Heute legal, morgen illegal? Der Mercedes-Heckflügel steht zur Debatte

Formel 1 2012

— 31.07.2012

Es hat sich ausgeklappt: Verbot von Doppel-DRS naht

Ab der kommenden Saison soll die Mercedes-Lösung durch eine Regeländerung verbannt werden - Lotus will sein System trotzdem weiterentwickeln



Lange stand das Doppel-DRS von Mercedes unter dem Verdacht, unlauter zu sein, war aber regelkonform. Jetzt macht die Formel 1 es illegal: Nach Informationen von 'Autosport' hat sich eine Mehrheit der Teams beim Meeting der Technischen Arbeitsgruppe vor dem Ungarn-Grand-Prix auf eine entsprechende Änderung des technischen Reglements ab der Saison 2013 geeinigt. Gegen den Vorstoß ausgesprochen haben soll sich das Mercedes-Werksteam, das das System mit seinem diesjährigen Auto erstmals in die Formel 1 brachte.

Stoppen konnten die Silberpfeile den Beschluss aber nicht. Um die Regeländerung amtlich zu machen, muss im Laufe des Jahres der FIA-Motorsport-Weltrat zustimmen.

Keine Mehrkosten durch Doppel-DRS?

Dass die Mercedes-Idee bisher nicht kopiert wurde, hat mehrere Gründe. McLaren erklärt seinen Verzicht mit der Notwendigkeit für einen Komplettumbau des Fahrzeugs, Sauber führt Kostengründe an. Dass das Geld wirklich gegen das Doppel-DRS spricht, bezweifelt Ross Brawn: "Die Leute reden von hohen Kosten, aber die gibt es nicht wirklich. Alle wissen, dass es sich um einige Karbonteile unter dem Auto handelt. Sie kosten ein paar tausend, nicht ein paar Millionen Pfund", so der Mercedes-Teamchef.

Einzig Lotus, das nach dem China-Grand-Prix noch selbst gegen die Silberpfeile protestiert hatte, entwickelte eine ähnliche Lösung und testet diese zurzeit am Auto von Kimi Räikkönen in den Freien Trainings. Ab Spa-Francorchamps soll das System in den Renneinsatz gehen. James Allison will wegen des nahenden Verbots die Arbeit nicht stoppen: "Die Saison mit 20 Rennen ist kaum mehr als zur Hälfte vorüber, das Ende nicht einmal nahe. Es ist also noch viel wert", so der Technikdirektor gegenüber 'Autosport'.

Lotus will kleine Vorteile nutzen

Zu dieser Einstellung beigetragen haben dürften auch die erfreulichen, wenn auch nicht bahnbrechenden Eindrücke, die Lotus bisher gewonnen hat: "Ich denke, der Test ergab ein positives Ergebnis. Wir gehen es Schritt für Schritt an. Wir sehen darin nämlich keinen drastischen Vorteil", so Eric Boullier in Budapest, als das Verbot noch ein Gerücht war. "Wenn es aber prima funktioniert, dann müssen wir es natürlich einsetzen, ganz klar. Wir arbeiten weiter daran."

Im Unterschied zum Doppel-DRS von Mercedes, das bei Aktivierung des Systems den Luftstrom am Heckflügel abgreift, zum Frontflügel leitet, wo ein Strömungsabriss verursacht, somit der Luftwiderstand reduziert und die Höchstgeschwindigkeit verbessert wird, beeinflussen die Schwarz-Goldenen ausschließlich die Heckpartie und profitieren auch bei einem deaktivierten System. Die Luft wird durch die Airbox geführt, zur Kühlung eingesetzt, dann an den Endplatten vorbei dem Heckflügel zugeführt. Anpressdruck wird reduziert und der DRS-Effekt verstärkt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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