Lewis Hamilton absolvierte am gesamten Freitag nur sieben Runden

Formel 1 2012

— 31.08.2012

McLaren im Regen: Jede Runde ist wichtig

Für McLaren waren die wenigen Runden am nassen Freitag in Spa-Francorchamps von großer Bedeutung - Teamchef Whitmarsh: "Jede Information ist nützlich"



Spa-Francorchamps zeigte sich am Freitag zum Auftakt des Rennwochenendes der Formel 1 von seiner ungemütlichen Seite. Über den Ardennen hingen dunkle Wolken, die immer wieder viel Regen herunterließen, die Temperaturen lagen bei gerade einmal elf Grad Celsius. Während im ersten Training am Vormittag noch wenige Runden gefahren werden konnten, stand der Betrieb am Nachmittag fast komplett still.

"Es ist nicht sonderlich überraschend, wenn man in Spa von kaltem und nassem Wetter empfangen wird. Leider bedeutete dies, dass wir so nun unsere Sommerpause um 24 Stunden verlängert haben und erst morgen mit der Arbeit beginnen", lächelt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Es wurde zwar kaum gefahren, aber wir konnten ein paar Dinge über das neue Update und die Reifen erfahren. Im engen Wettbewerb der aktuellen Formel 1 ist jede noch so kleine Informationen sehr nützlich."

Jenson Button absolvierte am Morgen acht vorsichtige Umläufe, am Nachmittag schwamm er nur zweimal um den Kurs. "Gelernt haben wir nichts. Wir sind nur ein paar Runden gefahren, einige Male durch die Box. Dann haben wir das Losfahren an der Box ausprobiert", sagt der Brite. "Das Training am Morgen ging noch halbwegs. Es gab zwar Aquaplaning auf den Geraden, aber es war sicherer als am Nachmittag. Das zweite Training war einfach viel zu nass. Der einzige Grund, warum man fuhr, waren Tests zum an- und abfahren des Boxenplatzes."

"Speziell auf der Gegengeraden war es schlimm. Es war überall viel Wasser, aber dort gibt es eine andere Asphaltsorte, die das Wasser fast gar nicht abfließen lässt. Dort musste man rechtzeitig vorher vom Gas, sonst flog man ab. In der Senke von Eau Rouge war es auch nicht toll, denn dort lief das Wasser von den Hügeln hinein", schildert Button die schwierigen Bedingungen am Freitag in Belgien.

Wie wird das Wetter am Samstag?

"Bei solchen Bedingungen würden wir niemals ein Rennen fahren, daher war es sinnlos, sich mit solchen Verhältnissen auseinanderzusetzen. Alle gingen auf Nummer sicher, denn bei den Verhältnissen am Nachmittag hatte das Auto gar keinen Kontakt zur Strecke mehr, sondern es schwamm einfach dahin", meint der Weltmeister von 2009, der im zweiten Durchgang nicht eine gezeitete Runde absolvierete.

"Es war kein toller Tag. Hoffentlich zieht das schlechte Wetter nun ab, und wir können morgen ein paar wichtige Dinge ausprobieren. Nach einer solch langen Pause will man endlich herausfahren und wichtige Informationen für das Wochenende sammeln. Heute war dies jedoch nicht möglich", so Button. "Das dritte Training morgen Vormittag wird wichtig. Solange es nicht so schlimm ist wie heute Nachmittag, wird man ganz bestimmt viel fahren - sogar bei Regen. Wir gehen davon aus, dass die kommenden zwei Tage trocken bleiben. Wollen wir mal hoffen, dass das ganz besondere Spa-Klima genauso ist, wie wir uns das vorstellen."

Der verhinderte Testbetrieb am Freitag könnte McLaren zugute kommen, meint der schnelle Mann aus Frome. "Wir haben einen sehr guten Simulator und starten meist aus dem Stand gut in ein Wochenende, bevor uns manchmal einige andere überholen. Vielleicht hilft es uns dann sogar, dass alle nicht fahren konnten. Allerdings haben auch andere Teams gute Simulatoren, Red Bull und Ferrari ganz bestimmt", sagt er.

McLaren tritt an diesem Wochenende mit zahlreichen Neuerungen an. Neben veränderten Front- und Heckflügeln fallen besonders neue Leitelemente auf den Seitenkäasten auf. "Wir hoffen, dass es etwas bringt. Es ist aber kein riesiges Paket, sondern es gibt nur ein paar neue Kleinigkeiten", sagt Button. "Wichtiger als diese Elemente auf den Seitenkästen sind hier die Flügel. Wir fahren hier mit recht wenig Abtrieb und müssen morgen mal schauen, ob alles funktioniert wie erhofft."

Hamilton: Spaß in jeder Runde

Teamkollege Lewis Hamilton, der ein noch geringeres Pensum absolvierte (am Morgen fünf Runden, nachmittags zwei), vertrieb sich die Zeit in der Box. "Ich hatte nicht so viel zu tun, also habe ich mit dem Handy ein paar Fotos für die Fans geschossen und die über Twitter verbreitet", sagt der Social-Media-Fan. "Es war unfassbar nass, überall waren kleine Bäche und überall gab es Aquaplaning. Man konnte sich nur ganz vorsichtig um die Strecke arbeiten."

"Viel lernen konnten wir nicht, nur ein paar Shakedown-Runden mit unseren neuen Updates drehen. Immerhin haben wir gleichzeitig feststellen können, dass es extrem schwierig ist, die Reifen bei solchen Bedingungen zum arbeiten zu bringen", beschreibt Hamilton nach dem ersten Tag. "Unser neuer Heckflügel für hier und für Monza ist noch angepasst worden. Er arbeitet nun wie gewünscht. Wie gut die neuen Teile arbeiten, sehen wir aber erst morgen."

"Morgen früh wird es interessant, wenn alle innerhalb weniger Runden im dritten Freien Training eine gute Abstimmung erarbeiten müssen", meint der Champion von 2008. Hamilton nahm die Bedingungen gelassen hin. Er hatte trotz des Regens seine Freude am Ende der Sommerpause. "In einem Formel-1-Auto macht es immer Spaß - egal, ob es trocken ist, regnet oder schneit. Ich genieße jede Runde. Und lernen kann man immer etwas", sagt er.

Mit den neuen Teilen will McLaren an die gute Form von Ungarn anschließen. Dort hatte sich Hamilton mit einem Sieg in die Ferien verabschiedet. Nicht nur Technik, sondern auch Tradition gibt Hoffnung. "Gestern wäre der 75. Geburtstag vom Teamgründer Bruce McLaren gewesen. Er war derjenige, der genau an dieser Stelle 1968 den ersten Grand-Prix-Sieg von McLaren markieren konnte", meint Whitmarsh. "Unser Team verbindet einiges mit Spa-Francorchamps."

Fotoquelle: xpbimages.com

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