Sebastien Buemi scheint aktuell über einen Vetrag für 2013 zu verhandeln

Formel 1 2012

— 10.08.2012

Buemi: Auf lauten Sohlen durch die Hintertür

Trotz Jobs als Red-Bull-Testpilot und bei Toyotas Langstrecken-Projekt hat sich Sebastien Buemi für 2013 eine Formel-1-Rückkehr als Einsatzfahrer vorgenommen



Die Karriere des Sebastien Buemi steckt in einer unliebsamen Situation. Einerseits ist der Schweizer als Red-Bull-Testpilot Teil eines Spitzenteams, andererseits muss er 2012 auf Renneinsätze verzichten. Befriedigend unbefriedigend. Doch anscheinend bereitet Buemi derzeit ein Comeback im Starterfeld vor. '20min.ch' verrät er: "Es gibt Möglichkeiten. Genaueres kann ich Ihnen nicht sagen, bevor die Tinte unter einem Vertrag trocken ist. Ich kann aber sagen, dass es momentan gut aussieht", so Buemi.

Um welche Teams es sich bei diesen "Möglichkeiten" handelt, lässt der 23-Jährige offen, schließt ein Engagement bei den Schlusslichtern des Feldes - namentlich Marussia und HRT - allerdings aus: "Natürlich möchte ich wieder Rennen fahren, aber diese Teams sind einfach zu weit weg vom ganzen Rest. Richtige Rennen sind das nicht, wenn du nach 15 Runden nur noch überrundet wirst und aufpassen musst, dass du nicht im Weg stehst", erklärt Buemi.

Kein Kommentar zu Toro Rosso

Hinzu kommt, dass es für ihn im Gegensatz zu einigen GP2-Piloten, die ein solches Cockpit mit Kusshand nehmen würden, eine veritable Alternative gibt - und zwar mit der Erfahrung von 55 Grand Prix auf der Habenseite weiter Tests für Red Bull zu bestreiten. Buemi meint, das brächte ihm einen Fuß in die Tür und eine Menge Erfahrung bei der Arbeit im Simulator, wenn er beispielsweise den aggressiven Fahrstil Mark Webbers gemäß den Wünschen der Ingenieure imitiert.

Seine Verpflichtung bei Red Bull bedeutet für Buemi aber offenbar auch einen Maulkorb, wenn es um das Schwesterteam und seinen unfreiwilligen Abgang Ende 2011 geht. Dass Toro Rosso jetzt in einer manifesten Krise steckt, kommentiert er nicht. "Aber ich versuche, nicht darüber nachzudenken. Das Kapitel Toro Rosso ist für mich abgeschlossen und abgehakt. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit bei Red Bull", stellt Buemi klar. "Es ist, wie es ist. Ich kann es nicht ändern."

Ein Schweizer hat es schwieriger

Ein Freispruch für seine wenig erfolgreichen und umso mehr kritisierten Nachfolger Jean-Eric Vergne und Daniel Ricciardo hört sich anders an. Buemi klagt über die Schwierigkeit, sich als Eidgenosse mit italienischen Wurzeln in der Formel 1 zu etablieren. "Für einen Schweizer ist es sicher etwas schwieriger. Du hast weniger Leute, die dich unterstützen", erläutert Buemi und kennt das Dilemma mit Firmen wie der Großbank UBS. Sie sind Sponsoren, aber nicht für einzelne Piloten. Zumindest unterstützen den Romand drei heimische Unternehmen.

Wenn er Benzin und Asphalt auf der Strecke statt Bits und Bytes im Simulator will, hat Buemi neben seinem Job beim Brausehersteller die Möglichkeit, Angebote aus anderen Serien wahrzunehmen. Zuletzt verschlug es ihn an die Seite von Anthony Davidson und Stephane Sarrazin zur Premiere von Toyotas neuem Langstrecken-Projekt. "In Le Mans fährst du mit Dach, das ist ein Riesen-Unterschied. Ausserdem sind die Autos langsamer", berichtet er.

Le Mans als Suche nach Kompromissen

"Nicht unbedingt auf der Geraden, wo wir über 300 Stundenkilometer erreichen, aber in den Kurven", erklärt Buemi die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Prototypen und Formel-1-Boliden. "Und die Autos sind weniger am Limit als in der Formel 1, schliesslich müssen sie 24 Stunden halten. Dadurch sind sie etwas einfacher zu fahren." Es ist also Kompromissfindung gefragt: Schnell, aber kein hohes Unfallrisiko. Überrunden, aber ein konstantes Tempo halten.

Und wenn Buemi zwischen Testfahrten und Ausflügen in andere Serien langweilig wird, schaut er Fernsehen. Am liebsten Sport und da kommen die Olympischen Spiele gerade recht. "Ich habe Ferien und schaue mir viel am TV an. Ich habe die 100 Meter gesehen, Federer und Schwimmen", so Buemi abschließend gegenüber '20min.ch'. "Olympia interessiert mich, gerade auch Sportarten, die ich gar nicht so kenne. Ich habe Turnen geschaut und Hockey. Das war spannend."

Fotoquelle: xpb.cc

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