Alain Prost fuhr insgesamt 199 Formel-1-Rennen, von denen er 51 gewann

Formel 1 2012

— 16.07.2012

Prost hatte McLaren auf der Rechnung

McLaren war zu Saisonbeginn für Ex-Formel-1-Weltmeister Alain Prost der Favorit auf den WM-Titel - der Franzose hat nun aber ein anderes Team auf der Rechnung



Zu Saisonbeginn war das McLaren-Team noch bei der Musik: Vor allem beim ersten Grand Prix in Melbourne hatten Jenson Button und Lewis Hamilton die Konkurrenz im Griff. In der Qualifikation sicherten sich beide die Startplätze eins und zwei, einen Tag später im Rennen erfolgte dann ein ungefährdeter Sieg durch Button, Hamilton wurde Dritter.

Beim zweiten Rennen in Malaysia bildeten Hamilton und Button die erste Startreihe, die sie im Rennen aufgrund der teils chaotischen Verhältnisse nicht in etwas ähnlich positives ummünzen konnten. In Schanghai folgte dann mit den Plätzen zwei und drei eine doppelte Podiumsplatzierung hinter Überraschungssieger Nico Rosberg.

Anschließend brach die Leistung beim von Mercedes mit Motoren belieferten Rennstall deutlich ein. Grund dafür könnte ein Verbot des Unterbodens durch die FIA sein. Die vordere Kufe der Unterbodenplatte war drei Millimeter weiter nach oben gebogen als erlaubt, McLaren musste sich deshalb eine neue Konstruktion einfallen lassen.

Dem Abwärtstrend konnte jedoch nicht effektiv entgegen gewirkt werden. Mit Ausnahme des Grand Prix in Kanada, den Hamilton gewann, sammelten die beiden Top-Piloten hauptsächlich Punkte im einstelligen Bereich. Hamilton wurde von der zwischenzeitlichen Spitzenposition im WM-Klassement auf Platz vier durchgereicht, Button versank ins Mittelfeld auf Rang acht. Vor allem beim Heimspiel der beiden ehemaligen Weltmeister zuletzt in Silverstone machte sich nach fünf mickrigen Zählern Enttäuschung breit.

Leistungseinbruch schwer zu verstehen

"McLaren scheint aus verschiedenen Gründen etwas an Boden verloren zu haben", kommentiert Ex-Weltmeister Alain Prost gegenüber der Nachrichtenagentur 'RIA Nowosti' die Situation. Abgesehen vom angepassten Unterboden könnte laut des 57-Jährigen noch ein weiterer Umstand ursächlich für den Leistungseinbruch sein: "Sie verstehen offenbar das Verhalten der neuen Reifen noch nicht, was keine gute Nachricht ist."

Prost, der in den 80er Jahren selber viele Jahre für McLaren fuhr und drei Mal für das britische Team den Titel holte, habe "wirklich geglaubt, dass sie von Saisonbeginn an Favorit sein würden, da sie gut in die Saison starteten. Deshalb ist ihre Leistung schwer zu verstehen."

Es sei laut dem Franzosen höchste Zeit, die Kurve zu kriegen: "Wenn sie in Hockenheim nicht zurück kommen", so Prost, "dann wird es schwierig. Vorne sind Red Bull und Ferrari sehr motiviert und es dürfte schwierig werden, sie zu schlagen."

Prost zeigt sich von Ferrari überrascht

Unter gegensätzlichen Vorzeichen hatte die Saison bei Ferrari begonnen. Die Scuderia hatte bereits bei den Winter-Testfahrten Defizite gegenüber der Konkurrenz ausgemacht, arbeitete sich jedoch durch die Einführung zahlreicher Ausbaustufen und Updates wieder nach vorne und führt jetzt mit Fernando Alonso die Fahrer-Weltmeisterschaft an. Auch Teamkollege Felipe Massa scheint mehr und mehr die Kurve zu kriegen.

"Alonso und Ferrari sind für mich eine große Überraschung", verrät Prost. "Ich hätte mir nie vorstellen können, dass sie konkurrenzfähig sein könnten, doch sie meldeten sich sehr stark zurück. Alonso gibt wirklich alles, er ist die Nummer 1 im Team und Massa wird ihm unter die Arme greifen."

Zwar sei Alonso in den Augen von Prost nur schwierig zu bezwingen, dennoch habe er ein anderes Top-Team für den Titelgewinn auf der Rechnung: "Ich denke weiterhin, dass Red Bull am Ende die Weltmeisterschaft gewinnen wird."

Fotoquelle: xpb.cc

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