Bedrückt, aber immer kämpferisch: Aufgeben ist nicht Buttons Sache

Formel 1 2012

— 07.07.2012

Button: Smart durch die Dauerkrise

In schlechten Zeiten zeigt sich der Rückhalt, den der beliebte und unkomplizierte McLaren-Piloten im Team genießt: Viel Zuspruch und Verständnis für Button



In Valencia glaubten viele Beobachter und nicht zuletzt auch Jenson Button selbst daran, dass die Formkurve des Weltmeisters von 2009 ihre Talsohle durchschritten habe. Aber Pustekuchen: Ausgerechnet beim Heimspiel in Großbritannien scheint es nach Platz 18 im Qualifying noch weiter bergab zu gehen. "Wie sich Jenson fühlt? Nicht wirklich gut", meint McLaren-Sportdirektor Sam Michael über das Seelenleben seines Piloten, der sich nach Außen hin wie immer cool bis gefasst gab.

Button ist weder an sportlichen noch an klimatischen Regentagen ein Mann, der Trübsal bläst. Und wenn beides wie in Silverstone zusammenfällt, schon gar nicht: "Normalerweise kann ich ein Auto im Nassen fahren, aber heute offensichtlich nicht. So ist das eben manchmal", schildert er den TV-Journalisten. Allerdings muss die anhaltende Krise, die durch Pech und Pannen intensiviert wird, auch an dem smarten Briten so langsam nagen.

Taktischer Fehlgriff und eine "Verzweiflungstat"

Die Formel-1-Welt fühlt mit Button, der eigentlich den Ruf eines Regenspezialisten genießt, im ersten Qualifikationsabschnitt aber zum wiederholten Male keine Temperatur in die Reifen bekam. "Das ist die Geschichte meiner Saison", seufzt er. Trost kommt von Jonathan Neale. "Er hatte furchtbar viel Pech", sagt der Geschäftsführer über das Problem mit dem ersten Satz Pneus und eine gelbe Flagge, die eine starke Runde zunichte machte.

Die McLaren-Strategie für Button sah vor, ihn früh auf die Bahn zu schicken, um die bestmöglichen Bedingungen zu nutzen. "Stattdessen wurden die Rundenzeiten aber immer besser. Wir hatten genug Sprit im Auto und ließen Jenson Runde für Runde auf der Strecke, damit er sich verbessern konnte", erklärt Neale, der jedoch das Gegenteil erlebte. Den fast gelungenen Schachzug mit neuen Reifen zum Ende des Abschnitts bezeichnet er als "Verzweiflungstat".

Startet Button im Rennen eine Aufholjagd?

Denn mit 1,8 Sekunden Vorsprung auf seine bis dato beste Runde hatte Button zumindest die Qualifikation für Abschnitt zwei im Köcher. "Es tut mir leid für Jenson. Hätte das Auto da nicht gestanden, hätte er es geschafft", analysiert Niki Lauda bei 'Sky Sports F1'. Michael stimmt zu und hadert: "Er war in allen Trainings schnell genug. Aber manchmal liegt es an Kleinigkeiten." Und so bleibt Button nur zu hoffen, dass er im Rennen von den gesparten Reifensätzen profitieren kann.

Martin Whitmarsh appelliert außerdem an den Kampfgeist seines Schützlings: "Wir rechnen am Sonntag mit schlechtem Wetter. Er wird daher darauf aus sein, sich durch das Feld nach vorn zu arbeiten und am Ende noch Punkte abzugreifen", weiß der Teamchef. "Er ist einer der besten Regenfahrer. Das hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt", mach Whitmarsh Mut. Michael schlägt in die gleiche Kerbe: "Jenson ist unter diesen Bedingungen fantastisch."

Button sagt selbst: "Wenn der Sonntag ebenfalls nass wird - und davon gehen wir aus -, dann dürften wir gut aufgestellt sein." Durchhalteparole oder echter Optimismus? "Du musst in einer solchen Situation immer das Positive sehen", gibt sich Button kämpferisch. Als er in verkorksten Jahren bei Benetton und Honda durch eine sportliche Lebenskrise ging, hat ihn diese Einstellung auf den WM-Thron geführt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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