Norbert Haug will mit Michael Schumacher gemeinsam über die Zukunft entscheiden

Formel 1 2012

— 06.07.2012

Haug über Schumacher: Müssen uns als Team einigen

Norbert Haug betont, dass Mercedes und Michael Schumacher gemeinsam über die weitere Zukunft entscheiden werden: "Da geht es nicht um einen Vertragspoker"



Die Diskussion um die Zukunft von Michael Schumacher im Werksteam von Mercedes hatte in den vergangenen Tagen an Fahrt aufgenommen. Mitte der Woche hatte Teamchef Ross Brawn erklärt, dass er innerhalb der nächsten sechs Wochen zu einer Entscheidung kommen möchte, ob der Rekordweltmeister seinen am Ende des Jahres auslaufenden Vertrag bei den Silberpfeilen verlängert oder nicht. Gestern überraschte Schumacher dann mit der Aussage, dass er nicht vor Oktober über seine Zukunft entscheiden wolle.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug bemühte sich nach dem zweiten Freien Training in Silverstone, ein wenig Klarheit in die auf den ersten Blick widersprüchlichen Aussagen zu bringen. "Der Stand ist der, dass wir uns in Ruhe zusammensetzen werden. Was Ross gesagt hat ist, dass bis zur Sommerpause eine erste Richtung diskutiert wird", so Haug im Gespräch mit 'Sky Sport'. Haug betonte, dass keine Seite die andere unter Druck setzen werde: "Ganz wichtig ist, dass es sich um eine gemeinsame Entscheidung handelt."

Der Motorsportchef widersprach auch der Darstellung, nachdem Mercedes nur auf eine Zusage von Schumacher warten würde. "Es wurde kolportiert, dass Michael die Wahl hätte. Aber Michael ist der Erste, der unterstreicht, dass wir uns als Team einigen müssen", sagt Haug. "Wir sind ein Team, wir gehen konstruktiv miteinander um. Da geht es nicht um einen Vertragspoker." Der 59-Jährige geht davon aus, dass Schumacher bis zum endgültigen Ende seiner Karriere - wann immer das sein mag - für Mercedes fahren wird.

Keine Zeitdruck bei der Entscheidung

"Ich sehe Michael auch nicht mit einem anderen Team liebäugeln. Er ist fixer Bestandteil des Silberpfeil-Teams und deshalb können wir uns die Zeit gönnen, um alles in Ruhe zu entwickeln", so Haug. "Das ist ein ganz normaler Prozess zwischen Fahrer und Team. Den wollen wir konstruktiv gestalten und haben die Zeit. Wird sind jetzt acht Rennen gefahren und warum sollten wir nicht zwölf abwarten, um zu sehen, wohin die Reise geht?"

Haug wollte sich nicht darauf festlegen, ob das Ziel dieser Reise eine Fortsetzung der Zusammenarbeit sein wird. "Das werden wir sehen. Das ist ein Prozess zwischen Michael und uns. Und wenn wir das alles wüssten, dann könnten wir es heute ja vielleicht exklusiv bei 'Sky' verlautbaren, was nicht schlecht wäre", so der Motorsportchef. "Aber wir sind noch nicht soweit und wir gönnen uns die notwendige Zeit."

Fans sehen Schumacher als komplettesten Fahrer

Eine Umfrage von 'Sky' im Rahmen des Grand Prix in Silverstone ergab unterdessen, dass für die Mehrheit der Zuschauer Schumacher der komplettester Fahrer im Feld ist. Für Haug kein überraschendes Ergebnis: "Wer ihn in Monaco, in Valencia und hier im Regen hat fahren sehen, der weiß, was Sache ist." Allerdings kann Haug verstehen, dass viele Fans lange an den Fähigkeiten des 43-Jährigen zweifelten. "Es gab eine Phase, in der 80 Prozent gesagt haben, es sei besser, wenn er aufhört. Jetzt sagen vielleicht 90 Prozent, es sei besser, wenn er bleibt."

"So schwingt die Stimmung hin und her", sagt Haug, der die Situation mit der der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft vergleicht: "Vier Spiele lang die Helden und nach dem fünften Spiel heftig kritisiert - das ist im Sport so und das muss man akzeptieren." Am Ende zählten immer nur die Substanz und die Kombination aus Fahrer und Fahrzeug. "Da scheinen wir auf einem guten Weg zu sein", meint Haug.

Trotz des klaren Aufwärtstrends in dieser Saison sieht der Mercedes-Mann keinen Grund für übertriebenen Optimismus. "Wir sind auch die Letzten, die abheben. Wir werden ganz konzentriert weiterarbeiten. Ich glaube, viele Dinge, die wir beide miteinander besprochen haben, sind dann auch so gekommen." Allerdings muss Haug zugeben, dass der Weg nach oben steiler war, als erwartet. "Vielleicht mit ein bisschen Zeitverzug, aber sie sind gekommen, und das ist wichtig."

Fotoquelle: xpbimages.com

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