute Überholmöglichkeit."

Frage: "Also - London oder Silverstone?"
Hamilton: "Ich bin da jetzt geizig und würde gerne beides behalten. Warum nicht? Auch andere Länder haben zwei Rennen - wie Spanien und Deutschland. Und es steht außer Zweifel, dass Großbritannien einen enormen Beitrag zur Formel 1 leistet, also denke ich, dass das absolut gerechtfertigt wäre. Silverstone ist für mich mehr als nur mein Heimrennen - dieser Kurs ist gigantisch, eine Strecke für echte Racer. Die Idee eines Rennens in London bietet ganz andere Möglichkeiten, und es wäre großartig, unsere Fans zuhause mit zwei Rennen zu belohnen, oder nicht?"

Fotoquelle: Santander

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