Sebastian Vettel war in der Schlussphase der schnellste Pilot in Ungarn

Formel 1 2012

— 29.07.2012

Red-Bull-Strategie: Wer öfter stoppt ist länger schnell

Wie Sebastian Vettel mithilfe des Safety-Cars noch auf das Podium hätte fahren können und wieso Mark Webber beim Asphalt-Schach in Ungarn matt gesetzt wurde



Als die Positionen beim Ungarn-Grand-Prix am Sonntag bereits bezogen schienen, überraschten Red Bull und Sebastian Vettel mit einem dritten Boxenstopp. "Wir waren nicht sicher, ob unsere Reifen bis zum Schluss durchhalten würden. Das hätten die Pneus vermutlich nicht gepackt", erklärt Christian Horner, der seinen mit einem komfortablen Vorsprung auf Fernando Alonso ausgestatteten Fahrer durch das Manöver die vierte Position nicht verlieren sah. "Wir hatten genug Zeit, um nochmals einen Boxenstopp einzulegen", ergänzt der Teamchef.

Die Entscheidung am Kommandostand sei keine schwierige gewesen, findet Horner: "Wir dachten, wir hätten nichts zu verlieren, falls der Verschleiß doch gewaltig sein würde." Allerdings stellte der sich als weit weniger dramatisch heraus, als man hätte annehmen können. Ein ungeplanter Positionsgewinn sprang dabei nicht heraus. "Sebastian konnte nur noch zu Grosjean aufschließen", so Horner über die Schlussphase - Überholen war nicht mehr möglich.

Lange hinter Button

Und Vettel hatte ein Ass im Ärmel: Wäre das Safety-Car - etwa in Folge des Ausfalls von Nahrain Karthikeyan - auf die Strecke gekommen, hätte der Deutsche die Trümpfe in der Hand gehabt: "Wenn da wirklich das Safety-Car auf die Strecke gegangen wäre, dann wäre das der Knüller gewesen. Dann wäre er mit neuen Reifen an der Spitze dran gewesen und hätte an denen vorbeifahren können", analysiert 'Sky'-Experte Marc Surer. "Er flog ja förmlich."

Nötig gemacht hatte alle strategischen Kniffe das Zurückfallen Vettels hinter Jenson Button: "Sebastian hatte einen guten Start, fuhr nach außen, kam auf den Randstein und verlor ausgangs von Kurve eins ein bisschen Traktion", erklärt Horner, der den McLaren an seinem Schützling vorbeifahren sah: "Die Außenseite von Kurve zwei gibt dir in Kurve drei die Innenseite. Jenson nutzte das. Wir hingen im Prinzip zwei Stints lang hinter ihm fest."

Getriebeprobleme bei Vettel?

Das Hinterherfahren strapazierte die Reifen. Hinzu kam, dass sich Red Bull nicht sicher, ob mit dem Auto alles stimmte. "Leider verbrachten wir dann 34 Runden damit, uns sein Getriebe anzuschauen. Dabei hätte Sebastian definitiv das Tempo gehabt, um schneller zu sein", weiß Horner. Dass er an dem Briten doch vorbeikam, hatte Vettel einigen schnellen Runden und der fragwürdigen Strategie McLarens zu verdanken, die Button hinter Bruno Senna warf.

Surer misst der Aktion großen Stellenwert bei - allen voran auf einer Bahn wie dem Hungaroring: "Das war ganz eng, aber es hat gepasst. Das war ein super Stopp vom Team und auf so einer Strecke, wo es schwierig ist zu überholen, sind Boxenstopps noch viel wichtiger", erklärt der Schweizer. "Aber natürlich auch die Runde, bevor man in die Boxengasse fährt. Dort muss man jede Zehntelsekunde mitnehmen", so Surer weiter.

Technik streikte bei Webber

Mit Mark Webber, im Ziel schließlich Achter, hatten die Red-Bull-Strategiefüchse weniger Glück. "Wir wollten Mark freien Raum geben, damit er die frischen Reifen ausnutzen konnte", erinnert sich Horner. "Das war seine seine beste Chance, zumindest in unseren Augen. Leider hatten wir ab Runde 25 ein Problem mit dem Differential. Es verhielt sich nicht so, wie wir das gern gehabt hätten", hadert der Brite.

Horner weiß, dass für Webber mehr möglich gewesen wäre: "Das kostete ihn etwas Zeit. Dadurch verlor er die Möglichkeit, beim Boxenstopp an Alonso vorbeizugehen", so der Teamchef, der sogar den fünften Rang in Reichweite gesehen hatte. "Ohne diese Schwierigkeiten hätte er mindestens vor Senna ins Ziel fahren können. Im besten Fall wäre er auch noch an Fernando vorbeigekommen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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