Kimi Räikkönen hatte in Deutschland in der Vergangenheit wenig Glück

Formel 1 2012

— 13.07.2012

Lotus-Piloten setzen sich für Hockenheim hohe Ziele

Während Romain Grosjean schon vom Sieg spricht, hält sich Kimi Räikkönen mit Prognosen für Hockenheim etwas zurück - Bezwingt er den "Deutschland-Fluch"?



Das Lotus-Duo Kimi Räikkönen und Romain Grosjean möchte beim kommenden Rennen in Hockenheim groß auftrumpfen und sich im Vergleich zum letzten Grand Prix in Silverstone deutlich steigern. In Großbritannien kamen sie nur auf den Rängen fünf und sechs ins Ziel. Zu wenig für die beiden schnellen Piloten, die in dieser Saison zwar nach wie vor auf ihren ersten Sieg warten, von Experten aber weiterhin als große Favoriten angesehen werden.

Ex-Weltmeister Räikkönen, der in Valencia noch starker Zweiter geworden war und derzeit mit 83 Punkten auf Rang fünf der Fahrerweltmeisterschaft liegt, stattete nach seinem fünften Rang in Silverstone der Lotus-Fabrik in Enstone einen Besuch ab. Dabei ließ sich der Finne durch den gesamten Stützpunkt führen, unterhielt sich ausgiebig mit den Angestellten, gab Autogramme und nahm sich sogar Zeit für ein kurzes Dartspiel.

"Es war schön, hier zu sein und all die Leute zu sehen, die abseits der Strecke am Auto arbeiten", freut sich der Finne nach seinem Besuch. "Es ist sehr angenehm, hier zu sein. Die Atmosphäre ist zwar sehr entspannt, aber man kann dennoch erkennen, dass jeder 100 Prozent gibt. Es ist nicht so wie bei einigen anderen Teams. Es ist viel familiärer und das gefällt mir sehr."

Für den schnellen Kurs von Hockenheim erhofft sich Räikkönen einen erneuten Platz auf dem Podium: "Wir haben ein gutes Auto, wir verstehen die Reifen ziemlich gut und haben bereits unter Beweis gestellt, dass wir im Rennen schnell und gut unterwegs sind", so Räikkönen. "Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht aufs Podium fahren sollten."

Räikkönen und der "Deutschland-Fluch"

Bislang war Hockenheim allerdings kein gutes Pflaster für den 32-Jährigen: Bei neun Teilnahmen fiel er insgesamt sechs Mal aus. Besonders schmerzhaft war der Ausfall im Jahr 2005 als der Finne im McLaren mit Fernando Alonso um die WM kämpfte, überlegen von der Pole gestartet in Führung lag und dann mit einem technischen Defekt ausschied. Ähnlich enttäuschend lief es ein Jahr zuvor, als am McLaren der Heckflügel spektakulär brach und der Finne seine Aufholjagd auf Michael Schumacher frühzeitig beenden musste. 2003 war Räikkönen außerdem in einen Startunfall verwickelt, der ihn nach wenigen Metern unsanft aus dem Rennen beförderte.

Einen Grund für diesen "Deutschland-Fluch" kann Räikkönen nicht wirklich ausmachen: "Vielleicht habe ich in meinem früheren Leben irgend etwas falsch gemacht, wofür ich jetzt bestraft werde?", scherzt der ehemalige McLaren- und Ferrari-Fahrer. "Ich habe es immer genossen, in Deutschland zu fahren, doch das Problem war, dass das Glück nie auf meiner Seite stand. Irgendetwas hat mich immer vom Sieg abgehalten. Ich fuhr in Deutschland vier Mal auf Pole, was zeigt, dass ich in Deutschland schnell bin. Doch sechs Ausfälle sind nicht das, was ich mir gewünscht hätte."

