Bei aller Freude vergisst Ferrari nicht, dass man noch an Stärke zulegen muss

Formel 1 2012

— 22.07.2012

Ferrari: Sieg für Alonso und ein Haar in der Suppe

Nicht nur das unglückliche Rennen von Felipe Massa war beim Sieg von Fernando Alonso in Hockenheim ein Haar in der Ferrari-Suppe



Das Ferrari-Team durfte sich wieder einmal über ein beeindruckendes Rennen von Fernando Alonso freuen. Der Spanier holte sich auf dem Hockenheimring von der Pole-Position aus den Sieg beim Deutschland-Grand-Prix. Teamkollege Felipe Massa hatte unterdessen Pech, er geriet durch eine Kollision am Start ins Hintertreffen und wurde schlussendlich Zwölfter.

Trotz des Sieges wird man bei den Italienern nicht euphorisch, denn man hat immer noch nicht das schnellste Auto im Feld, und das ist das Ziel. In der Gesamtwertung liegt man mit 177 WM-Punkten um 53 Zähler hinter Red Bull und um 17 Punkte vor McLaren. Alonso führt die Fahrerwertung mit 154 Zählern um 34 Punkte vor Webber an. Massa belegte mit 23 Punkten Rang 14.

"Es war vom Anfang bis zum Ende ein sehr enges Rennen", so Alonso. "Wir hatten nicht das schnellste Auto. McLaren und Red Bull hatten dieses gewisse Extra, aber nicht ausreichend, um zu überholen. Das Team fällte ein paar strategische Entscheidungen, die auf den Punkt gepasst haben. Zum Zeitpunkt der Boxenstopps wusste ich, dass ich mich konzentrieren muss, besonders in der sechsten Kurve. Ich verteidigte meine Position, indem ich KERS verwendete. Im dritten Sektor gab es keinen Platz zum Überholen."

"Ich probierte alles, um die ganze Zeit über mit den Reifen hauszuhalten. Es ist klar, dass ich nicht einen Moment hatte, zu dem ich mich entspannen konnte, aber ich denke, dass ich ruhiger war als das Team in der Garage und an der Boxenmauer und unsere Fans, welche vor ihren Fernsehgeräten saßen!"

"Wenn ich zurückblicke, wo wir in Jerez oder beim ersten Rennen in Australien standen, so muss ich mich bei allen in Maranello für ihre fantastische Art bedanken, in der sie auf die Situation reagiert haben. Nach der gestrigen Pole, im Nassen, schien unser Auto sehr stark gewesen zu sein, so wie wir dies erwartet hatten."

"Wir müssen fokussiert bleiben, Probleme mit der Zuverlässigkeit oder bei den Boxenstopps verhindern. Ich weiß, dass ich auf das beste Team zählen kann, wenn es darauf ankommt, ein Team, das daran gewöhnt ist, eine Menge zu gewinnen. Alles, was ich tun muss, ist an das Fahren zu denken und dem Team zu helfen."

"Ich möchte immer 100 Prozent geben, und Tag und Nacht für dieses Ziel arbeiten. Ich möchte nicht, dass jemand nach Ungarn kommt, der besser vorbereitet ist als ich, körperlich oder mental oder motivierter als ich, und ich versuche immer, diesen Wettbewerb zu gewinnen, der neben jenem auf der Strecke stattfindet."

"Ich gehe davon aus, in Budapest gut zu sein, und es gibt keinen Grund, pessimistisch zu sein. Ich vergesse jedoch nicht, dass Red Bull und McLaren schneller waren. Ich habe gesagt, dass der Monat Juli entscheidend sein wird, 75 Punkte gibt es in vier Wochen zu holen, und bisher haben wir 43 nachhause gefahren. Wir werden aus diesem Grund versuchen, den Job auch in Ungarn zu erledigen."

"Für mich war es ein sehr hartes Rennen", so Massa. "Das Rennen wurde bestimmt durch das Problem beim Start. Ich kam gut vom Fleck, aber dann machte ein Toro Rosso plötzlich vor mir langsamer, und obwohl ich versuchte, ihm auszuweichen, berührte ich ihn mit meinem Frontflügel. Ich verlor so viel Zeit, um an die Box zurück zu fahren, und an diesem Punkt war mein Rennen praktisch gelaufen."

"Die Reifen funktionierten gut, entsprachen unseren Erwartungen. Es ist wirklich schade, denn einmal mehr war das Auto sehr konkurrenzfähig, wie Fernando es bewiesen hat. Er hatte ein perfektes Rennen, holte sich einen absolut verdienten und großartigen Sieg, was für ihn und das gesamte Team extrem wichtig ist. Natürlich bin ich heute nicht glücklich."

