Nico Rosberg rechnet fest damit, dass es nicht beim einem Sieg bleiben wird

Formel 1 2012

— 30.08.2012

Rosberg sicher: Weitere Siege werden folgen

Mercedes-Pilot Nico Rosberg über gedämpfte Belgien-Hoffnungen und die Sicherheit, dass dem ersten Grand-Prix-Sieg weitere folgen werden: Kein One-Hit-Wonder



Bis zum siebten Rennen der Saison lag Nico Rosberg in der Fahrerwertung aussichtsreich auf Platz fünf. Der Rückstand auf den damaligen Tabellenführer Lewis Hamilton betrug gerade einmal 21 Punkte, der erste Grand-Prix-Sieg in China wirkte noch nach. Seither ging es mit Mercedes allerdings etwas bergab. Rosberg verlor in der WM-Wertung den Anschluss. Die selbst formulierten Ziele klingen wieder bescheidener. Auch in Spa-Francorchamps rechnet der Weltmeistersohn nicht mit dem großen Wurf.

Frage: "Nico, die vergangenen Rennen liefen für euch nicht wie erhofft. Gibt es Anlass zur Hoffnung, dass nun eine Wende zum Besseren folgt?"
Rosberg: "Wir haben einige der Dinge verstanden, die dazu geführt haben, dass uns die anderen Teams etwas abgehängt haben. Einige der Sachen waren nicht ganz unerwartet. Es geht darum, die nötigen Schlüsse daraus zu ziehen. Viele unserer Maßnahmen sind auf Langfristigkeit ausgelegt. Der Verbesserungsprozess hat dadurch auf kurze Sicht vielleicht einen kleinen Knacks bekommen."

Frage: "Das muss doch nach dem Sieg in China und dem starken Rennen in Monaco etwas schwierig zu verdauen sein, oder?"
Rosberg: "Ja, klar. Bis zum Rennen in Kanada war ich voller Zuversicht. Ich war guter Dinge, dass ich bis zum Saisonende an der Spitze mitmischen könnte. Seither ist meine Zuversicht diesbezüglich verschwunden. So etwas ist natürlich nicht so schön."

Frage: "Es heißt immer, dass alles von allein kommt, wenn man erst einmal den ersten Rennsieg geschafft hat. Andererseits gibt es auch einige One-Hit-Wonders. Hast du Sorge, dass du zur zweiten Kategorie gehören könntest?"
Rosberg: "Na toll, da hat jemand eine neue Frage gefunden (schüttelt den Kopf). Mal ernsthaft: Nein, diese Sorge habe ich nicht. Ich habe auch noch nie wirklich über so etwas nachgedacht. Das werde ich auch nicht tun."

Frage: "Du bist also überzeugt, dass in Zukunft weitere Siege folgen werden?"
Rosberg: "Ja."

Bessere Chancen in Monza und Singapur?

Frage: "Glaubst du, dass ihr hier gute Chancen haben werdet, weil es hier eher auf die Vorderreifen ankommt?"
Rosberg: "Schwierig zu sagen. Ungarn war wegen der Balance und der langen Ecken nicht einfach. Wir haben auch hier wieder sehr lange Kurven. Das ist die Problematik. Auf Strecken wie Spa haben wir schon ganz gut aussehen können. Es könnte also sein, dass wir ein ordentliches Wochenende abliefern können."

Frage: "Viele Fahrer halten Spa für eine ganz besondere Strecke. Was macht sie so besonders?"
Rosberg: "Sie ist sehr lang, sehr flüssig zu fahren. Vor allem in mittelschnellen Passagen geht vieles in einem tollen Rhythmus. Und genau das ist es, was es in einem Formel-1-Auto zu einem besonderen Erlebnis macht. Der Speed in diesen langen, recht schnellen Ecken ist unglaublich. In Suzuka ist das ähnlich. Spa gefällt mir aber noch besser, wenn es auch nicht meine allerliebste Strecke ist. Mir gefällt Monaco noch besser. Ich mag diese engen Ecken."

Frage: "Die nächste Station ist Monza - eine wieder ganz andere Strecke, die Highspeed verlangt. Fühlt sich dort ein Formel-1-Auto wieder ganz anders an?"
Rosberg: "Nur bedingt. Man geht auf eine Abstimmung für extrem wenig Abtrieb und dadurch ändert sich auch die Fahrzeugbalance. Diese Abstimmungsänderung wirkt sich am Heck stärker aus als an der Front. Somit bekommt man eher die Tendenz zum Übersteuern. Daran muss man sich gewöhnen. Auch an das Bremsen. Normalerweise bremst man bei 100 Metern, in Monza musst du aber schon bei 130 Metern auf die Bremse. Darauf muss man sich etwas einstellen."

