Die Reifen werden auch am Hungaroring über Sieg oder Niederlage entscheiden

Formel 1 2012

— 25.07.2012

Pirelli erwartet hohen Verschleiß in Ungarn

Der Formel-1-Reifenlieferant geht davon aus, dass die hohen Temperaturen in Budapest die Pneus auf eine harte Probe stellen werden



Nach zwei nassen Rennwochenenden in England und Deutschland freut sich Pirelli auf trockene und warme Tage in Ungarn: Dort herrschen in der Regel Temperaturen um die 30 Grad. Der Hungaroring war die erste Rennstrecke, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1986 in den Rennkalender aufgenommen wurde. Der enge und kurvige Kurs ist zwar eine permanente Rennstrecke, weist aber einige Charakteristiken eines Straßenkurses auf.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist niedrig, ebenso der Grip. Der Grip steigt im Verlauf des Wochenendes deutlich, je mehr Gummi sich auf dem Asphalt ablagert. Pirelli liefert den Medium-Slick und den weichen Reifen nach Ungarn: Dieselbe Kombination wie beim Grand Prix von Deutschland. Sie bietet den besten Kompromiss zwischen Grip und Haltbarkeit der Reifen.

Die Pneus werden auf dem Hungaroring vor allem bei Traktion und Bremsen gefordert. Oft erhitzen sie dabei stark und der Verschleiß erhöht sich entsprechend. Durch die vielen Kurven sind besonders die Flanken der Reifen hohen Temperaturen und Abrieb ausgesetzt. Ein sanfter Fahrstil kann hier Vorteile verschaffen. Im Gegensatz zu den Rennen in Silverstone und Hockenheim bringt Pirelli dieses Mal keine Testreifen für die freien Trainings mit. Demnach erhält jeder Pilot die reguläre Zuteilung von sechs Sätzen der Medium-Slicks und fünf Sätzen der weichen Pneus für das Rennwochenende.

Hembery weist auf hohe Temperaturen hin

"Ungarn bietet einen großen Kontrast zu den Strecken, von denen wir gerade kommen", erklärt Motorsport-Direktor Paul Hembery. "Es ist der langsamste permanente Kurs im diesjährigen Rennkalender. Das bedeutet aber nicht, dass die Reifen deshalb weniger arbeiten müssen: Tatsächlich erhitzt der rutschige und kurvige Hungaroring die Slicks mehr als eine schnellere und geradere Rennstrecke. Das liegt zum einen daran, dass die Reifen durch die vielen Lenkmanöver mehr bewegt werden, zum anderen an den hohen Lufttemperaturen."

"Aber vergangenes Jahr hatten wir sogar ein wenig Regen in Ungarn. Daher sind wir auf alles gefasst. Wegen des nassen Wetters von 2011 fehlen uns immer noch Informationen darüber, wie sich unsere Slicks unter Rennbedingungen auf dem Hungaroring verhalten", schildert Hembery. "Um dort das Optimum aus den Reifen herauszuholen, ist eine Balance zwischen Tempo und Haltbarkeit wichtig. So kann der Verschleiß exakt kontrolliert werden."

"Grundsätzlich ist es schwierig, in Ungarn zu überholen. Doch mit der richtigen Strategie können die Fahrer trotzdem Plätze gut machen. Daher sind die freien Trainings wichtig, um sich optimal auf das Rennen vorzubereiten. Diese Chance wurde den Teams während der letzten beiden Grand Prix durch den Regen genommen", so Hembery.

Der richtige Rhythmus macht den Unterschied

Nico Hülkenberg (Force India) meint: "Ich habe sehr gute Erinnerungen an den Hungaroring, besonders an meinen sechsten Platz im Jahre 2010. Es war das damals beste Ergebnis meiner Karriere. Ein Jahr zuvor bin ich dort in der GP2 gestartet und gewann. Daher freue ich mich auf das Rennen - und auf Budepest."

"Auch wenn es eine langsame Rennstrecke ist, fällt es schwer, eine gute Rundenzeit zu fahren. Denn jede Kurve geht in die nächste über. Es ist eine echte Herausforderung, hier den richtigen Rythmus zu finden. Auch die Reifen müssen ordentlich arbeiten, da sie ohne eine lange Gerade kaum die Chance haben, zwischendurch abzukühlen. Ich denke, wir sollten in der Lage sein, in die Punkteränge zu fahren. Auf Strecken mit langsameren Kurven wie Monaco und Valencia waren wir bisher stark. Ich hoffe, dass die Eigenschaften des Hungarorings unserem Auto liegen werden", berichtet Hülkenberg.

"Der Hungaroring ist ein wenig wie eine Go- Kart-Strecke: Es macht viel Spaß, beansprucht aber auch die Reifen und die Piloten", bemerkt Pirelli-Testfahrer Jaime Alguersuari. "Deren Herzschlag ist - unter anderem durch die hohen Temperaturen mit wenig Abkühlung - der höchste des gesamten Jahres. Die Boliden haben hier auch den stärksten Abtrieb der gesamten Saison. Das bedeutet, die Teams maximieren das aerodynamische Potential ihrer Autos."

"Natürlich wirkt sich dieses Setup auf die Reifen aus. Besonders der linke Vorderreifen hat viel zu tun. Bei den vielen langsamen Kurven müssen die Wagen sowohl bei der Traktion als auch beim Bremsen stabil bleiben. Es gibt nur eine schnelle Kurve, die auch noch die einzige wirkliche Überholmöglichkeit bietet. Vergangenes Jahr war es ein sehr kompliziertes Rennen. Wir starteten auf den Intermediates und wechselten später auf Slicks, ich denke, dieses Jahr sollte es anders laufen", prognostiziert der ehemalige Toro-Rosso-Pilot.

Fotoquelle: xpb.cc

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