Die Grand-Prix-Strecke ist ein Projekt, das sich für die Region lohnen soll

Formel 1 2012

— 06.08.2012

Wieso Austin 22 Oscars wert ist

Die Zahlen hinter dem Rennen: Umsätze im Wert von fünf Millionen Päckchen Butter und genug internationale Gäste, um alle existierenden Airbus A380 dreimal zu füllen



Die Formel 1 der Moderne ist ein Multi-Millionen-Dollar-Geschäft. Das ist jedem klar, der die schwindelerregenden Gebühren kennt, die die Rennstreckenbetreiber für ein Gastspiel der Königsklasse abdrücken müssen - und sich damit wie der Nürburgring oder Spa-Francorchamps in die Bredouille manövrieren. Doch welche erstaunlichen Zahlen wirklich hinter einem Grand Prix stecken, bleibt oft im Verborgenen. Die Verantwortlichen des Circuit of The Americas haben genau nachgerechnet.

Der 5,472 Kilometer lange Kurs in Austin ist als erste speziell für die Formel 1 gebaute Rennstrecke in den USA auf einem Areal von rund vier Quadratkilometern errichtet worden. Das entspricht ungefähr 50 Fußballfeldern. Seine 20 Kurven führen über 40 Höhenmeter - auf jeder Runde überwinden die Fahrer also etwas mehr als einmal den Pariser Eiffelturm. Das Presse- und Konferenzzentrum ist rund 3.700 Quadratmeter groß, das Streckenhospital erstreckt sich über 511 Quadratmeter.

Austin könnte Leonardo DiCaprio zwei Mal sinken lassen

Verschlungen hat der Bau der Anlage in Texas geschätzte 400 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 323 Millionen Euro). Mit dieser Summe hätte sich der Kinofilm "Titanic" zwei Mal produzieren lassen, somit ist die Piste quasi 22 Oscars wert. Der Bau verhalf 1.700 Menschen zu einer Beschäftigung. Insgesamt sind 300 dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen worden, hinzu kommen 3.000 temporäre Stellen während des Formel-1-Rennens im November.

Die Streckenbetreiber erhoffen sich jedes Jahr zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Besucher. Bei gutem Gelingen kommen also so viele Menschen an den Circuit of The Americas wie zu den Heimspielen des FC Bayern München in einer kompletten Spielzeit der Fußball-Bundesliga. 300.000 davon werden während des Formel-1-Wochenendes und 120.000 am Rennsonntag erwartet.

Durstig wie Mainz in einem halben Jahr

80 Prozent von ihnen sollen nicht aus Texas selbst stammen, rund ein Drittel mit dem Flugzeug aus dem Ausland anreisen. Um sie zu transportieren, wären 228 Airbus A380 nötig. Die übrigen Motorsport-Fans sollen zur V8-Supercar-Serie, der American Le-Mans-Series sowie Konzerten und Fahrradrennen pilgern, die ebenfalls zum Programm in Austin gehören. Die Auftritte der Musiker sind in einem 20.000 Zuschauer fassenden Amphitheater geplant - diese Kapazität entspricht dem 20-fachen der Pariser Oper.

Zum Formel-1-Rennen werden außerdem 2.400 Teammitglieder, 600 Angestellte der Formel 1 und 1.250 Journalisten erwartet. Es könnten also alle Angestellten von Radio Bremen vier Mal in das Medienzentrum kommen, um die Kapazität auszulasten. Das ganze Spektakel lohnt sich auch für die lokale Wirtschaft, schließlich soll der Grand Prix rund 190.000 Hotelübernachtungen generieren. Trinkt jeder von ihnen zum Frühstück ein Glas Orangensaft, entspricht das dem halben Jahreskonsum der Stadt Mainz.

Mehrumsätze im Wert von 8,1 Milliarden Kalorien

Durch den Besucherzustrom sollen direkt und indirekt umgerechnet 3,71 Millionen Euro an Umsätzen in Austin und Umgebung generiert werden. Zum Vergleich: Ein deutscher Supermarkt müsste dafür fünf Millionen Päckchen Butter absetzen. Die öffentliche Hand darf mit zusätzlichen Mehrwert- und Übernachtungssteuer-Einnahmen in Höhe von umgerechnet 3,37 Millionen Euro rechnen, wovon sich in Deutschland knapp zehn Kilometer Bundesstraße bauen ließen.

Alleine die Steuern für die in Austin konsumierten Getränke soll umgerechnet rund 200.000 Euro in die kommunalen Kassen spülen. Um diese Summe zu generieren, müssten in Deutschland mehr als 13.000 Liter Cola fließen.

Fotoquelle: COTA

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