Im Rampenlicht: Sebastian Vettel kann mit seiner Prominenz gut umgehen

Formel 1 2012

— 10.08.2012

Unbeschwert nur mit Sonnenbrille und Kapuze

Schumacher, Vettel und Rosberg sprechen über die Folgen ihrer Prominenz und wieso sie machmal belastend ist, aber auch manchmal positive Energie spendet



Die eigene Person ist begehrt, man bekommt Komplimente auf die Ohren, den besten Tisch im Restaurant zugewiesen, wird an Warteschlangen vorbei gewunken und landauf und landab mit Namen angesprochen. Die Prominenz, die Formel-1-Rennfahrer als globale Superstars des Sports in diesen Tagen genießen, hat ihre Vorzüge, aber auch ihre Schattenseiten. Die deutschen Piloten sehen ihre Situation mit gemischten Gefühlen und räumen ein, dass sie manchmal lieber Otto Normalverbraucher wären.

Michael Schumacher, seit vielen Jahren in der Schweiz beheimatet, beschreibt die Gratwanderung, die der Alltag schon bei einem Abendessen außer Haus erfordert: "Es ist eine Sache, wenn du in einer Funktion dorthin gehst. Bist du aber privat vor Ort, dann ist es sehr oft schwierig", so der Rekord-Weltmeister, der es beschaulich mag. "Wir alle lieben unsere Privatsphäre, wollen das Leben möglichst genießen. Wir müssen aber akzeptieren, dass es nicht immer die perfekte Kombination gibt."

Schlechte Presse bedeutet Krach mit der Freundin

Prominenz erfordere wie alles andere im Leben auch allen voran Übung und Gewöhnung, glaubt Sebastian Vettel. "Unter dem Strich liegt es doch an uns", betont er. Der Red-Bull-Pilot ist nach eigner Aussage bestrebt, ein normales Leben zu führen, normale Dinge zu tun und sieht darin "kein allzu großes Problem". Vettel weiß jedoch auch, dass jeder Pilot einen anderen Umgang mit der Situation pflegt: "Fragt doch mal Lewis (Hamilton; Anm. d. Red.)", schmunzelt er.

Sein britischer Kollege ließ sich kürzlich nach einer langen Partynacht in einer Londoner Hotellobby mitsamt einigen Damen fotografieren und hatte anschließend ein weiteres Gewitter zu ertragen, das nicht aus Blitzlicht bestand, sondern von Lebensgefährtin Nicole Scherzinger ausging. Vette sieht positive Seiten, wenn es um die Fans geht. "Okay, dann unterschreibst du halt etwas, lässt dich fotografieren, sprichst mit ihnen. Das ist ebenfalls sehr nett und verschafft dir viel Energie."

Abends ausgehen ohne darüber nachzudenken, wo Fotografen lauern könnten? Schumacher sieht das anders: "Du wählst Orte aus, an die du gehst oder nicht gehst. Es kommt auf deine Wünsche an. Ich persönlich konzentriere mich etwas mehr darauf, ein ruhiges und privates Leben zu führen", erklärt der 43-Jährige. "Ich würde größere Menschenansammlungen eher meiden. Wenn du aber an Orte gehst, wo viel los ist, dann weißt du, was du erwarten musst", weiß er.

Die Mischung macht's

Wenn Teamkollege Nico Rosberg unbedingt zu einer großen Veranstaltung möchte, dann eben "undercover" - so wie beim Goodwood Festival of Speed. Der Wiesbadener bewaffnete sich mit Kapuzenpullover und Sonnenbrille, mischte sich unerkannt unter die Besucher. "Ganz alleine. Ich wollte es erleben, aber nicht erkannt werden", erzählt Rosberg, der so einige Stunden mal nicht prominent war und Motorsport als ganz gewöhnlicher Fan genoss. " Du gewöhnst dich daran. Es ist okay. Manchmal ist es schön, manchmal nicht so schön."

Die perfekte Balance, wie sie sich jeder Rennfahrer in seinem Auto wünscht, existiert außerhalb des Cockpits eben nicht. Das ist auch Schumacher klar: "Doch was im Leben ist schon perfekt? So etwas gibt es nicht", bemerkt er, ohne dass er sich über seinen sicherlich sehr komfortablen Alltag beklagen will. "Wahrscheinlich ist es aber so perfekt, wie es für mich nur sein kann."

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