Ferrari hat auch beim Grand Prix in Deutschland neue Teile im Gepäck

Formel 1 2012

— 19.07.2012

Ferrari voller Zuversicht: Hockenheim als nächster Schritt

Die Ferrari-Piloten und die Verantwortlichen aus Maranello rechnen sich beim Grand Prix in Hockenheim gute Chancen aus: Massa fährt um seine Zukunft



Die technische Entwicklung bei Ferrari war in den vergangenen Monaten beeindruckend. Aus einem eher lahmen F2012 zu Saisonbeginn machte das Team aus Maranello binnen weniger Wochen ein Siegerfahrzeug. Der große Trumpf der Roten: Fernando Alonso agiert seit Wochen beeindruckend konstant und fehlerfrei. Der Spanier führt aus diesem Grund die WM-Tabelle an. "Aus meiner Sicht ist es nicht besonders wichtig, wer gerade die WM-Wertung anführt", winkt Alonso ab.

In das Rennwochenende in Hockenheim geht der Spanier mit Zuversicht, aber ohne jeden Übermut. "Es ändert sich alles dermaßen schnell. Die Hackordnung wird immer wieder etwas durchgemischt. Es ist schön, Erster zu sein, aber ich gehe auch dieses Rennwochenende an wie alle anderen", sagt er. "Wir wollen aus unseren Möglichkeiten das Beste machen. Wir werden ein paar neue Teile ausprobieren. Mal schauen, wie diese funktionieren."

Ferrari lässt nicht locker. Anfang dieser Woche saßen beide Piloten im Simulator, um neueste Updates einzuschätzen. "Red Bull war in den vergangenen Rennen etwas schneller als alle anderen - vielleicht sogar schon seit Bahrain. In Barcelona und Silverstone haben sie die Pole knapp verfehlt, aber bei den letzten sechs Grands Prix standen sie viermal auf Startplatz eins. Deren Performance ist also ein wenig besser", beschreibt Alonso. "Wir müssen nun aufholen."

"Am Saisonstart hätte man sich nur mit viel Optimismus eine solche Situation vorstellen können", erfreut sich Renningenieur Andrea Stella an den jüngsten Erfolgen seines Schützlings. "In unserem Sport ändert sich die Lage aber schnell. Wir sind immer zuversichtlich geblieben. Dies, gepaart mit harter Arbeit, hat uns nun nach vorne gebracht."

Ferrari sucht mehr Topspeed

"Das Auto war in Valencia gut und auch in Silverstone. Hockenheim ist ein Gemisch aus langsamen Ecken wie in Valencia und Highspeed-Abschnitten wie in Silverstone. Ich gehe demnach davon aus, dass wir in Deutschland konkurrenzfähig sein werden", sagt Stella. "In der Vergangenheit war das Reifenmanagement in Hockenheim etwas kompliziert, Vor allem der Reifen vorne links baut stark ab, manchmal gab es Blasenbildung an den Hinterreifen. Es wird also interessant."

Vor allem die Zufahrt zur Haarnadel könnte im Rennen der Knackpunkt für Ferrari werden. In Sachen Topspeed war man selten ganz vorne dabei, somit bei langen Geradeaus-Passagen verwundbar. "Natürlich will man immer mehr Topspeed, vor allem, weil es das Leben im Rennen etwas einfacher macht", sagt der italienische Techniker. "Aber wenn wir nicht ganz so schnell sind, liegt das vor allem daran, dass unser Auto dort gut ist, wo Abtrieb gefragt ist."

"Ich freue mich, dass wir ein einjähriger Pause wieder in Hockenheim fahren. Die Strecke ist interessant", sagt Felipe Massa vor dem Auftritt in Baden-Württemberg. "Ich war dort schon zweimal auf dem Podest. Wenn unser F2012 weiterhin so gut entwickelt wird, dann dürfen wir mit einem erfolgreichen Wochenende rechnen. Allerdings war bisher alles wenig vorhersehbar. Auch hier müssen wir abwarten und erst einmal fahren."

"Ich hatte zuletzt einige gute Rennen. Unser Auto wurde immer besser. In einer solchen Phase will man immer sofort weiterfahren, weil man das Gefühl hat, dass es immer weiter voran geht. Ich erwarte, dass der aktuelle Trend bis zum Ende des Jahres bei uns anhalten wird", so Massa vor dem Formel-1-Doppelpack in Hockenheim und Ungarn. Er habe aber auch in schwierigen Zeiten gerne Gas gegeben: "Es liegt in der Natur des Menschen, dass man sich selbst noch stärker antreibt, wenn die Zeiten harte sind."

Massa will sich empfehlen

"Ich freue mich auf die kommenden Rennen und bin froh, dass die diesjährige Saison so lang ist. 20 Rennen sind viel, aber ich erfreue mich an der Tatsache, dass wir somit noch viele Chancen auf gute Resultate haben", so Massa, der in Silverstone als Vierter mehr Punkte holte als in allen vorherigen Rennen der Saison zusammen. "Die Fahrer-WM spielt noch eine Rolle für mich", sagt der Brasilianer, der wieder Blut geleckt hat.

"Das Ergebnis von Silverstone hat gezeigt, dass ich in den ausstehenden elf Rennen noch viele Punkte holen könnte. Ich will wieder in die Top-6 oder sogar Top-5. Das mag schwierig erscheinen, aber man muss sich immer hohe Ziele stecken. Die Konstrukteurs-WM ist auch sehr wichtig. Je besser ich persönlich abschneide, umso mehr helfe ich Ferrari in der Herstellerwertung", so die einfache Rechnung von Massa.

Mit guten Leistungen möchte er sich für eine Weiterbeschäftigung 2013 empfehlen. "Wichtig ist für mich, dass ich weiterhin solche Leistungen bringe wie in Silverstone. In Montreal und Valencia hätte ich ebenfalls in die Top-5 oder sogar auf das Podium fahren können, allerdings ist die aus unterschiedlichen Gründen nicht passiert: Dreher in Kanada und ein Problem mit dem Unterboden in Valencia. Ohne diese Probleme hätte ich seit Monaco regelmäßig in die Top-5 fahren können."

"Ich bin sicher, dass es der einzige Weg zur Absicherung meiner Zukunft ist, wenn ich weiterhin solche Leistungen zeige", so Massa. Der angebliche Konkurrent um den zweiten Ferrari-Platz, Mark Webber, ist nach dessen Vertragsverlängerung bei Red Bull keine Gefahr mehr. "Was sonst am Fahrermarkt passiert, hat auf meine Position keinen signifikanten Einfluss. Wenn ich weiter so fahre wie in Silverstone, dann muss ich mir um meine Zukunft keine großen Sorgen machen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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