"Aber die Tatsache, dass ich auf ein Auto zählen kann, das die ganze Zeit in Bezug auf die Leistung besser und besser wird, verleiht mir für den Rest der Saison Zuversicht. Wir müssen die Situation im Qualifying verbessern, versuchen, von weiter vorne in der Reihenfolge zu starten. Das ist der einfachste Weg, um Problemen am Start aus dem Weg zu gehen, wie diesem hier, auf das ich heute Nachmittag traf. Ich denke, dass wir in Ungarn bei der Musik sein sollten, so wie das in den vergangenen paar Rennen der Fall war."

"Ich möchte dem gesamten Team und Fernando für diesen fantastischen Sieg danken!", so Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Hockenheim ist in einem Land, welches die Heimat einiger der großartigsten Autokonstrukteure der Welt ist, und das über eine großartige Formel-1-Tradition verfügt, und Fernando befand sich auf der Strecke in der Nummer-1-Position, gestern im Nassen und heute im Trockenen. Ich bin stolz auf die unglaubliche Arbeit, welche das Team auf der Strecke und in der Fabrik während den vergangenen paar Monaten geleistet hat. So müssen wir weitermachen."

"Das war wie ein 67-Runden-Qualifying-Lauf!", so Teamchef Stefano Domenicali. "Mir fällt es schwer, mich daran zu erinnern, dass ich das letzte Mal vom Start bis zur karierten Flagge ein solch enges Rennen gesehen habe. Fernando war perfekt, leistete sich nicht einen Fehler, zögerte nicht einmal, fuhr anderthalb Stunden am Maximum. Was für ein Fahrer!"

"Auch das Team war großartig, erledigte alles perfekt. Wir erwarteten ein paar starke Gegner, und das war der Fall. Um uns vor ihnen zu halten, mussten wir bessere Arbeit leisten."

"Es ist schade für Felipe, welcher definitiv die Geschwindigkeit hatte, um in den Punkten ins Ziel zu kommen. Sein Rennen wurde durch Kollisionen am Start ruiniert, und er macht im Moment definitiv keine glückliche Zeit durch! Nun kommen wir zu einem Schlüsselrennen, in lediglich einer Woche, in Budapest, und dann werden wir in der Lage sein, einen Moment durchzuatmen."

"Wir wissen, dass wir immer noch eine Menge Arbeit zu erledigen haben, denn wir sind immer noch nicht die Schnellsten. Wir haben gesehen, wie schnell sich die Dinge ändern können, aus diesem Grund müssen wir uns weiterhin maximal konzentrieren, besonders in Bezug auf die Zuverlässigkeit."

"Einmal mehr war Fernando fantastisch", lobt Pat Fry, Technischer Direktor des Teams. "Er hat am Start aus der Pole das Maximum gemacht, dann wartete er ab, bis er ein nützliches Fenster aufgemacht hatte, in welchem er seinen ersten Boxenstopp einlegte, und schaffte es dadurch, vor seinen Hauptgegner zu bleiben."

"Als er erst einmal auf den Medium-Reifen unterwegs war, waren die ersten paar Runden eher schwierig. Sowohl Vettel als auch Button waren in der Lage, Boden gutzumachen, aber unser Fahrer war brillant, indem er mit der Situation umging und sich nie in die Situation brachte, in der er angreifbar war."

"Dann war es Button, der früh an die Box kam, aber wir hatten einen ausreichend großen Vorsprung, um in der Lage zu sein, sofort zu reagieren, ohne das Risiko einzugehen, überholt zu werden. Das Team war bei den Boxenstopps ebenso perfekt, und auch die entfernte Garage zuhause in Maranello spielte eine wichtige Rolle, so wie gestern im Qualifying."

"Wir sind für Felipe enttäuscht, der für seine Kollision am Start einen hohen Preis bezahlte. Wir versuchten, ihn wieder in das Rennen zurück zu bringen, indem wir schauten, ob wir lediglich einen Stopp durchführen. Aber es war klar, dass dies nicht möglich war. Das ist schade, denn die Geschwindigkeit, welche er während des Rennens zeigte, hätte ihn definitiv in den Punkten ins Ziel kommen lassen, selbst wenn er von weit hinten in der Startaufstellung startete."

"Wir haben immer noch nicht das schnellste Auto. Wir waren uns dessen bewusst, und heute haben wir es wieder gesehen. Wir müssen weiter hart arbeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Aber es ist definitiv lohnenswert, die erste Saisonhälfte mit einem Fahrer in der Gesamtwertung führend zu beenden."

Fotoquelle: xpbimages.com

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