Paul Hembery ist der Ansicht, dass ein Reifenkrieg der Formel 1 schaden würde

Formel 1 2012

— 01.08.2012

Hembery wettert gegen Reifenkrieg

Seit 2007 gehört der Reifenkrieg in der Formel 1 der Vergangenheit an - Pirelli-Motorsportchef Paul Hembergy erklärt, warum ein Comeback nur Nachteile hätte



Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery weint den Zeiten des Reifenkriegs in der Formel 1 keine Träne nach. Er stellt klar, dass der italienische Reifenhersteller über einen Ausstieg nachdenken würde, sollte eine Konkurrenzsituation am Gummisektor gewünscht werden.

"Wenn etwas geändert wird, dann werden wir darüber nachdenken. Wir müssten aber zuerst die Regeln sehen, damit wir wissen, was mit einem Reifenkrieg wirklich gemeint ist. Wenn es bedeutet, 100 Millionen Euro auszugeben, um eine halbe Sekunde schneller zu sein, und man dann nicht einmal beweisen kann, dass man den besseren Reifen hat, dann wäre das sinnlos", lässt der Brite keinen Zweifel daran, was er von einem Reifenkrieg hält.

Indianapolis als Mahnmal

Dennoch würde man eine dementsprechende Entscheidung akzeptieren: "Wir arbeiten für den Sport, und der Sport muss entscheiden, was er will. Wenn er einen Reifenkrieg und eine Rückkehr der Rennprozessionen will - so wie es Anfang der 2000er-Jahre der Fall war, als das Publikumsinteresse zurückging - dann ist das eine mögliche Herangehensweise. Es liegt nicht an uns, das zu entscheiden."

Geht es aber nach Hembery, dann entscheidet sich die Formel 1 gegen einen Reifenkrieg, denn dieser bringe bloß Nachteile für den Sport und für die Reifenhersteller. "Als Reifenlieferant bekommt man nur einen Ruf, wenn man für eine Situation wie in Indianapolis sorgt und das Rennen stoppt", spielt er auf das Farce-Rennen 2005 an, als die Michelin-Teams auf einen Start verzichteten, weil die französischen Gummis in der Steilkurve zu platzen drohten. "Das ist das ultimative Ergebnis eines Reifenkriegs. Ich glaube nicht, dass das gut für einen Reifenhersteller ist - es ist aber sicher nicht gut für den Sport."

Teams laut Hembery gegen Reifenkrieg

Doch damit nicht genug - Hembery setzt seine Kritik fort: "Am Ende wusste niemand, welche Reifen auf welchem Auto waren, als es einen Reifenkrieg gab. Niemand wusste es, denn das ganze Geld wurde ausgegeben, um Performance zu finden, doch das wurde von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Und wenn es die Öffentlichkeit nicht wahrnimmt, dann verstehen wir es nicht."

Er ist aber zuversichtlich, dass die Formel 1 seinem Arbeitgeber auch in den kommenden Jahren einen Reifenkrieg erspart: "All die Teams, mit denen ich gesprochen habe, wollen keinen Reifenkrieg. Sie sind der Ansicht, dass es Geldverschwendung für einen Bereich wäre, den man nicht steuern kann, was von begrenztem Wert für die Öffentlichkeit wäre. Zudem gibt es Sicherheitsbedenken. Die Reifenhersteller würde nämlich die Grenze nach oben schieben, weil es um Performance geht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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