Sebastian Vettel ist mit seiner Ungarn-Ausbeute nicht zufrieden

Formel 1 2012

— 29.07.2012

Vettel: "Man kann nicht drüberfliegen"

Sebastian Vettel verpasst auf dem Hungaroring als Vierter den Sprung aufs Podium - Eine Dreistoppstrategie geht für den Red-Bull-Piloten nicht auf



Sebastian Vettel begann den Grand Prix von Ungarn von Startplatz drei. Nach 69 Runden steht für den amtierenden Weltmeister Rang vier zu Buche. Nach einem Stopp mehr als die Führenden und einer Aufholjagd gegen Romain Grosjean (Lotus) in den Schlussrunden auf weichen Reifen verpasste der Red-Bull-Pilot den Sprung aufs Siegerpodest um gut eine Sekunde.

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso lief direkt hinter Vettel auf Platz fünf ein. Alonsos schärfster Verfolger in der Gesamtwertung, Mark Webber, wurde am Sonntag gar nur Achter, weshalb Vettel als WM-Dritter nun nur noch zwei Punkte hinter seinem Red-Bull-Teamkollegen liegt.

Frage: "Sebastian, du kamst vor Mark Webber und Fernando Alonso ins Ziel Reicht das schon zu einer leichten Zufriedenheit?"
Sebastian Vettel: "Nicht wirklich. Wir können heute nicht ganz zufrieden sein. Irgendwo war es unser Maximum. Der Start war nicht so gut und in der ersten Kurve haben wir gerade den Platz an Jenson verloren, was sehr viel Zeit gekostet hat. Ansonsten hätte man etwas probieren können. So waren wir natürlich irgendwo gefangen: Wenn man dann früher an die Box kommt, dann kommt man im Verkehr raus und die Abstände waren einfach noch nicht da."

Frage: "Wie viel hast du am Start gegen Grosjean riskiert?"
Vettel: "Vielleicht nicht genug. Der Start selbst war nicht so gut, ansonsten wäre ich vielleicht dichter dran gewesen. So musste ich viel auf der Bremse machen und habe dann ein bisschen an Traktion verloren. Damit verlor ich leider auch die Position an Jenson in der zweiten Kurve. Das hat uns wohl am meisten gekostet, denn er war sehr langsam und es war relativ schwer, ein Loch nach hinten aufzureißen."

Frage: "Inwiefern wurde der Plan während des Rennens geändert?"
Vettel: "Es kommt größtenteils darauf an, wo man nach der ersten Runde ist und wie man sich nach dem ersten Stint mit den Reifen fühlt. Wir haben versucht, eine Lösung zu finden. Natürlich ist es frustrierend, wenn man weiß, dass man schneller kann und dann festhängt und nicht vorbeikommt, aber so ist das manchmal."

Frage: "Was hast du mit dem Funkspruch 'Lass und doch etwas probieren' gemeint?"
Vettel: "Eben probieren, vielleicht früher hereinzukommen - einfach auf eine andere Strategie zu setzen. Aus meiner Perspektive sieht man aber natürlich nicht, was die Abstände hinter einem machen. Die Lücke war einfach nicht da. Man hätte an die Box fahren und einen Super-Boxenstopp machen können, aber wenn man dann hinter drei Autos rauskommt, dann fährt man mit Sicherheit nicht schneller."

Frage: "Wurde der dritte Stopp rein aus Sicherheitsgründen vorgenommen?"
Vettel: "Nicht wirklich. Ich denke, wir hätten Schwierigkeiten gehabt, mit den Reifen bis zum Ende durchzufahren. Zu diesem Zeitpunkt war der Reifensatz schon ein bisschen älter als bei den anderen. Wir haben sicher auch darauf getippt, dass die anderen mit den Reifen vielleicht in Schwierigkeiten kommen. Das war leider hier nicht der Fall."

Frage: "Wann musstest du den Kampf um Platz drei gegen Grosjean aufgeben?"
Vettel: "Zwei Kurven vor Schluss. Mir haben etwas probiert. Es hätte auch etwas anderes herauskommen können. Wenn die Reifen aber nicht so lange halten, können die letzten drei Runden doch noch einen großen Unterschied machen. Heute war das nicht so, weshalb es aus unserer Sicht ein bisschen schade ist, aber wir haben es probiert."

Frage: "Woran muss man im Team arbeiten, damit es in Spa besser läuft?"
Vettel: "Für uns gibt es allerhand zu tun. Der Speed im Rennen ist nicht so schlecht, aber ich glaube, die Konstanz fehlt. Das ist für uns der wunde Punkt. Wir müssen schauen, dass wir an uns arbeiten und uns in allen Bereichen verbessern. Die Boxenstopps waren heute gut. In Hockenheim haben wir da noch zu viel verloren - das kommt mal vor. Hier und da gibt es aber immer noch was zu tun - größtenteils, was die Konstanz und vielleicht den Speed auf eine Runde angeht."

Frage: "Man merkt dir die Enttäuschung an..."
Vettel: "Ich bin nicht enttäuscht. Ich weiß nicht, was ihr euch erwartet. Wir sitzen knapp eineinhalb Stunden in der Kiste. Es ist schweineheiß und ich versuche in jeder Runde alles herauszuholen. Wenn man dann die ganze Zeit im Verkehr steckt, ist das schon nicht sehr befriedigend - das stimmt. Auf der anderen Seite kann aber nicht drüberfliegen. Da muss man auch Geduld haben und versuchen dran zu bleiben. Wenn man alles gibt und kämpft, dann ist es natürlich am Ende ein bisschen schade, wenn es das Ergebnis dann nicht so gut aussieht. Wenn ich gewinne, bin ich zufrieden. Wenn ich an einem Tage wie heute Vierter werde, muss ich das akzeptieren, aber kann natürlich nicht so zufrieden sein wie wenn ich gewinne."

Frage: "Inwiefern ist das Ergebnis für die Weltmeisterschaft von Bedeutung?"
Vettel: "Ich weiß nicht. Ich kam vor Fernando ins Ziel, wenn auch nicht weit vor ihm. Unser Renntempo ist recht gut. Jetzt liegt es an uns, in Zukunft bessere Starts hinzulegen und vielleicht im Qualifying zwei, drei Plätze weiter vorn zu stehen. Dann entwickeln sich ganz andere Rennen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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