Timo Glock war aufgrund der technischen Probleme im Qaulifying Chancenlos

Formel 1 2012

— 21.07.2012

Glock: Fehlender Top-Speed - keine Verbesserung

Ohne gute Höchstgeschwindigkeit - ohne Chance: Timo Glock musste sich im Qualifying in Hockenheim seinem Teamkollegen geschlagen geben



Timo Glock hatte sich für sein Heimrennen in Hockenheim viel vorgenommen, musste aber im Qualifying einen herben Dämpfer einstecken. Der Marussia-Pilot fuhr nur auf Position 22 und musste sich dabei seinem Teamkollegen Charles Pic geschlagen geben. Der Franzose fuhr 71 Tausendstelsekunden schneller als der Deutsche. Nach dem Qualifying stellte sich jedoch heraus, dass Glock an dieser Trainingsniederlage unschuldig war.

"Ich hatte auf ein ordentliches Qualifying gehofft, aber anschließend habe ich anhand der Daten gesehen, dass mir auf der Geraden fünf bis sechs km/h auf meinen Teamkollegen fehlen", berichtet der 30-Jährige, der somit keine Chance hatte, die Zeit seines Teamkollegen zu unterbieten. Die Probleme hatten sich schon am Vormittag angedeutet: "Im dritten Freien Training war es auch nicht optimal, aber im Qualifying war es deutlich mehr."

Was genau das Problem verursacht, war am Abend noch nicht klar. "Wir untersuchen gerade, woran es liegt. Es zieht sich von Beginn der Geraden bis zum Ende durch. Das kann das DRS, aber auch etwas anderes sein", sagt Glock. Die fehlende Höchstgeschwindigkeit war jedoch nicht das einzige Problem, das dem Deutschen in Hockenheim zu schaffen machte: "Wir haben schon das ganze Wochenende Probleme auf der Bremse gehabt, von der ersten Runde an. Es fühlt sich unkonstant an, aber bis zum Qualifying hatten wir das ganz gut in den Griff bekommen. Wir haben am Setup und der Aerodynamik etwas geändert, das hat geholfen."

Kaum Fortschritte bei Marussia

Generell gibt der MR01 Glock noch so manches Rätsel auf: "In Silverstone war mein Auto sehr gut auf der Bremse, da hatte Charles große Probleme. Jetzt hat er hier Untersteuern, ich Übersteuern." Ein Problem scheint das andere abzulösen. "Das ist vor allem bei deinem Heimrennen frustrierend, weil du dir hier mehr vornimmst. Wir müssen die Fehler verstehen und aus ihnen lernen", fordert Glock.

Trotz der Kooperation mit McLaren, die unter anderem die Nutzung des Simulators umfasst, scheint bei Marussia auch im dritten Jahr in der Formel 1 nicht viel voranzugehen. Die Caterham sind weiter außer Reichweite, dafür muss das Team des öfteren mit den HRT kämpfen. Trotz des scheinbaren Stillstands erkennt Glock Fortschritte: "Wir hatten in Australien mit einem Auto, das keinen Kilometer getestet hatte, fünf Sekunden Rückstand. Hier ist unser Rückstand 3,2 Sekunden. Im Rennen ist es meistens weniger. Das zeigt, dass wir deutlich aufgeholt haben, was für ein kleines Team extrem schwer ist, weil alle Teams weiterentwickeln."

Im Entwicklungsrennen der Formel 1 fällt es dem kleinen Marussia-Team schwer, mit den großen der Branche mitzuhalten. "Vor allem die Spitzenteams legen bei fast jedem Rennen mit neuen Teilen nach. Wir haben nur alle paar Rennen neue Teile. Caterham hat zu dem gleichen Rennen wie wir mit neuen Teilen nachgelegt, daher machen die natürlich auch einen Sprung nach vorne", erklärt Glock, der die Zusammenarbeit mit McLaren dennoch positiv betrachtet. "Ich bin optimistisch, dass wir uns mit den Möglichkeiten, die wir jetzt haben, weiterentwickeln können. Das heißt aber nicht, dass wir im nächsten Jahr um den Sieg fahren."

Keine Motivationsprobleme

Von dieser Saison erwartet der 30-Jährige nicht mehr allzu viel. "In diesem Jahr wird nicht mehr viel realistisch sein, dass wir es schaffen vor Caterham oder an Toro Rosso dran zu sein. Das ist viel zu optimistisch." Daher fordert Glock von seinem Team, den Blick rechtzeitig in die Zukunft zu richten: "Wir müssen uns frühzeitig auf das nächstjährige Auto konzentrieren, trotzdem aber dieses Jahr nutzen, um so viel wie möglich zu verbessern."

Trotz der ausbleibenden Erfolge spürt Glock keine Motivationsprobleme: "Für mich ist jedes Rennen ein neues Rennen, ich bin immer wieder neu motiviert. Wenn ich mich nicht mehr motivieren könnte, hätte ich schon längst aufgehört." Daher denkt er auch nicht daran, seine "langfristigen Vertrag" mit Marussia aufzukündigen oder einen Teamwechsel in Betracht zu ziehen und reagiert auf entsprechende Fragen zunehmen genervt: "Ich wundere mich, warum mir diese Frage ausgerechnet an diesem Wochenende so oft gestellt wird", sagt Glock.

Große Freude hat der Deutsche jedoch an der ausgeglichenen und spannenden Formel-1-Saison 2012: "Für den Sport ist es sehr gut. Ich habe mich schon gewundert, warum sich einige über die vielen verschiedenen Gewinner und ein Durcheinander in den Rennen beschwert haben. Ich finde das spannend, wenn es so weiter geht bis Ende des Jahres, wäre das ein Highlight."

Fotoquelle: xpbimages.com

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