Der Schlamm arbeitete sich teilweise sogar bis auf die Straßen nach vor

Formel 1 2012

— 06.07.2012

Erinnerungen an 2000: Silverstone versinkt im Schlamm

Gesperrte Camping- und Parkplätze, stundenlange Staus: Silverstone geht wie schon vor zwölf Jahren im nicht enden wollenden Regen unter



Schlammbad gefällig? Dann sollten Sie dieses Wochenende nicht Ihre nächstgelegene Heilanstalt aufsuchen, sondern einen Flug nach Großbritannien buchen und zur Formel 1 nach Silverstone kommen. Denn das "Home of British Motor Racing" versinkt dieses Wochenende im Schlamm - wie schon vor zwölf Jahren.

Unvergessen die Bilder, wie die Autos der Zuschauer eines nach dem anderen von Traktoren aus den Park-Schlammplätzen gezogen werden mussten, und unvergessen auch David Coulthard, der im Training vor dem Regen kapitulierte und in weißen Tennis-Socken über die hoffnungslos überflutete Wiese stapfte. Nach dem heutigen Dauerregen, der morgen ein wenig nachlassen, am Sonntag aber wieder anziehen soll, blüht Silverstone erneut ein solches Chaos.

"Wir sind auf Worst-Case-Szenarios vorbereitet", stöhnt Silverstone-Sprecherin Katie Tyler, "und wir tun alles, was wir können, um so etwas zu verhindern. Aber letzten Endes ist die Strecke von Feldern umgeben - und die ganzen Flächen zu asphaltieren, ist finanziell nicht machbar. Frustrierend, denn es schien, als hätten wir das Jahr 2000 überwunden gehabt. Scheint so, als würden wir es jetzt wieder erleben - zumindest sieht es heute danach aus."

Weil weite Flächen rund um die Strecke überflutet sind, mussten tausende Camper auf besser befestigte Plätze umgeleitet werden. Das sorgte für ein heilloses Chaos - Fans und auch Journalisten standen auf der A43 stundenlang im Stau, weil der Verkehr völlig zum Erliegen kam. Die meisten Park- und Campingplätze können nicht mehr genutzt werden, sodass hier auch noch ein Engpass entsteht - obwohl die asphaltierten Flächen ohnehin schon maximal ausgeschöpft werden.

Geschätzte 80.000 Zuschauer kamen am heutigen Freitag an die Strecke - morgen und am Sonntag werden annähernd 100.000 beziehungsweise 125.000 erwartet. Zumindest könnte für Entspannung sorgen, dass der Werktags-Verkehr auf der A43 wegfällt und ab morgen mehr Park-&-Ride-Busse unterwegs sein werden. Die waren heute teilweise noch nicht verfügbar, weil sie freitags im öffentlichen Verkehr oder als Schulbusse unterwegs sind.

"Es ist ein Albtraum" macht Tyler keinen Hehl aus der Situation und kündigt eine Untersuchung an: "Wir wissen, dass wir ein Problem haben, und wir wissen, dass es ernst ist. Wir besprechen, was wir morgen und übermorgen unternehmen können, aber sind wir uns ehrlich: Wenn es weiter regnet, dann haben wir ein Problem." Und mit einem rettenden Wetterumschwung ist derzeit nicht zu rechnen...

Bereits am Mittwoch wurden von Wetterstationen teilweise 35 Millimeter Regen innerhalb von 40 Minuten registriert. Zuschauer werden aufgefordert, nicht zu kommen, wenn sie nicht schon gebucht haben. Ob es eine Kosten-Rückerstattung für jene geben wird, die wegen des Staus nicht zur Strecke kamen, steht noch nicht fest: "Das kann ich nicht sagen", meint Tyler, "aber ich bin mir sicher, dass wir uns das überlegen werden."

Fotoquelle: xpbimages.com

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