Michael Schumacher betrieb in Silverstone zuletzt Schadensbegrenzung

Formel 1 2012

— 13.07.2012

Mercedes möchte in Hockenheim aufs Podium fahren

Nach dem Quasi-Heimrennen in Silverstone steht für Mercedes nächste Woche der wahre Heim-Grand-Prix an - Podiumsplatzierung ist das erklärte Ziel



Nach Michael Schumachers drittem Platz in Valencia lief es für das Mercedes-Team zuletzt in Silverstone wieder ernüchternd: Nico Rosberg verpasste mit Rang 15 nach einem verkorksten Rennen eine Platzierung in den Punkten, während Schumacher immerhin noch als Siebter die Zielflagge sah. Der britische Traditionskurs mit seinen teils lang gezogenen, schnellen Kurven lag dem F1 W03 offenbar überhaupt nicht.

Da sich die Mercedes-Fabrik in Brackley befindet, galt Silverstone praktisch als zweites Heimrennen für die "Silberpfeile". Der wirkliche Heim-Grand-Prix steht allerdings nächste Woche an: Der Große Preis von Deutschland in Hockenheim. Mercedes war hier als Motorenpartner in der Formel 1 bislang zwei Mal erfolgreich: 1998 mit Mika Häkkinen und 2008 mit Lewis Hamilton.

"Ich werde häufig gefragt, ob es in einem so internationalen Sport wie unserem überhaupt noch so etwas wie einen Heimvorteil geben kann, und meine Antwort ist: Heimvorteil vielleicht nicht, aber Heimatgefühle schon", erklärt Schumacher vor dem Rennen in Hockenheim, wo er insgesamt vier Mal gewann. "Natürlich fühlt man als deutscher Fahrer eine andere Vorfreude, wenn man zum Grand Prix von Deutschland antritt und weiß, dass alle Zuschauer auf den Tribünen hinter dir stehen. Das macht einen stolz, und es puscht die Motivation automatisch noch etwas höher."

2010 belegte Schumacher in seiner Comeback-Saison in Hockenheim nur Platz neun, rechnet sich nicht zuletzt aufgrund seines Podiumsplatzes in Valencia nun aber größere Chancen auf ein positives Ergebnis aus: "Wir sind in diesem Jahr zum ersten Mal als Mercedes-Werksteam in der Lage, immer wieder mal da vorne rein zu fahren, und daher wünschen wir uns natürlich viel Unterstützung von den Fans, die wir ihnen dann wiederum mit Leistung zurück geben wollen", sagt der 43-Jährige. "Wir werden hoffentlich viele Mercedes-Mitarbeiter auf den Tribünen haben, die wir extra-glücklich machen wollen. Wir haben uns fest vorgenommen, dass wir allen über das Wochenende Anlass zum Feiern geben werden."

Rosberg: "Strecke sollte unserem Auto liegen"

Teamkollege Rosberg freut sich natürlich in erster Linie auf sein Heimrennen. Allerdings auch auf das Drumherum: "Ich freue mich sehr auf unser zweites Heimrennen in der kommenden Woche", so der Sieger des diesjährigen China-Grand-Prix. "Die Woche beginnt für uns mit Besuchen in unserem Werk in Rastatt, wo die neue A-Klasse und B-Klasse gebaut werden, bei AMG in Affalterbach und beim FOTA Fan Forum in Stuttgart - ich finde es toll, vor dem arbeitsreichen Rennwochenende so viele Kollegen von Mercedes zu treffen und etwas Zeit mit unseren Fans zu verbringen."

Zum Motodrom von Hockenheim hat Rosberg eine ganz besondere Beziehung, nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er in der Nähe geboren wurde: "Hockenheim ist ein ganz spezielles Rennen für uns und insbesondere für mich", so Rosberg. "Ich wurde in Wiesbaden, in der Nähe von Hockenheim, geboren und habe sehr schöne Erinnerungen an die letzten Rennen dort. Vor meinem Formel-1-Einstieg habe ich auf dieser Strecke sehr oft gewonnen und ich werde das letzte DTM-Rennen meines Vaters dort im Jahr 1995 niemals vergessen."

