Michael Schumacher nimmt sich Zeit für seine Karriere-Entscheidung

Formel 1 2012

— 08.07.2012

Schumacher und Mercedes: Es gibt Alternativen

Während der Rekordweltmeister und Teamverantwortliche gelassen nach einer Lösung in beiderseitigem Einvernehmen suchen, strickt Mercedes offenbar an einem Plan B



Nicht erst seit Michael Schumachers drittem Platz in der Qualifikation zum Großbritannien-Grand-Prix steht die sportliche Zukunft des Rekordweltmeisters im Fokus des Interesses. Während der Betroffene beharrlich schweigt, ist die Mercedes-Teamführung umso gesprächiger, wenn es um den Kontrakt ihres prominentesten Angestellten geht - und sagt offen, dass es andere Piloten gibt, die für das Cockpit in Frage kommen: "Ich denke, dass wir uns Alternativen überlegen und das auch mit Michael absprechen", so Motorsport-Chef Norbert Haug bei 'RTL'.

Ross Brawn schlägt beim Kölner Sender in die gleiche Kerbe und räumt ein, dass es auch einen Plan B gibt. "Natürlich. Deshalb darf man Plan A aber nicht beiseite legen. Wir wissen es halt noch nicht", meint der Teamchef. Doch wann wird eine solche alternative Lösung akut? Zum einen, wenn Schumacher aus freien Stücken ein zweites Mal seine Karriere beendet. Zum anderen - und das hat Haug zuletzt deutlich gemacht -, wenn sich Mercedes und der Rekordweltmeister nicht einigen können.

di Resta und Hamilton als Alternativen

Denn eine einseitige Option scheint es in Schumachers Arbeitsvertrag nicht zu geben. Allerdings gibt es aktuell wenig Anlass, daran zu glauben, dass Mercedes einen Austausch forcieren würde. In Sachen PR bleibt der Kerpener ein Zugpferd, sportlich überzeugte er die Verantwortlichen - nicht nur im britischen Regen. "Überhaupt fährt er in diesem Jahr sehr gut. Fantastisch", lobt Brawn. Vielmehr scheint es in der Causa Schumacher darum zu gehen, welchen Anspruch beide Seiten in der Formel 1 verfolgen.

Und wie sieht ein Plan B aus? Paul di Resta hat aus seiner DTM-Zeit feste Bande zu der Marke, Lewis Hamilton ist mit den handelnden Personen ebenfalls bestens bekannt. Nico Rosberg würde sich laut 'formula1.con' trotzdem wundern, wenn der aktuelle McLaren-Pilot bald den gleichen Overall trägt: "Wer sagt das? Nur, weil sein Vertrag ausläuft, heißt das nicht automatisch, dass er zu Mercedes geht. Ich hoffe, dass Michael bleibt - ich bin glücklich mit ihm als Teamkollegen."

Gewissheit wohl erst im Oktober

Gegen die Verpflichtung Hamiltons spricht außerdem, dass dessen aktueller Arbeitgeber offenbar auf eine zügige Einigung drängt. Das sieht bei Mercedes anders aus, wo die Verantwortlichen Gelassenheit demonstrieren. Brawn räumt ein, noch gar keine Gespräche geführt zu haben. "Wir haben uns darauf geeinigt, dieses Thema noch eine Weile lang ruhen zu lassen", betont der Mercedes-Stratege. Die ersten Argumente werden wohl erst nach seinem Urlaub in sechs Wochen ausgetauscht.

Immer wieder wird deshalb der Oktober als möglicher Termin für eine Vertragsverlängerung genannt. Oder eben auch als Datum, an dem Schumacher erneut "Sayonara" sagt. Darauf angesprochen, ob sein Bäuchlein ihn mit einer Verlängerung rechnen lasse, meint Haug: "Nein, das sehen wie in vier Rennen. Und das Bäuchlein ist auch kein Bäuchlein, sondern ein Bauch."

Fotoquelle: xpbimages.com

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