Eine innige Beziehung, die fruchtet: Peter Bonnington und Michael Schumacher

Formel 1 2012

— 10.08.2012

Welchen Anteil am Erfolg der Mann im Ohr hat

Michael Schumacher und Lewis Hamilton erklären, was die Zusammenarbeit mit Renningenieuren ausmacht - "Will nicht in jeder Sekunde angesprochen werden"



Mal abenteuerliches Italo-Englisch, mal die sonoren Töne eines 'BBC'-Reporters: Die Formel-1-Fans kennen die Stimmen der Renningenieure aus dem Boxenfunk, die Fahrer aus dem Schlaf. Kaum eine Person an der Rennstrecke ist so dicht an den Piloten dran wie ihre persönlichen Techniker. "Mit Sicherheit eine der wichtigsten Personen, die du hast", meint Michael Schumacher, der mit dem Briten Peter Bonnington zusammenarbeitet, und unterstreicht die Bedeutung für die sportliche Leistung. "Mit ihm arbeitest du zusammen, um dein Auto zu maximieren."

Der Rekord-Weltmeister weist darauf hin, dass selbst er als erfahrener Pilot auf seinen Datenspezialisten Jock Clear angewiesen ist, um sich im komplexen Technik-Alltag der Königsklasse zurechtzufinden. "Ein Fahrer bekommt ein Auto in die Hand gedrückt und muss dann versuchen, das Maximum herauszuholen. Es gibt unendlich viele Einstellungsmöglichkeiten", erklärt Schumacher das Rätsel, das der Motorsport der Moderne seinen Aktiven mit auf den Weg gibt.

Schumacher und sein Team: eine verschworene Einheit

Das Auto alleine in Topform zu bringen, sei ein Ding der Unmöglichkeit. "Ich bin halt nicht dazu in der Lage, alle Computer zu bedienen und das selbst zu machen. Da brauche ich schon sehr viel Unterstützung", berichtet der Mercedes-Pilot über die Arbeit in der Box und in der Fabrik. "Ich vergleiche sie einfach einmal mit einem riesigen Puzzle." Das soll dann so schnell wie möglich zusammengesetzt werden - und so perfekt wie möglich. Oftmals bedeutet das eine Gratwanderung.

Ausgerechnet Schumacher, dessen technische Kompetenz immer als einer seiner Vorzüge galt, räumt in dieser Beziehung Schwächen ein, die er in früheren Jahren gehabt hat. "Das ist mir früher nicht ganz so gut gelungen, wie das mittlerweile der Fall ist. Da ist Jock Clear, den ich aus der Vergangenheit kenne, eine wichtige Person. Auch Peter Bonnington", meint der Silberpfeil-Fahrer über sein Team. "Das sind die zwei, die sehr eng mit mir arbeiten."

Hamilton will nicht immer Funkverkehr

Insgesamt seien in die Zusammenarbeit in technischen Belangen aber viel mehr Personen involviert und die komplette Mannschaft über Änderungen am Auto jederzeit informiert, gibt Schumacher zu bedenken. Eben dieses Kollektiv betont Lewis Hamilton: "Der Renningenieur spielt die gleiche Rolle wie jeder andere im Team", meint der Brite, den Andy Latham im Funk mit Informationen versorgt. Und machmal läuft mehr über den Äther, als Hamilton lieb ist.

Im vergangenen Jahr maunzte der Ex-Weltmeister während des Deutschland-Grand-Prix in den Helm: "Stop talking while I'm racing." Übersetzt heißt das: "Hört auf mit mir zu sprechen, während ich Rennen fahre." Die Schärfe der Bemerkung war sicherlich der Hitze des Gefechtes geschuldet. Mit Abstand erklärt Hamilton: "Man will nicht unbedingt in jeder Sekunde angesprochen werden. Du bist auf eine Kurve konzentriert und dann kommt jemand im Funk - das willst du manchmal einfach nicht."

Dennoch nennt Hamilton Kommunikation den Schlüssel einer jeden Arbeitsbeziehung. So ist auch zu erklären, dass die Verbindung von Fahrer und Renningenieur nicht immer Früchte trägt. "Bei Benetton bekam ich einmal neue Ingenieure, doch wir stellten fest, dass es nicht funktionierte. Da veränderte sich dann auch meine Leistung", erinnert sich Schumacher, der 2011 die Zusammenarbeit mit Mark Slade nach nur sechs Monaten beendete und Bonnigton an seine Seite holte.

Fotoquelle: xpb.cc

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