"Ich saß mit ihm auf dem Dach seines Autos und fuhr durch das Motodrom - in diesem Moment dachte ich mir 'Wie cool ist das?!' und entschloss mich, wie er Rennfahrer zu werden. Ich werde alles geben, um vor unseren Fans auf der Mercedes-Tribüne ein gutes Resultat zu erzielen, das wir dann hoffentlich gemeinsam feiern können. Die Strecke sollte unserem Auto mehr entgegenkommen als Silverstone. In Hockenheim gibt es lange Geraden und kurze Kurven - das sollte dem Silberpfeil liegen."

Teamchef Brawn fordert mehr Konstanz

Teamchef Ross Brawn pflichtet Rosberg in dieser Hinsicht bei und ist vor allem der Ansicht, dass man künftig vor allem konstanter werden müsse. Helfen sollen dabei vor allem Neuentwicklungen, die man einführen wird. "Der Große Preis von Deutschland ist nach dem Großbritannien Grand Prix in Silverstone am vergangenen Wochenende unser zweites Heimrennen hintereinander und wir freuen uns darauf, erneut vor unseren Fans und Mercedes Kollegen zu fahren", so Brawn. "Als Mercedes-Werksteam ist es ein ganz besonderes Wochenende für uns. Unsere Formkurve war zuletzt ein Auf und Ab - von Podiumsplätzen bis zu Punkteresultaten."

"Wir müssen hart daran arbeiten, unsere Konstanz und Wettbewerbsfähigkeit an der Spitze des Feldes zu steigern. Der Streckenverlauf in Hockenheim sollte dem F1 W03 mehr entgegenkommen als die vielen schnellen Kurven in Silverstone. Außerdem haben wir einige weitere Neuentwicklungen für das Auto, die unsere Performance verbessern sollten. Es wäre etwas ganz Besonderes für uns, in Deutschland ein gutes Resultat einzufahren - dafür werden wir alles geben."

Haug: "Hockenheim immer wieder ein Highlight"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht Hockenheim als Highlight für sein Team an: "Der Große Preis von Deutschland im Heimatland des Automobils war immer einer der Höhepunkte jeder Formel-1-Saison", so Haug.

Haug weiter: "In ganz besonderem Maße gilt dies für unser Silberpfeil-Werksteam. Hockenheim ist nach unserem englischen Heimrennen in Silverstone zwei Wochen später unser zweites Heimrennen in Folge - Daimler-Konzernsitz und Mercedes-Zentrale in Stuttgart liegen rund 100 Kilometer vom Motodrom entfernt."

"Die Streckenführung von Hockenheim stellt eine ziemlich differente Herausforderung zu jener beim vorangegangenen Rennen in Silverstone dar. Hockenheim hat zwei sehr schnelle Kurven, während die Mehrzahl der Richtungsänderungen mittelschnellen Charakter hat. Gutes Bremsverhalten und beste Traktion sind in der Spitzkehre am hinteren Ende der Strecke gefragt, von wo es auf den spektakulären Streckenabschnitt vor der Mercedes-Tribüne zugeht."

DRS könnte für zahlreiche Überholmanöver sorgen

Aufgrund der Tatsache, dass das DRS-System erst 2011 eingeführt wurde - damals fuhr die Formel 1 auf dem Nürburgring und nicht in Hockenheim - wird es nächste Woche erstmals auf dem badischen Rennkurs zum Einsatz kommen. Davon verspricht sich Haug viele spannende Überholmanöver.

"DRS, das bewegliche Heckflügelsystem zur Verringerung des Luftwiderstandes und Steigerung der Spitzengeschwindigkeit, wird nach der Regeländerung 2011 in diesem Jahr zum ersten Mal in Hockenheim zum Einsatz kommen. Und über die Hälfte der Strecke wird während einer Qualifying-Runde mit geöffneter Heckflügelklappe gefahren werden. Im Rennen sind auch dank dieses Systems zahlreiche Überholvorgänge zu erwarten, was gut für die Hockenheim-Zuschauer sein und für Spannung sorgen wird."

Für das Heimrennen in Hockenheim setzt Norbert Haug das Ziel sehr hoch an und wünscht sich offenbar eine Podiumsplatzierung: "Unser Team wird hart arbeiten, um in Hockenheim an die Leistungen anzuschließen, wie wir sie in diesem Jahr seit Nicos Sieg vor drei Monaten in China, einen Monat später mit Rang zwei in Monaco und mit Michaels Podiumsplatz beim vorletzten Rennen in Valencia gezeigt haben."

Fotoquelle: xpbimages.com

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