Der Schaden durch Bernie Ecclestones britischen TV-Deal hält sich in Grenzen

Formel 1 2012

— 17.08.2012

Britischer TV-Deal: Zuseherzahlen brechen nicht ein

Nach der ersten Saisonhälfte 2012 ist klar: Die Befürchtungen der Kritiker von Bernie Ecclestones umstrittenem britischem TV-Modell sind nicht eingetreten



Vor rund einem Jahr malten britische Fahrerlagergäste in Ungarn bereits den Teufel an die Wand. Ursache war Bernie Ecclestones Präsentation des neuen TV-Deals. Der Brite stellte klar, dass die Formel-1-Rennen ab 2012 und bis 2018 hauptsächlich vom Bezahlfernsehkanal 'Sky' live übertragen werden, die öffentlich-rechtliche 'BBC' würde nur noch die Hälfte aller Rennen live zeigen, die restlichen Grands Prix in einer Zusammenfassung. Eine Hiobsbotschaft für viele Fans, denn die aufwändige 'BBC'-Berichterstattung hatte sogar über die Grenzen Großbritanniens hinaus für Begeisterung gesorgt.

Doch wie hat sich der TV-Deal nun tatsächlich ausgewirkt? Sind die TV-Zuseherzahlen bei den Formel-1-Rennen eingebrochen oder hat sich die Aufregung im Nachhinein als Sturm im Wasserglas erwiesen? Offenbar ist Zweiteres der Fall. Von den bisherigen elf Saisonrennen übertrug die 'BBC' fünf live, die restlichen sechs in einer Zusammenfassung.

Interessant ist, dass die Gesamt-Zuschauerzahlen ('Sky' plus 'BBC') bei den ersten vier Rennen sogar besser waren als die 'BBC'-Zahlen 2011. Bei den einzigen vier Rennen, die auf beiden Sendern live gezeigt wurden, sahen in zwei Fällen insgesamt mehr Zuschauer zu, in drei Fällen weniger als im Vorjahr. Laut 'Autosport' entschieden sich bei diesen Rennen Zuschauer, die beide Sender empfangen können, zu 53 Prozent für 'Sky'. Das spricht angesichts der eingeschränkten Berichterstattung für das Angebot der 'BBC'.

Formel 1: 'Sky' erreicht fast eine Million Zuseher

Dennoch ist 'Sky' mit den Zahlen in Großbritannien zufrieden: Der Tiefpunkt wurde laut 'Autosport' beim britischen Heimrennen mit 455.000 TV-Zuschauern erreicht, doch das ist darauf zurückzuführen, dass gleichzeitig das Wimbledon-Finale zwischen Lokalmatador Andy Murray und Roger Federer über die Bildschirme flimmerte.

Den Höhepunkt erreichte man beim Grand Prix von Deutschland mit beinahe einer Millionen Zuseher - man hatte das Angebot aber im Zuge einer Werbeaktion auch Nicht-'Sky'-Kunden zur Verfügung gestellt. Unter normalen Bedingungen war der Grand Prix von Kanada zur Prime-Time mit 924.000 Zuschauern das erfolgreichste Rennen.

Damit liegen die 'Sky'-Zahlen in Großbritannien deutlich über den Werten von Deutschland, wo 'Sky' aber Zugewinne vermeldet. In den ersten zehn Rennen kam man auf ein durchschnittliches TV-Publikum von 364.000 Menschen. Das Heimrennen in Hockenheim erreichte als Höhepunkt 450.000 Zuschauer. Zum Vergleich: Deutschland hat rund 82 Millionen Einwohner, in Großbritannien sind es rund 62 Millionen.

Whitmarsh relativiert TV-Zahlen

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh will sich jedoch allgemein von der Bedeutung der TV-Zuseherzahlen distanzieren und hält diesen Blickwinkel gegenüber 'Autosport' für veraltet: "Wir waren stets besessen von den Hintern der TV-Zuschauern auf ihren Stühlen, aber das ist bald so antiquiert wie wenn man das Ausborgen eines Buches in der Bücherei als Maßstab für die Popularität von Literatur heranzieht."

Er findet, dass man die neuen Medien nicht außer Acht lassen darf: "Heute gibt es Handys, Tablets, Internet-Zugänge, und die Möglichkeit, sich ein Programm dann anzusehen, wann man will - wir sollten also anders denken."

Die aktuelle TV-Lösung findet er durchaus in Ordnung: "'Sky' hat viel Kreativität in die Formel 1 gebracht und zeigt mehr als die 'BBC'. Die 'BBC' gibt es aber auch noch, so wie es das gebührenzahlende Publikum möchte. Es ist zwar kein terrestrisches TV-Modell mehr, aber das ist eben der Lauf der Dinge."

Fotoquelle: xpb.cc

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