Ross Brawn bevorzugt in der Formel 1 ein klares Kräftverhältnis

Formel 1 2012

— 23.08.2012

Brawn: "Formel 1 darf nicht zu unvorhersehbar sein"

Mercedes-Teamchef Ross Brawn begrüßt, dass sich in der Formel 1 langsam wieder ein Muster einstellt und kritisiert die Unvorhersehbarkeit zu Saisonbeginn



Während sich viele Medien und Fans über die unvorhersehbare Situation zu Beginn dieser Formel-1-Saison begeistert zeigten, konnte Mercedes-Teamchef Ross Brawn dieser "Lotterie" nur bedingt etwas abgewinnen. Bei den ersten sieben Grands Prix gab es insgesamt sieben verschiedene Sieger. Es war damit der abwechslungsreichste Saisonstart in der Geschichte der Formel 1. Diese völlig unterschiedlichen Rennausgänge - es war praktisch unmöglich, vorherzusagen, welches Team am Ende die Nase vorn haben wird - war vor allem den Pirelli-Reifen zuzuschreiben.

Denn diese sprachen extrem unterschiedlich auf die verschiedenen Strecken- und Wetterbedingungen an. Dass jedes Auto die Pneus auf eine ganz andere Weise beanspruchte, war ein weiterer Faktor, der die abwechslungsreichen Ergebnisse begünstigte.

"Wir müssen sicherstellen, dass die Formel 1 nicht zu sehr zu einer Lotterie wird", sagt Ross Brawn gegenüber 'Autosport'. "Ich denke, dass es in diesem Jahr ein paar unvorhersehbare Elemente gab, die für Spannung sorgten." Diese verlören allerdings nach einer Zeit laut Brawn an Attraktivität und führten zu Langeweile.

Brawn, der selber ein begeisterter Angler ist, zieht dabei Parallelen zu seinem Lieblingshobby. Beim Angeln könne ein Anfänger großes Glück haben und direkt einen großen Fisch am Haken haben. Auf die Formel 1 übertragen wäre dieser Angelanfänger Pastor Maldonado, der beim Spanien Grand Prix in diesem Jahr völlig überraschend für Williams gewann, anschließend aber keine nennenswerten Resultate mehr erzielte.

"Im Motorsport darf es nicht so sein, dass wir gar nicht absehen können, wer gewinnen wird", fügt der Brite hinzu. "Wir arbeiten hart um das Auto zu verbessern, doch dass es dann nicht zu den Bedingungen passt und nicht konkurrenzfähig ist, das wollen wir nicht."

Beim Großen Preis von Europa in Valencia gewann mit Fernando Alonso erstmals ein Fahrer zum zweiten Mal in dieser Saison. Das zuvor unvorhersehbare und teilweise recht chaotische Kräfteverhältnis beruhigte sich anschließend. Mittlerweile entwickelt sich langsam wieder ein Muster. Die Top-Teams etablieren sich wieder mehr und mehr an der Spitze.

"Auf eine gewisse Weise verbessert sich die Situation", stellt auch Brawn fest. "Doch die Unterschiede zwischen den Fahrern innerhalb eines Teams sind nach wie vor seltsam. Bei Red Bull ist an einem Wochenende Mark Webber dominierend und am nächsten Sebastian Vettel, was niemand so recht versteht."

Ein klares Kräfteverhältnis sei laut Brawn dringend von Nöten, da man ein Team als Referenzpunkt benötige, das es dann zu schlagen gelte: "Man braucht eine Rangordnung, um an der Saison Spaß zu haben", so der 56-Jährige. "Andernfalls herrscht ein Chaos, welches das Kräfteverhältnis und die Meisterschaft verzerrt."

"Wir wollen sehen, wie die Piloten gegeneinander Rennen fahren. Wir wollen sehen, wie der Erst- und Zweitplatzierte in der Weltmeisterschaft vorne fahren und kämpfen und nicht, wie einer im Mittelfeld festhängt und der andere vorne wegfährt, weil er an dem Wochenende besser mit den Reifen zurecht kommt."

Fotoquelle: xpbimages.com

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