Bernie Ecclestone pokert und will in der London-Frage nichts ausschließen

Formel 1 2012

— 05.08.2012

Ecclestone und London: Lebenstraum mit Notausgang

Er kämpft um ein Monument seiner Regentschaft: Ecclestone will einen Grand Prix im Stadtzentrum, hält sich aber auch die Option Olympiastadion offen



London ist im Olympiafieber und Bernie Ecclestone hat sich offenbar angesteckt. Oder der Formel-1-Zampano hat einfach nur eine Gelegenheit erkannt, so richtig Kasse zu machen und sich nebenbei eine Hintertür für den Lebenstraum von einem Grand Prix vor der eigenen Haustür zu erfüllen. So macht Ecclestone am Rande seiner Stippvisite bei den Spielen am Samstag das eigentlich schon abgeschriebene Olympiastadion doch wieder zu einem möglichen Austragungsort für ein Rennen in der britischen Hauptstadt.

Der 81-Jährige zeigt sich gegenüber 'Reuters' beeindruckt von der Kulisse: "Ich bin überrascht, wie viele Leute gekommen sind. Das ist gut. Ich bin mir sicher, wir würden große Menschenmengen anziehen", antwortet Ecclestone auf die Frage, ob er sich Motorsport im Olympiastadion vorstellen könne. In der Tat gehört ein entsprechender Nutzungsplan für die Zeit nach den Spielen zu vier möglichen Optionen, die der London Legacy Development Corporation vorliegen.

Ecclestone favorisiert Stadtkurs im Zentrum

Eingereicht wurde die Bewerbung von der zuvor eher unbekannten Firma Intelligent Transport Services, die in einem Alleingang eine Studie zu einem Formel-1-Grand-Prix in der Arena der Öffentlichkeit präsentierte - nicht unbedingt zu Ecclestones Freude. Denn der verfolgt seit geraumer Zeit die Idee von einem Kurs rund um weltbekannte Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt. "Mir wäre ein Rennen, wie wir es ursprünglich geplant haben, lieber - im Zentrum", unterstreicht Ecclestone im Gespräch mit 'The Globe and Mail'.

Die Pläne, zu denen eine spanische Großbank eine Machbarkeitsstudie vorgelegt und den Formel-1-Promoter in dieser Situation mehr oder weniger unfreiwillig vor den Karren gespannt hatte, sehen eine Route vorbei am Buckingham Palace, dem Trafalgar Square, dem Parlamentsgebäude und dem Londoner Riesenrad vor. "Wir arbeiten daran. Es ist ein Projekt, das wir zu realisieren versuchen", bekräftigt Ecclestone.

Alles offen in der Standortfrage

Eine Absage für das Olympiastadion, das sich im Nordosten Londons abseits der touristischen Anziehungspunkte befindet, bedeutet das anscheinend nicht. "Es hängst von der Strecke ab. Im Moment sehen wir uns das nur an. Jemand zieht in Erwägung, das Zentrum der Arena zu nutzen und wieder herauszufahren", verrät der Promoter und bremst: "Ob das passiert oder nicht, müssen wir abwarten."

Die übrigen Aspiranten auf die nacholympische Nutzung des Stadions sind die Fußballklubs West Ham United - Gerüchten zufolge der große Favorit - und Leyton Orient FC sowie das UCFB College of Football Business. Wann endgültig über den Zuschlag entschieden wird, ist noch offen und dürfte zum Teil vom Engagement Ecclestone abhängen. Er erklärt am Rande seines Olympia-Besuches: "Bei den Spielen geht es eher um Menschen als um Mechanik." In der Formel 1 aber manchmal auch.

Fotoquelle: xpbimages.com

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