Luca Marmorini will konsequent für die laufende Saison entwickeln

Formel 1 2012

— 28.08.2012

Motorenentwicklung: Ökonomie schlägt Pferdestärken

Ferraris Motorenchef Luca Marmorini erklärt, woran sich in Zeiten eines restriktiven Reglements arbeiten lässt und warum sich Pannen im Saisonfinale rächen



Die Zeiten, in denen in der Formel 1 ohne Rücksicht auf Kosten und Aufwand entwickelt wurde, sind vorbei. Das bekommt auch die Motoren- und Elektronikabteilung bei Ferrari zu spüren. Deren Chef Luca Marmorini erklärt, worauf es in der Saison 2012 ankommt: "Wir haben nicht wirklich viele Freiheiten, am Motor zu arbeiten und mehr Power herauszuholen. Aber wir können intensiv daran arbeiten, das Aggregat beständiger zu machen." Der Italiener ergänzt: "Wir können außerdem den Verbrauch verbessern."

Und daran wurde auch während der Sommerpause fleißig getüftelt - zumindest solange, wie die Fabrik in Maranello nicht geschlossen war. Mamorini meint: "Zwei Wochen sind nicht wirklich eine lange Zeit. Aber auch die Seele baumeln lassen? Das ist schwierig, weil wir die Konzentration nicht verlieren wollen", so der Mann, der im Jahr 2009 Gilles Simon beerbte. "Unsere Gedanken sind irgendwie immer bei der Formel 1 und dabei, wie man der nächsten Herausforderung begegnen kann."

Ferrari in Sachen Motoren unter den Top 3

Und die heißt Spa-Francorchamps, nur eine Woche später folgt das Ferrari-Heimspiel in Monza. "Eine wirkliche Herausforderung für den gesamten Antriebsstrang", bemerkt Marmorini, wenn es um zwei der schnellsten Kurse im Kalender geht. Seine gesamte Aufmerksamkeit und die seiner Abteilung gilt daher den Rennen in Belgien und Italien. "Es ist schwierig, ein Fazit zur ersten Saisonhälfte zu ziehen. Ich kann nur sagen, dass wir im Moment wirklich konzentriert sind auf die zweite."

Ferrari, nach einem verkorksten Start in das Formel-1-Jahr schon jetzt Entwicklungsweltmeister, nennt es "sehr wichtig", die gute Arbeit der Vergangenheit zu bestätigen. Klar, dass die Bestandsaufnahme positiv ausfällt: "In Sachen Motor sind wir bei der Verlässlichkeit und der Leistung im Plan, aber auch glücklich mit der Elektronik und dem KERS. Ich würde unseren Antriebsstrang im Moment zu den drei besten zählen", gibt sich Marmorini selbstbewusst.

Sparen für die Motorenkunden

Als Motorenchef ist er auch für die Elektronikabteilung zuständig - und damit auch für das Energierückgewinnungssystem KERS: "Wir haben nicht wirklich etwas Neues entwickelt, sondern eine Evolution des Systems angestrebt. Wir haben es kleiner und leichter gemacht, eine bessere Verteilung der Ladungen bewirkt", erklärt Marmorini, der dabei nicht mit der Schöpfkelle in den Geldsäckel langen durfte: "Dabei haben wir die Kosten im Auge behalten, um unseren Kunden mit einem wettbewerbsfähigen Paket beliefern zu können."

Es gibt ein weiteres Teil, das 2012 eine Schlüsselkomponente für ein schnelles Auto darstellt: "Der Auspuff ist sehr wichtig, weil er sowohl die Motorleistung als auch die aerodynamische Qualität des Autos beeinflusst", weiß Marmorini, der es Red Bull gleichgetan und am Mapping getüftelt hat. Der Seitenhieb auf die Österreicher, die deswegen Ärger mit der FIA hatten, bleibt nicht aus: "Selbst wenn das Reglement da enge Grenzen steckt und keine großen Leistungsgewinne zulässt."

Wem geht in Brasilien die Luft aus?

Die Verlässlichkeit der Triebwerke liegt dem Italiener angesichts der begrenzten Anzahl pro Saison besonders am Herzen. Mamorini warnt davor, für das Finale in Brasilien keinen frischen Motor mehr zur Verfügung zu haben: "Niedriger Luftdruck, hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen sind nicht gut für die Leistungsentwicklung. Interlagos bietet genau diese Bedingungen", gibt er zu bedenken.

Die Folgen sind schwerwiegend: "Dort mit einem Motor zu fahren, der schon bei den Tests in Barcelona im Einsatz war: Das bedeutet mehr als 50 PS Leistungsunterschied. Damit kann man nichts mehr anfangen." Das bedeutet also ein weiteres Schlachtfeld in einer Saison, in der die Antriebsspezialisten der Formel 1 mehr als genug zu tun haben. "Es ist eine knifflige Zeit für die Motoreningenieure", verweist Marmorini auf die Doppelbelastung durch die V6-Motoren für 2014.

Fotoquelle: Ferrari

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