Zuletzt in Silverstone habe es laut Räikkönen vor allem aufgrund des starken Verkehrs nicht für ein besseres Ergebnis als Platz fünf gereicht. Den Speed um weiter vorne zu landen habe man durchaus gehabt: "Wir waren sehr schnell auf den harten Reifen, vor allem gegen Rennende", erklärt Räikkönen. "Leider wurden wir im Rennen aufgehalten, ich verlor viel Zeit hinter langsamen Autos, weshalb wir bis wir freie Fahrt hatten nicht unseren vollen Speed zeigen konnten." Das Auto an sich sei allerdings schnell genug: "Es fühlte sich das ganze Wochenende gut an und wir kommen dem Ziel definitiv näher, das Optimum herauszuholen."

Laut Räikkönen habe man für den Grand Prix in Hockenheim gute Voraussetzungen, denn man verfüge über ein gutes Paket: "Das Auto kann hier wirklich den Unterschied ausmachen und wir haben ein sehr gutes. Man braucht aus den Kurven heraus eine gute Traktion. Wenn man die nicht hat, dann ist es schwierig, um vordere Positionen zu kämpfen."

Grosjean träumt schon vom "perfekten Wochenende"

Teamkollege Romain Grosjean stellte beim vorletzten Rennen in Valencia eindrucksvoll unter Beweis, zu was der Lotus E20 imstande ist. Nach dem Start stürmte der Franzose gen Spitze und hatte zwischenzeitlich sogar gute Chancen auf seinen ersten Sieg in der Königsklasse. Letztendlich warf ihn jedoch ein Problem mit der Lichtmaschine frühzeitig aus dem Rennen. Zuletzt in Silverstone plagten Grosjean jedoch ebenfalls Probleme mit dem Verkehr. Man konnte die Leistung des Lotus nicht zur Entfaltung bringen.

Obwohl der 26-Jährige kommende Woche zum ersten Mal im Formel-1-Boliden den Hockenheimring umrunden wird, kennt der amtierende GP2-Meister die Strecke bereits aus Formel-3-Zeiten wie seine Westentasche: "In der Formel-3-Euro-Serie absolvierte ich dort acht Rennen, weil wir dort zwei Mal im Jahr fuhren", so Grosjean. "Ich habe ein paar gute Erinnerungen die Strecke und freue mich, dahin zurückzukehren. Hoffentlich werden wir ein paar Updates einsetzen, auf Pole-Position fahren, gewinnen und die schnellste Runde fahren! Das wäre ein perfektes Wochenende!"

Nicht zuletzt wegen des DRS-Systems, das beim letzten Hockenheim-Rennen im Jahre 2010 übrigens noch nicht Teil des Reglements war, rechnet Grosjean mit guten Überholmöglichkeiten auf dem schnellen Rennkurs: "Wenn man sich das Layout der Strecke anschaut, dann kann man sagen, dass sie sich für DRS eignet", erklärt Grosjean. "Alle Rennen waren hier bislang interessant und ich denke, dass wir ein gutes Resultat einfahren können. Das Team hat hart gearbeitet um unsere Qualifying-Leistung zu verbessern. Ich bin mir sicher, dass Hockenheim uns liegen wird." In das Wochenende wird Grosjean allerdings mit einem Handicap starten: Denn aufgrund eines Getriebewechsels wird er fünf Plätze weiter hinten starten.

Auf das vergangene Rennen in Silverstone blickt Grosjean mit sehr positiven Gefühlen zurück, wenngleich es zu Beginn alles andere als gut für den Franzosen gelaufen war: Nach dem Start kollidierte er mit dem Force India von Paul di Resta, musste sich anschließend eine neue Nase abholen und startete dann eine beeindruckende Aufholjagd: "Es war ein ziemliches Auf und Ab", blickt Grosjean zurück. "Aber ich denke, dass es zusammen mit Kanada eines meiner besten Rennen war. Ich arbeitete mich vom fast letzten auf den sechsten Platz nach vorne. Das war unglaublich."

Für Hockenheim gibt er sich deshalb kämpferisch: "Jetzt müssen wir alles zusammenbringen. Das sagen wir schon seit längerem, doch ich bin mir sicher, dass wir es schaffen werden. Wenn wir uns für die ersten beiden Startreihen qualifizieren, dann können wir denke ich auch gewinnen."

Fotoquelle: Lotus

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