Sergio Perez hadert mit dem Bremsverhalten seines Sauber-Boliden

Formel 1 2012

— 05.07.2012

Perez: "Können uns solche Qualifyings nicht leisten"

Sauber-Pilot Sergio Perez erklärt, warum es im Qualifying für Sauber nicht läuft und wieso er auch von anderen Fahrern fordert, karitativ tätig zu werden



Bei den vergangenen zwei Rennen in Montreal und Valencia holte Sergio Perez 17 Punkte. Eine gute Bilanz, möchte man meinen, doch der Mexikaner zeigt sich unzufrieden: Bei beiden Rennen musste er von Platz 15 losfahren. Beim Tischgespräch vor dem Grand Prix von Großbritannien erklärt er, warum es im Qualifying derzeit nicht klappt und spricht über sein gegründete Wohltätigkeitsorganisation.

Frage: "Sergio, du musstest bei den vergangenen zwei Rennen aus schlechten Startpositionen losfahren. Gibt es Hoffnung, dass sich das ändert?
Sergio Perez: "Die letzten zwei Rennen waren sehr schlecht - wegen ähnlicher Probleme. Wir haben bei den Bremsen etwas geändert, um das zu verbessern. Dennoch ist Silverstone eine ganz andere Strecke, wo man sehr wenig bremst, aber wir müssen uns in diesem Bereich verbessern, denn wir können uns kein weiteres Qualifying wie in Valencia oder Montreal leisten. Daran arbeiten wir. Das Team leistet gute Arbeit, und ich bin zuversichtlich, dass dieses Problem an diesem Wochenende aussortiert sein wird."

Frage: "Könnt ihr in diesem Bereich viel tun, außer das Auto einfach schneller machen?"
Perez: "Ja, auf jeden Fall. Bei den vergangenen zwei Rennen bin ich von Platz 15 gestartet. Das entspricht definitiv nicht dem Potenzial unseres Autos. Ich musste aber von dort starten, weil das Qualifying so schlecht gelaufen war - wegen der Bremsprobleme. Wir haben also definitiv Spielraum, um uns im Qualifying zu verbessern, ohne dass das zu Lasten der Rennperformance geht. Es gibt Strecken, wo man einen Kompromiss eingehen muss, damit der Reifen hält - ich glaube, aber dass Silverstone da anders ist."

Frage: "Das Problem sollte sich hier aber nicht so stark auswirken, weil nur wenig gebremst wird."
Perez: "Ja, hier wird wenig gebremst. Der Abtrieb steht im Vordergrund, nicht die mechanische Seite."

Frage: "Wenn du in der Sommerpause nach Mexiko reist, wirst du dir dann auch den neuen Kurs in Austin ansehen?"
Perez: "Ich habe überhaupt keine Pläne, dorthin zu fahren. Diese Saison ist so stressig - ich habe grundsätzlich nur vor, ein paar Tage zuhause zu verbringen. Derzeit plane ich nicht, nach Austin zu fahren."

Frage: "Beim letzten Rennen hast du mit der härteren Mischung begonnen. War das ein Fehler?"
Perez: "Was bei mir falsch gelaufen ist, war der letzte Stopp. Die anderen stoppten in den Runden 41 und 42, wir aber nicht. Aus diesem Grund hatte ich am Ende wirklich Probleme mit meinen Reifen."

Frage: "Du warst der erste, der den ersten Stopp gemacht hat ..."
Perez: "ja - und auch beim zweiten Stopp. Das Problem war, dass ich den Runden 41 und 42 der Schnellste war, doch ab Runde 43 hatte ich massiven Reifenabbau. Wir konnten nicht reagieren, aber wir lernen daraus. Wir hatten Probleme, aber hoffentlich können wir unsere Strategie bei diesem Rennen verbessern, obwohl ich der Meinung bin, dass das Team gute Arbeit geleistet hat, denn wir haben von einem sehr schwierigen Rennen zwei Punkte mitgenommen."

"Es hätte natürlich auch mehr sein können, denn wir befanden uns bereits auf Platz sieben, aber so ist der Rennsport, und so sind die Reifen, die uns zur Verfügung stehen. Wir müssen das Beste daraus machen."

Frage: Bei den vergangenen Rennen haben wir Piloten gesehen, die zehn bis 15 Runden vor Schluss noch einen Stopp eingelegt haben."
Perez: "Ich bin der Meinung, dass man von dieser Herangehensweise profitieren kann. Vor allem auf einer Strecke wie Valencia, wo der Abbau so enorm ist. Gegen Ende des Rennens wird der Abbau schlimmer, daher ergibt das Sinn."

Frage: "Welches Armband trägst du da?"
Perez: "Es ist das Armband einer Vereinigung, die ich mit einigen Freunden in Mexiko gegründet habe, um karitativ tätig zu sein."

Frage: "Wem helft ihr?"
Perez: "Unterschiedlich. Wir gehen in Schulen, in Häuser, wo die Menschen nichts zu essen oder keine Eltern haben. Wir organisieren für sie Fußballspiele, unterschiedliche Dinge. Wir versuchen, durch Charity etwas Geld für sie zu sammeln. Ich wollte immer schon anderen Menschen helfen, aber jetzt befinde ich mich in meinem Heimatland in einer sehr starken Position. Diese Veranstaltungen geben mir sehr viel, denn durch sie bin ich den Menschen sehr nahe, die Hilfe brauchen. Ich bin sehr froh, dass ich nun diese Vereinigung gegründet habe. Ab August gibt es auch eine Stiftung. Das mache ich gerne."

Frage: "Gibt dir das eine gewisse Erdung?"
Perez: "Auf jeden Fall. Man lernt sehr viel. Wenn ich mit diesen Menschen in Kontakt bin, dann hilft das auch mir, denn in der Formel-1-Welt kann man schnell den Boden unter den Füßen verlieren - man hebt ab. Diese Dinge helfen dir dabei, ein guter Mensch zu sein. Jeder Fahrer, der in diesem Fahrerlager ist, trägt meiner Meinung nach eine Verantwortung, anderen Menschen zu helfen - einfach weil er in der Position ist, wo er helfen kann."

Fotoquelle: xpbimages.com

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