Teamchef Martin Whitmarsh: Ist sein Lächeln echt oder eher gequält?

Formel 1 2012

— 29.08.2012

Trotz Gerüchten: McLaren für die Zukunft optimistisch

Mercedes, Vodafone, Mumtalakat: Trotz der Gerüchte um drei wichtige Partner blickt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh optimistisch in die Zukunft



Seit in Hockenheim die neueste Ausbaustufe gezündet wurde, befindet sich McLaren mit Lewis Hamilton wieder mittendrin im WM-Kampf. Doch ungeachtet der sportlichen Erfolge soll auf wirtschaftlicher Seite in Woking nicht alles eitel Wonne sein. Insbesondere um die Schlüsselpartner Mercedes und Vodafone ranken sich zahlreiche Gerüchte.

Mercedes war bis zur Gründung eines eigenen Werksteams mit 40 Prozent größter Anteilseigner der McLaren-Gruppe, ist jedoch Ende 2009 in Form eines stufenweisen Prozesses ausgestiegen. Die Trennungsmodalitäten sehen vor, dass Mercedes noch bis Ende 2013 gratis Motoren liefern muss - doch was danach passiert, weiß im Moment niemand so genau. Wilde Gerüchte brachten das Team schon mit Honda in Verbindung, und sogar von einem hauseigenen McLaren-Motor war die Rede.

Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' sollen die Briten vor einigen Monaten auch (erfolglos) bei Volkswagen angeklopft haben, weswegen eine Fortführung der Partnerschaft mit Mercedes immer wahrscheinlicher wird - wenn auch nur auf Kundenbasis, also gegen Bezahlung. Teamchef Martin Whitmarsh legt sich sogar schon fest, wenn er gegenüber 'Autosport' sagt: "Wir werden bei Mercedes bleiben. Ich glaube, das haben wir nie in Abrede gestellt."

50 Vodafone-Millionen auf dem Prüfstand

Aber die Motorenfrage ist nicht die einzige Sorge, mit der man sich in Woking momentan beschäftigt, sondern auch der Vertrag mit Titelsponsor Vodafone läuft Ende 2013 aus. Das Mobilfunkunternehmen pumpt pro Jahr geschätzte 50 Millionen Euro ins McLaren-Team und kommt somit für rund ein Fünftel des gesamten Etats auf. Laut 'Financial Times' steht das Formel-1-Engagement bei Vodafone aber auf dem Prüfstand.

"Das da draußen ist eine herausfordernde Welt", gibt Whitmarsh zu, unterstreicht jedoch: "Wir haben bewiesen, dass wir Gegenwert liefern, und wir haben das Glück, dass uns viele Blue-Chip-Unternehmen unterstützen. Vodafone ist unser Titelsponsor. Wir gehen davon aus, dass das weiterläuft, aber wir haben beispiellose Beziehungen zu unseren Sponsoren, von denen manche schon seit 30 Jahren an Bord sind."

Sollte Vodafone wirklich aussteigen, könnte McLaren zum Beispiel um Coca-Cola als Ersatz pitchen - Branchenkenner schwören, dass der amerikanische Softdrink-Hersteller derzeit intensive Studien anstellt, was ein Formel-1-Engagement bringen und kosten würde. Das rot-weiße Coca-Cola-Logo würde sich sogar farblich mit den bisherigen Vodafone-Elementen decken, sodass McLaren nicht einmal gezwungen wäre, die prägnante Lackierung auf den Kopf zu stellen.

Unabhängig davon berichtet die österreichische 'SportWoche', dass der von 25-Prozent-Anteilseigner Ron Dennis geführte Unternehmenszweig McLaren Automotive, der auf den Bau von Supersportwagen spezialisiert ist, enorme Verluste schreibt. Zwar wurde der automotive Bereich auf eigene Beine gestellt, dennoch wirkt sich jedes Defizit natürlich auch auf das wirtschaftliche Gesamtergebnis der übergeordneten McLaren-Gruppe aus.

Gerücht: Bahrain vor McLaren-Ausstieg?

Auch ein Grund, wie man hört, warum die staatliche Bahrain Mumtalakat Holding Company, mit 50 Prozent Mehrheitseigentümer der McLaren-Gruppe, angeblich erwägt, ihr Engagement zu beenden. Zwischen McLaren und Mumtalakat zündelt demnach auch Bernie Ecclestone, der Kronprinz Salman bin Hamad bin Isa Al Chalifa sinngemäß unterbreitet haben soll: "Sie behalten weiterhin den Grand Prix, wenn Sie sich darum kümmern, dass McLaren das Concorde-Agreement unterschreibt."

Laut Informationen aus Woking sind derartige Gerüchte aber "unzuverlässig"; Mumtalakat habe im Gegenteil nicht vor, die Anteile zu reduzieren. Aber dass man zu Volkswagen Kontakt aufgenommen hat, passt zu den Gerüchten, wonach Mercedes und Mumtalakat einen Ausstieg zumindest in Betracht ziehen. Ein Automobilhersteller wie Volkswagen hätte beide Lücken stopfen können - als Motorenlieferant wie auch als Anteilseigner.

Dennis' Sportwagen-Projekt steht intern angeblich nicht zur Diskussion: "Diese Diversität ist Teil unserer Stärke", findet Whitmarsh. "Man kritisiert uns manchmal: 'Ihr seid durch Rons Visionen für das McLaren-Technology-Centre und andere Geschäfte abgelenkt.' Aber man muss erkennen, dass wir industriell und wirtschaftlich stärker dastehen, weil wir uns breit aufgestellt haben. Nur: Unser Kerngeschäft ist und bleibt die Formel 1. Da müssen wir gewinnen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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