Frage: "In Spa spricht man oft über manche Überholstellen, viele Manöver hat es in der Vergangenheit aber nicht gegeben..."
Rosberg: "Ja, aber das wird dieses Jahr allein schon wegen der Reifensituation etwas anders sein. Das Betriebsfenster ist klein, der Reifenabbau stark und dann gibt es eben größere Unterschiede."

Frage: "Wo siehst du die besten Chancen, womöglich noch in diesem Jahr einen zweiten Saisonsieg einzufahren?"
Rosberg: "Nicht unbedingt jetzt hier in Spa, aber vielleicht auf Strecken wie Monza oder Singapur. Dort werden wir wieder bessere Chancen haben, denke ich mal. Ich weiß nicht, ob es realistisch ist, über einen weiteren Sieg zu reden. Tolle Resultate können wir noch erzielen, aber ein Sieg? Ich weiß es nicht."

Frage: "Habt ihr noch konkrete Ziele für den Rest der Saison?"
Rosberg: "Wir haben eine wirklich ernüchternde Phase gehabt. Wir müssen schauen, dass wir da wieder herauskommen und wieder den Faden finden in Richtung bessere Platzierungen."

Frage: "Müsst ihr das Auto noch mehr verstehen, um gewisse Fehler im kommenden Jahr vermeiden zu können?"
Rosberg: "Wir konzentrieren uns noch voll auf dieses Jahr. Es kommen noch einige Sachen, die auch für das nächste Jahr sehr wichtig sind und uns auch in diesem Jahr noch weiterhelfen werden. Ich bin da recht optimistisch."

Vater wirbelt, Oma gibt kräftig Gas

Frage: "Habt ihr auch hier in Spa wieder Neuerungen?"
Rosberg: "Ein paar Kleinigkeiten gibt es immer, aber ich glaube nicht, dass wir hier einen großen Schritt machen können."

Frage: "Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, um den Fokus auf 2013 zu lenken?"
Rosberg: "Das weiß ich nicht. Da bin ich nicht in der Position, um das beantworten zu können."

Frage: "Die Entwicklung für 2013 läuft im Hintergrund aber auch bei euch sicherlich schon. Bist du in die Prozesse eingebunden?"
Rosberg: "Ja, natürlich. Aber unser Fokus liegt dennoch zum Großteil noch auf der aktuellen Saison. Man hält mich über die Fortschritte bezüglich 2013 auf dem Laufenden. Ich bin in die Entwicklungen, die uns Fahrer betreffen, involviert."

Frage: "Auch bezüglich 2014, wo es wichtige Reglementänderungen gibt?"
Rosberg: "Involviert in dem Sinne, dass ich weiß und verstehe, was diesbezüglich passiert."

Frage: "Man kann davon ausgehen, dass es mit den neuen Triebwerken zunächst große Unterschiede geben könnte. Ist das ein Spannungsfaktor für euch Fahrer?"
Rosberg: "Ich bin da gelassen, weil wir mit Mercedes gut aufgestellt sein sollten. Die Chancen stehen gut, dass sie den besten Motor bauen werden."

Frage: "Es heißt immer, dass die Fahrstile von dir und deinem Vater sehr unterschiedlich seien. Dennoch fahrt ihr beide auf Straßenkursen wie Monaco gern und gut. Sind die Fahrstile also doch ähnlich?"
Rosberg: "Wir sind eine Eisrallye gegeneinander gefahren. Dort konnte man aus einem Kilometer Entfernung sehen, wer wann im Auto saß. Mein Vater ist nur quer durch die Kurven gefahren - da sind Schneewolken geflogen, als er unterwegs war. Ich war viel sauberer und sanfter unterwegs. Sogar meine Freundin, die von solchen Details im Rennsport keine Ahnung hat, konnte das beobachten. Daher denke ich, dass wir schon unterschiedliche Fahrweisen haben. Aber die Gene sind ja gleich. Kann sein, dass es dadurch Ähnlichkeiten gibt bezüglich dessen, was einem liegt."

Frage: "Monaco liegt dir. Spa-Francorchamps auch?"
Rosberg: "Ich denke schon. Aber ob sie mir besonders gut liegt, weiß ich nicht. Generell schon. Und Suzuka liegt mir."

Frage: "Deine Großmutter ist auch Rennen gefahren?"
Rosberg: "Ja, die war finnische Damen-Rallyemeisterin. Mein Großvater ist dann mit ihr nach Schweden gegangen, weil er dort sein Studium absolviert oder als Tierarzt dort schon gearbeitet hat. Deshalb waren sie einige Jahre in Schweden, wo auch mein Vater geboren wurde."

Frage: "Wollte dein Vater damals auch Tierarzt werden?"
Rosberg: "Nein, Zahnarzt. Aber er hat das Examen verschlafen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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